Das sieht aus wie Portal! Zugegeben, das Denkspiel von Toxic Games ähnelt auf Fotos dem legendären 3D-Puzzle-Platformer. Es weiß aber mit einem ganz eigenen Spielprinzip zu überzeugen, das die kleinen grauen Zellen ordentlich zum Rauchen bringt.
Als Astronaut der NASA erwacht der Spieler in einem merkwürdigen Gebäude, das komplett aus weißen Würfeln besteht. Der einzige Kontakt zur Außenwelt ist eine Funkverbindung mit einem Raumschiff in der Nähe – dummerweise kann nur deren Besatzung mit dem Spieler sprechen, die umgekehrte Kommunikationsrichtung bleibt blockiert. Auf diesem Weg erfährt der Spieler, dass er schon mehrere Tage bewusstlos in dem Würfelhaufen gelegen hat. Da es in der unmittelbaren Umgebung keinen Ausgang zu geben scheint, bleibt folglich nur, das Innere des Gebäudes näher zu erkunden. Dabei helfen dem Spieler magische Handschuhe, farbige Blöcke und sein Geschick.

Die Mauer ist zu hoch, um auf sie drauf zu springen. Glücklicherweise gibt es aber noch den roten Block in der Erde. Den …
Alles so schön bunt hier
Die Abkürzung Q.U.B.E. steht für Quick Understanding of Block Extrusion und beschreibt recht gut das Spielprinzip: Aus der Ego-Perspektive durchstreift der Spieler den extrem sterilen Würfelhaufen. Niedrige Würfelmauern oder kurze Abgründe lassen sich dabei noch einfach überspringen.
Bei höheren Mauern helfen nur magische Farbblöcke, die der Spieler mit seinen Handschuhen manipulieren kann. Das gelingt sogar aus der Ferne: Sobald er mit seinen Händen auf einen farbigen Block zeigt, beginnen die Handschuhe in der entsprechenden Farbe zu leuchten. Ein Klick auf die linke Maustaste verändert dann den Block, ein Klick auf die rechte Maustaste nimmt die Änderung wieder zurück.

Jeder Block hat seine ganz eigenen Verhaltensweisen. Der grüne Block lässt sich von anderen Blöcken …
Was bei einem Mausklick passiert, hängt von der Farbe des Blocks ab. Rote Blöcke lassen sich aus- und wieder einfahren. Die gelben Exemplare treten hingegen immer zu dritt auf. Ein Mausklick auf einen der Blöcke lässt sie allesamt in unterschiedlichen Längen ausfahren. Die blauen Blöcke wiederum kann der Spieler in der Erde versenken. Sobald er dann darauf tritt, schnellt der Block heraus und katapultiert den Spieler durch die Luft. Im späteren Spielverlauf kommen viele weitere Elemente hinzu. So muss man etwa komplette Wandteile rotieren oder einen farbigen Ball zu einem Ziel bugsieren.

… herumschieben. Platziert man ihn auf einem eingefahrenen blauen Block, katapultiert dieser ihn dann …
Tux ausgesperrt
Entwickler Toxic Games veröffentlichte Q.U.B.E. bereits im Jahr 2011, der erweiterte Director’s Cut erschien im Mai 2014. Letztgenannter fügte neben einer Hintergrundgeschichte insbesondere auch einen Time-Trial-Mode hinzu. In ihm muss man 10 speziell für diesen Modus geschaffene Level möglichst schnell durchlaufen. Ursprünglich für Windows entwickelt, gibt es vom Q.U.B.E. Director’s Cut mittlerweile auch eine Linux-Version. Aus unerfindlichen Gründen ist die jedoch nur schwer aufzutreiben.
So verkaufen der Humble Store [2] und Gog.com [3] nur die Windows-Fassung. Auf Desura [4] und Gamersgate [5] gibt es immerhin noch die Mac-Version hinzu. Lediglich auf Steam werden Linux-Nutzer für 10 Euro fündig [6]. Für kurze Zeit gibt es auch noch eine günstigere Alternative: Der Q.U.B.E: Director’s Cut ist Teil des Humble Indie Bundles 15 [7]. Bei dieser Sonderaktion bekommt man für einen frei wählbaren Kaufpreis neben dem Q.U.B.E: Director’s Cut auch noch ein paar andere Linux-Spiele. Q.U.B.E. liegt dabei zwar kopierschutzfrei, aber nur in einer 32-Bit-Fassung vor.
Fazit
Q.U.B.E. mischt gekonnt Denk- und Geschicklichkeitsspiel. Nicht zuletzt durch seine sterile Optik erinnert es damit deutlich an Portal, spielt sich aber durchaus anders. Die farbigen Blöcke verlangen den kleinen grauen Zellen einiges ab, wobei der Schwierigkeitsgrad nur langsam ansteigt. Spieler benötigen zudem etwas Forscherdrang: Da Q.U.B.E. keinerlei Erklärungen liefert, muss man selbst die Funktionsweise der farbigen Blöcke herausfinden. Das ist jedoch absichtlich ein Teil der Rätsel und macht durchaus Spaß.

In diesem Raum muss man eine Kugel in ein für sie vorgesehenes Becken bugsieren. Erst dann öffnet sich die Tür zum nächsten raum.
Die Steuerung erfolgt gleichzeitig über Tastatur und Maus. In einigen Sprungpassagen könnte sie aber etwas weniger hibbelig reagieren. Anfänger sollten daher in den Einstellungen bei Bedarf die Einstellung für die Maussensitivität ändern. Wer Spiele wie Portal mag, sollte unbedingt bei Q.U.B.E. zugreifen. Die 10 Euro auf Steam ist der Director’s Cut allemal wert. Freunde von Knobeleien sollten spätestens bei einer Sonderaktion zugreifen.
Q.U.B.E: Director’s Cut
| Bezugsquelle: | http://qube-game.com |
| Entwickler: | Toxic Games |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 10 Euro (Steam) |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Grafikkarte der Klasse Nvidia 8000 oder besser, Prozessor ab 2 GHz, mindestens 2 GByte Hauptspeicher |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://qube-game.com
[2] Q.U.B.E: Director’s Cut im Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/p/qube_directorscut_storefront
[3] Q.U.B.E: Director’s Cut auf Gog.com:
https://www.gog.com/game/qube_directors_cut
[4] Q.U.B.E: Director’s Cut auf Desura:
http://www.desura.com/games/qube
[5] Q.U.B.E: Director’s Cut auf Gamersgate:
http://www.gamersgate.com/DD-QUBE/qube
[6] Q.U.B.E: Director’s Cut auf Steam:
http://store.steampowered.com/app/239430/
[7] Humble Bundle:
https://www.humblebundle.com








