Das Spiel zum Wochenende: Sir, You Are Being Hunted

Das Spiel zum Wochenende: Sir, You Are Being Hunted

Feine englische Jagd

Die Jagdsaison ist eröffnet! In einem kurzweiligen Action-Schleich-Rollenspiel vom Entwickler Big Robot ist der Spieler allerdings nicht der Jäger, sondern der gejagte. Auf vier brittischen Inseln wollen ein paar äußerst gut bewaffnete Roboter dem Spieler gepflegt die Rübe vom Kopf blasen.

Das Experiment mit dem Teleporter ging eindeutig schief. In der Folge sitzt der Spieler jetzt auf vier brittischen Inseln fest. Dort gibt es die typischen, alten englischen Häuser, ein paar Hügel, ziemlich viel Gras- und Weideflächen, nette Straßenlaternen, deren Gaslicht nachts die Straßen gemütlich illuminieren sowie natürlich zahlreiche Roboter. Die wiederum haben die Menschenjagd für sich als Sport entdeckt.

Ein gezielter Schuss aus dem Revolver nietet zwar den Roboter um. Der Knall lockt jedoch weitere Roboter an. Zudem ist die Munition stark begrenzt.

Ein gezielter Schuss aus dem Revolver nietet zwar den Roboter um. Der Knall lockt jedoch weitere Roboter an. Zudem ist die Munition stark begrenzt.

Versteckspiel

Idealerweise bleibt man deshalb möglichst unentdeckt, nutzt also das schützende Unterholz und sucht die dunklen Ecken zwischen Gebäuden. Größere Strecken legt man am besten in der Nacht zurück, die im Spiel nach mehreren Minuten hereinbricht und bereits kurze Zeit später wieder endet. Wie gut man gerade für die Roboter zu sehen ist, zeigen am linken unteren Bildrand mehrere Kreise an. Sind sie verschwunden, ist man nahezu unsichtbar.

Tagsüber sollte man sich möglichst im Unterholz oder zwischen den Häusern verstecken.

Tagsüber sollte man sich möglichst im Unterholz oder zwischen den Häusern verstecken.

Ebenfalls vermeiden sollte man Lärm und andere auffällige Geräusche, denen die Roboter umgehend nachgehen. Diese Verhaltensweise kann man allerdings auch gezielt ausnutzen und etwa auf einer Wiese einen gestellten Wecker platzieren. Dieser lockt dann mit seinem Leuten die Roboter aus der Umgebung an, wodurch man wiederum unbemerkt in die andere Richtung flüchten kann.

Nachts fällt zwar die Orientierung schwerer, dafür wird man aber auch nicht so schnell entdeckt.

Nachts fällt zwar die Orientierung schwerer, dafür wird man aber auch nicht so schnell entdeckt.

Jagdfieber

Mit etwas Glück findet man in den verlassenen Häusern Äxte, Revolver und andere Waffen. Mit denen lassen sich die einzelnen Roboter erschlagen oder aus der Entfernung umnieten. Pistolen und Gewehre benötigen allerdings Munition, die man ebenfalls erst einmal auftreiben muss. Zudem lässt sich auf diese Weise nur gegen einzelne Blechbüchsen vorgehen. Kommen gleich mehrere Roboter auf den Spieler zugerannt, hat man meist nur noch eine geringere Überlebenschance.

In den Häusern findet man auch viel kuriosen Müll, wie etwa diese Mottenkugeln. Oder kann man die Ratte vielleicht noch essen?

In den Häusern findet man auch viel kuriosen Müll, wie etwa diese Mottenkugeln. Oder kann man die Ratte vielleicht noch essen?

Jeder Treffer der Gegner reduziert die Lebensenergie. Immerhin lassen sich mit Binden schnell kleinere Verletzungen heilen – sofern man zuvor irgendwo passendes Verbandmaterial gefunden hat. Ebenfalls im Auge behalten sollte man die Vitalität. Je niedriger dieser Wert ist, desto größer ist der Hunger des Spielers. Ihn stillt man mit den Nahrungsmitteln, die sich bei den erschossenen Robotern oder in den verlassenen Häusern finden. Allerdings ist nicht alles ess- und genießbar, bei verdorbenen Lebensmitteln sinkt die Vitalität weiter ab.

Zu diesem Stein muss man alle eingesammelten Artefakte bringen.

Zu diesem Stein muss man alle eingesammelten Artefakte bringen.

Teures Stöffchen

Um von den Inseln fliehen zu können, muss der Spieler insgesamt 17 blau leuchtende Artefakte finden und zu einem zentralen Stein bringen. Die Roboter bewachen zudem sämtliche Artefakte und suchen den Spieler sogar von einem Überwachungsballon mit Suchscheinwerfer. Je näher der Spieler seinem Ziel kommt und je länger er auf den Inseln sucht, desto aggressiver und stärker werden die Roboter. Dieses Verhalten darf man vor dem Spielbeginn verändern und so nebenbei den Schwierigkeitsgrad anpassen. Den Spielstand speichern darf man allerdings nur am zentralen Stein sowie in den Booten, welche die Inseln miteinander verbinden. Man muss sich folglich gut überlegen, ob man ein Artefakt erst den langen Weg zum zentralen Stein zurückbringt oder das Risiko eingeht und erst einmal weitersucht. Die Landschaft der vier Inseln erzeugt ein Zufallsgenerator, jede Jagd spielt sich folglich immer etwas anders.

Zu Beginn des Spiels kann der Spieler bestimmen, welche der Inseln wie aussehen sollen. Wer mag, kann sich auch ausschließlich in Berglandschaften jagen lassen.

Zu Beginn des Spiels kann der Spieler bestimmen, welche der Inseln wie aussehen sollen. Wer mag, kann sich auch ausschließlich in Berglandschaften jagen lassen.

Entwickler Big Robot verkauft Sir, You Are Being Hunted für knapp 18 Euro auf seiner Homepage [1] und im Humble Store [2] sowie für rund 20 Euro auf Steam [3]. Des Weiteren ist Sir, You Are Being Hunted derzeit noch Teil des Humble Indie Bundle 15 [4]. Im Rahmen dieser Sonderaktion bekommt man Sir, You Are Being Hunted sowie einige weitere Linux-Spiele für einen frei wählbaren Betrag (unter den Spielen befindet sich das letzte Woche vorgestellte Q.U.B.E [5]). Wer das Spiel im Humble Store, im Humble Bundle oder auf der Homepage des Entwicklers kauft, erhält eine kopierschutzfreie 32-Bit-Version.

Mit einem Fernglas lassen sich die patrouillierenden Roboter aus der Ferne beobachten.

Mit einem Fernglas lassen sich die patrouillierenden Roboter aus der Ferne beobachten.

Fazit

Sir, You Are Being Hunted ist eine recht witzige wie stimmige Mischung aus Action-, Schleich-, und Rollenspiel. Es macht Spaß, als brittischer Gentleman durch das Unterholz zu schleichen und die teils recht aggressiven Roboter mit einer passenden Taktik auszuknipsen. Die Suche nach hilfreichen Gegenständen und Nahrung erhöht zusätzlich den Adrenalinspiegel, zumal man immer nur eine begrenzte Anzahl an Gegenständen mit sich herumtragen kann.

Der Ballon sucht gezielt die Landschaft nach Menschen ab.

Der Ballon sucht gezielt die Landschaft nach Menschen ab.

Die 3D-Grafik wirkt allerdings kantig und veraltet. Das „Tweedpunk“-Szenario dürfte zudem nicht jedermanns Geschmack treffen. Hat man einmal alle Artefakte gefunden, sinkt die Motivation für einen neuen Durchlauf zudem stark ab. Daran ändern auch die immer wieder neu generierten Landschaften nichts. Der verlangte Preis von 18 Euro erscheint deshalb etwas zu hoch. Bei einer Sonderaktion sollten Liebhaber von Action- und Schleichspielen jedoch unbedingt zugreifen.

Sir, You Are Being Hunted

Bezugsquelle: http://www.big-robot.com/
Entwickler: Big Robot
Lizenz: Kommerziell
Preis: 18 Euro (Humble Store) / 20 Euro (Steam)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor ab der Klasse Intel Core 2 Duo 2,2 GHz, mindestens 2 GByte Hauptspeicher

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.big-robot.com/

[2] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/p/siryouarebeinghunted_storefront

[3] Steam:
http://store.steampowered.com/app/242880/

[4] Humble Bundle:
https://www.humblebundle.com

[5] Das Spiel zum Wochenende: Q.U.B.E: Director’s Cut, Tim Schürmann: „Klotz-Puzzle“, LinuxCommunity, 03.10.2015:
https://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Das-Spiel-zum-Wochenende-Q.U.B.E-Director-s-Cut

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