IPFire mustert DNS-Resolver Unbound aus

IPFire mustert DNS-Resolver Unbound aus

IPFire-Maskottchen

IPFire-Maskottchen

IPFire 2.29 - Core Update 203

Die schlanke und flexible Firewall-Distribution IPFire ersetzt in ihrer neuen Version Unbound durch den Knot Resolver. Darüber hinaus unterstützt der integrierte WLAN Access Point das 6 GHz-Band.

Der Umstieg von Unboud auf den Knot Resolver sorgte nicht nur für größere Umbaumaßnahmen unter der Haube, sondern hat für Anwender auch eine konkrete Auswirkung: Forward-Zones dürfen nur noch IP-Adressen verwenden. Wer auf der DNS-Forwarding-Seite bislang Fully-Qualified Domain Names (FQDN) eingetragen hat, muss sie gegen entsprechende IP-Adressen austauschen.

Aus Sicht der IPFire-Entwickler bietet der Knot Resolver dennoch zahlreiche Vorteile. So können jetzt Anfragen verschlüsselt via DNS over TLS zu den Upstream-Resolvern laufen. Die eingebaute DNS Firewall blockiert unerwünschte Domains schon bei der Namensauflösung. Auf diese Weise lassen sich effizient Werbetracker und Malware-Server für das gesamte eigene Netz sperren.

Der Knot Resolver unterstützt zudem die SafeSearch-Funktion einiger großer Suchmaschinen und YouTube. Suchanfragen liefern dann Ergebnisse ohne anstößige Inhalte wie Gewalt oder Pornografie zurück. Conditional Forwarding leitet Anfragen an bestimmte Zonen an vorgegebene Server weiter. Für lokale Hostnamen lassen sich zudem lokale DNS Records hinterlegen.

Erstmals überlebt der DNS Cache einen Neustart des Systems. Damit spart dieser persistente Cache gleichzeitig (erneute) Anfragen an die Upstream-Server. Apropos Cache: Der Knot Resolver verwendet mehrere Worker-Prozesse, die sich einen gemeinsamen Cache und den gleichen Zustand teilen. Damit kann der Resolver mehrere CPU-Kerne effizient nutzen, ohne dass der Cache fragmentiert.

Der Knot Resolver ist zudem modular aufgebaut und skriptfähig. Das haben die IPFire-Entwickler direkt ausgenutzt und zwei eigene Module entwickelt. „zone-sync“ hält die DNS-Firewall-Daten für die Filter- und Policy-Zonen über eine verschlüsselte Verbindung aktuell. Ein weiteres selbstgeschriebenes Modul löst Hostnamen von DHCP Leases über DNS auf. Es ersetzt damit die Unbound DHCP Leases Bridge.

Eine weitere größere Neuerung im IPFire 2.29 – Core Update 203 bezieht sich auf den eingebauten WLAN Access Point. Der funkt ab sofort im 6 GHz-Band, das die Standards WiFi 6E und WiFi 7 nutzen. Bei vollen 2,4 GHz- und 5 GHz-Kanälen kann der Access Point ausweichen, obendrein erlaubt das 6 GHz-Band breitere Kanäle und somit eine höhere Geschwindigkeit.

Abschließend haben die IPFire-Entwickler zahlreiche Pakete aktualisiert und kleinere Fehler behoben, etwa einen Bug in Perl bei der Verarbeitung von UTF-8-Zeichen. Sysklogd lauscht wieder an localhost, wodurch vor allem Prozesse in einer Chroot-Umgebung Log-Nachrichten übergeben können.

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