Software-News

Aus LinuxUser 04/2006

Software-News

Neue Software

Dateien verschlüsseln

Haben Sie sich bis dato gegen das Verschlüsseln von Dateien gesträubt, weil Ihnen zu kompliziert erschien? Mit Bork (http://sourceforge.net/projects/bork/) gibt es dazu keinen Grund mehr: Das kleine Java-Programm hängt von keiner anderen Applikation ab und arbeitet somit problemlos unter jedem Betriebssystem.

Das Programmpaket enthält bereits Startskripte für die gängigen Betriebssysteme und erwartet lediglich, dass der Anwender ein Passwort zum Verschlüsseln festlegt. Dies geschieht wahlweise durch eine Umgebungsvariable oder direkt im Startskript. Anschließend ver- und entschlüsselt die Software alle Dateien, die Sie ihm als Parameter übergeben.

Dazu verwendet es einen RC4-basierten Algorithmus. Bei allen verschlüsselten Dateien ersetzt die Software das Dateisuffix durch die Endung .bork. Ebenfalls im Programmpaket enthalten ist das Skript Bork_nuke, dessen Funktionsweise dem Bork-Skript gleicht. Allerdings löscht Bork_nuke die Originaldatei nach erfolgreichem Verschlüsseln.

Die Programm-Entwickler sehen den Einsatzbereich ihres Programms vor allem im Chiffrieren von archivierten Daten. Dazu packt die Software beim Verschlüsseln eine Kopie des eigenen Quellcodes dem Archiv bei, damit auch nach Jahren die Daten noch verfügbar sind.

Bilder en bloc umbenennen

Die meisten kennen das Problem: Nach dem Urlaub liegen auf der Festplatte Hunderte von digitalen Fotos mit dem wenig intuitiven Namen. Mit dem Perl-Skript Mved (http://raf.org/mved/) versehen Sie künftig mit Leichtigkeit alle Dateien auf einem Schlag mit einem sinnvolleren Namen. Platzhalter bestimmen dabei, welcher Teil des Dateinamens unverändert bleibt. Der Rest benennt das Skript nach Ihren Vorgaben um, oder er fällt schlicht weg.

Damit dabei keine Dateien zu Schaden kommen, führt das Skript verschiedene Sicherheitsprüfungen durch. So bricht das Programm den Durchlauf ab, wenn eine Datei bereits besteht oder Sie das Muster zum Umbenennen so gewählt haben, dass mehrere Dateien auf dem selben Ziel landen.

Ganz Vorsichtige haben auch die Möglichkeit, einen Testlauf durchzuführen, der keine Umbenennungen vornimmt, aber trotzdem eventuelle Probleme aufzeigt. Wem dies zuviel des Guten ist, der zwingt Mved mit einem entsprechenden Parameter zu rücksichtslosem Arbeiten. Allerdings geschieht dies dann auf eigene Gefahr.

Der Funktionsumfang von Mved beschränkt sich auf das Wesentliche.

Der Funktionsumfang von Mved beschränkt sich auf das Wesentliche.

OpenSSL geeignet für US-Behörden

US-Behörden dürfen jetzt auch OpenSSL (http://www.openssl.org) auf den Dienstrechnern verwenden. Die Secure-Socket-Layer-Implementation OpenSSL genügt dem von den USA und Kanada festgelegten FIPS-1402-Standard, den beide Länder für Software in ihren Behörden fordern.

Getestet wurde OpenSSL im Rahmen des Cryptographic Module Validation Program von den Organisationen NIST (http://www.nist.gov) und CSE (http://www.cse-cst.gc.ca). Noch ist das Ergebnis der Prüfung inoffiziell. Sobald jedoch Vertreter beider Organisationen das notwendige Zertifikat unterzeichnet haben, ist OpenSSL für die erste von vier Standardstufen zugelassen.

Netzwerkanalyse mit Nmap

Das umfangreiches Netzwerkanalyse-Tool (http://www.insecure.org/nmap/) Nmap zählt zu den wichtigsten Werkzeugen im Repertoire jedes Administrators. Ursprünglich arbeitete die Software als reiner Portscanner, der mit Hilfe unterschiedlichen Verfahren ein Netzwerk mehr oder weniger unauffällig nach vorhandenen Rechnern und Diensten absucht.

Die jetzt erschienene Version 4.0 verfügt wieder über 500 neue Fingerprints zum Erkennen von Betriebssystemen und über verbesserte Funktionen zum Identifizieren von Diensten. Der Entwickler überarbeitete die Scan-Routinen und das Handbuch. Neu in dieser Version ist auch die Möglichkeit, sämtliche Ergebnisse als HTML-Datei abzulegen.

Mittlerweile besitzt Nmap weitreichende Analysefunktionen. Kennt das Programm einen Dienst nicht, erstellt es einen Fingerprint des Dienstes. Falls der Anwender Dienstart und -version identifiziert, bittet der Entwickler darum, ihm diese Informationen mit dem Fingerprint zu schicken, damit kommende Nmap-Versionen ihn automatisch erkennen.

Sofern möglich, versucht Nmap auch die Version eines Dienstes zu ermitteln.

Sofern möglich, versucht Nmap auch die Version eines Dienstes zu ermitteln.

Immer genügend Puffer

Measuring Buffer, kurz mbuffer (http://www.maier-komor.de/software/mbuffer/) ist eine verbesserte Version des bekannten buffer, die jetzt in der Version 20060126 erschienen ist. Im Gegensatz zum Original beherrscht mbuffer jedoch Multithreading und kann auch Netzwerkverbindungen puffern.

Wer bis jetzt mit dem Original gearbeitet hat, dem stehen einige Änderungen bei den verwendeten Kommandozeilenparametern ins Haus: Beispielsweise leitet der Parameter -P den Füllgrad des Puffers ein, bevor Mbuffer mit dem Schreibprozess startet. Bislang tat dies der Parameter -p. Zwar kennt das Programm auch den Parameter -p; er hat jedoch eine andere Funktion.

Funktionen zum Ansteuern und Timing von Bandlaufwerken und Autoloadern machen deutlich, dass sich das Programm auch für größere Installationen eignet. Dank der Möglichkeit, Netzwerkverbindungen zu puffern, bietet sich die Software auch für ein Backup über langsame Internet-Anbindungen an. Sie beherrscht allerdings keine verschlüsselte Kommunikation. Wer darauf Wert legt, muss die Verbindung via SSL oder VPN tunneln.

Im Gegensatz zum Original kann mbuffer auch Netzwerkverbindungen puffern.

Im Gegensatz zum Original kann mbuffer auch Netzwerkverbindungen puffern.

Video-CD erstellen

Den Beweis, dass das Erstellen von Video-CDs und DVDs unter Linux keineswegs umständlicher als unter anderen Betriebssystemen gerät, tritt jetzt Linux Video Maker (http://www.videomaker.dnc.pl) an. Das Java-Programm vereint unter einer grafischen Oberfläche die Kommandozeilenprogramme Vcdimager, DVDAuthor, Mjpeg, Mencoder, Ffmpeg und Mplayer.

Manche Distributionen wie beispielsweise Fedora enthalten diese jedoch aus Lizenzgründen nicht. Es gibt jedoch Online-Quellen, die bereits fertige Pakete anbieten. Fedora-Anwender starten die Suche am besten bei http://freshrpms.net.

Sind alle Abhängigkeiten aufgelöst, erwartet den Anwender eine intuitive Oberfläche, mit der er seine DVD zusammenklicken kann. Video Maker akzeptiert Videoformate AVI, MOV, MPEG, ASF und ASX. Es konvertiert sie in das DVD-konformes MPEG-Format. Bei AVI-Dateien dauert das aufgrund der komplexen Kompressionsalgorithmen eine Weile.

Im Rahmen des Konvertierens legen Sie auch fest, welches Fernsehformat, PAL oder NTSC, das Tools verwendet, und welches Bildformat, 4:3 oder 16:9, zum Einsatz kommt. Alle Einstellungen sind erfreulicherweise übersichtlich angeordnet und selbsterklärend.

Video Maker ist noch ein relativ junges Projekt und liegt in der Version 0.2 vor. Im Augenblick existiert nur eine polnische und eine englische Übersetzung. Der Entwickler freut sich jedoch, wenn Anwender das Programm in ihre Muttersprache übersetzen. Informationen dazu stehen auf der Projekt-Website.

Dank gut strukturierter Oberfläche findet der Anwender schnell heraus, ob alle Abhängigkeiten aufgelöst sind.

Dank gut strukturierter Oberfläche findet der Anwender schnell heraus, ob alle Abhängigkeiten aufgelöst sind.

Kurz notiert

In alter Tradition findet auch in diesem Jahr wieder das GUUG-Frühjahrsfachgespräch (http://www.guug.de)statt. Vom 21. bis 24. März treffen sich an der Universität in Osnabrück Interessierte an Open-Source-Techniken. Das vielfältige Themenangebot wartet in allen Beiträgen mit hochkarätigen Referenten auf, so dass Sie für einen Tagespreis von 180 Euro etwas geboten bekommen. Schüler und Studenten zahlen nur ein Drittel des regulären Preises.

Mit der jetzt erschienenen Version 4.3 geht OpenSSH (http://www.openssh.org) einen weiteren Schritt in Richtung VPN. Das Weiterleiten bestimmter Ports beherrscht die Software schon sehr lange. Eine neue Option erlaubt es darüber hinaus, ein virtuelle Netzwerkschnittstelle anzulegen und so ganze private verschlüsselte Netzwerke mit eigenem Adressbereich über das Internet aufzuspannen. Geschicktes Routing sorgt dafür, dass die Daten über die richtige Schnittstelle gelangen. Zur Zeit stufen die Entwickler VPN-Funktionalität jedoch noch als experimentell ein.

Die Berliner Asar GmbH will mit ihrem auf Linux basierenden One-Desk-Konzept (http://www.asar.de) behinderten Menschen den Zugang zu Internet und Computern erleichtern. Hilfsprogramme wie Sprachausgabe, eine Zoom-Funktion für die Oberfläche oder ein automatischer Mausklick ermöglichen den Behinderten die Arbeit. Intuitive Symbole, große Schriften und eine übersichtliche Oberfläche bieten zudem ein behindertengerechtes Interface. Als Einsatzgebiet sieht ASAR den Einsatz in Behindertenwerkstätten oder Freizeiteinrichtungen.

Das Unternehmen Parallel veröffentlichte jetzt die erste Beta-Version ihrer Virtualisierungs-Software Parallels Workstation 2.1 (http://www.parallels.com/en/products/workstation/21/beta/). Im Gegensatz zum Vorgänger bietet die neue Version USB-und WLAN-Support sowie Suspend- und Resume-Funktionen. Ebenfalls neu ist die Implementation physikalischer Address-Erweiterungen, die es ermöglichen, bis zu 4 GByte Arbeitsspeicher zu adressieren. Darüber hinaus verbesserten die Entwickler die Integration von Intels VT-Technologie.

Die Java-basierte Entwicklungsumgebung Netbeans liegt jetzt in der Version 5.0 vor. Um Konkurrenten wie Eclipse die Stirn zu bieten, verfügt die neue Version über einen intuitiven GUI-Builder, eine überarbeitete CVS-Integration, einen schnelleren Editor, der auch Syntax-Highlighting für SQL-Code beherrscht, sowie Support für Weblogic 9, Jboss 4 und Suns Application Server 8.2.

Das Firefox-Plugin Foxpose (http://viamatic.com) erleichtert allen die Arbeit, die bei einer umfangreichen Online-Recherche den Überblick über die geöffneten Tabs verlieren. Es integriert sich als Symbol in die linke untere Ecke des Browsers und generiert auf Knopfdruck eine Übersichtstabelle, die für jeden Tab ein Vorschaubild anzeigt. Durch Anklicken einer Vorschau springt der Anwender direkt zur entsprechenden Seite.

Die LPI-Community hat das Angebot ihres Online-Lernsystems (http://www.lpi-test.de) um ein Diskussionsforum zu Kursinhalten für Dozenten und Teilnehmer erweitert. Das Online-Lernsystem soll Interessierten helfen, sich auf die Prüfungen zur LPI-Zertifizierung vorzubereiten. Es erfordert lediglich eine kostenlose Registrierung und bietet neben Foren, Online-Tests auch Studienhilfen auch zahlreiche Wiki-Einträge.

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