Neue Software

Aus LinuxUser 03/2006

Neue Software

WebCheck überprüft die Web-Seiten

Je mehr der eigene Web-Auftritt wächst, desto unübersichtlicher entwickelt sich der Unterbau aus HTML-Seiten, Links und Dateien. Das Programm WebCheck (http://ch.tudelft.nl/~arthur/webcheck/) hilft dem privaten Webdesigner, den Überblick zu behalten.

Starten Sie Webcheck mit einer beliebigen Internet-Adresse, so durchläuft das Programm die gesamte Web-Seite und verfolgt alle darin enthaltenen Links. Dies schließt auch Links zu Seiten Dritter mit ein, weshalb es sich empfiehlt, den Analysebereich von Webcheck durch Parameter oder Suchmuster zu begrenzen. Je nach Größe der Web-Seite dauert die Analyse sehr lange. Geduld zahlt sich aber aus, da WebCheck die Ergebnisse des Checks in einem gut strukturieren Report zusammenfasst.

Mit dem Report erhalten Sie neben einer Übersicht der Seitenstruktur eine Auflistung aller externen Verknüpfungen, sehen tote Links auf einen Blick und nicht verlinkte Bilder aus den Tiefen des Web-Auftritts ebenfalls. Außerdem prüft das Programm alle HTML-Dateien auf Größe und vorhandenen Titel.

In der jetzt erschienenen Version 1.9.5 unterstützt WebCheck erstmals das Analysieren von HTML-Dateien unterschiedlichster Kodierungen. Das Tool lässt sich zudem mittels regulärer Ausdrücke auf die Prüfung interner URLs ansetzen. Aussagekräftigere Kommentare zu den Reports rundet das positive Gesamtbild ab.

Die Prüfung der Dateigröße beugt ärgerlich langen Ladezeiten vor.

Die Prüfung der Dateigröße beugt ärgerlich langen Ladezeiten vor.

Von MP3 zur Audio-CD mit wenigen Klicks

Aus MP3-Dateien eine reguläre Audio-CD für den CD-Player zu erstellen, ist mit Lars (http://lars.naken.cc/) ein Kinderspiel. Das Programm fungiert als grafische Oberfläche für die bekannten Programme cdrecord und mpg123 und erleichtert dem Anwender deren Bedienung.

Stellen Sie einfach alle MP3-Dateien in einem Verzeichnis zusammen und legen Sie die Größe des CD-Rohlings fest. Lars achtet selbstständig darauf, dass nicht mehr Stücke zum Brennen vorbereitet werden, als Platz auf dem Silberling vorhanden ist.

Stammen Ihre MP3s aus verschiedenen Quellen, ist die Lautstärke der Titel oft unterschiedlich ausgesteuert, was später beim Anhören nervt. Damit die CD trotzdem wie aus einem Guss klingt, bietet Lars die Möglichkeit, alle Musikstücke auf einen Lautstärkepegel anzupassen.

Die aktuelle Version 0.99beta1 behebt Probleme, die Lars mit ID3-Tags und nicht englischen Dateinamen hatte. Außerdem funktioniert die Normalisierung von Stereo-Dateien wieder. Es ist die erste größere Korrektur des Programms nach fast vier Jahren.

Mit wenigen Handgriffen macht Lars aus MP3-Dateien eine Audio-CD.

Mit wenigen Handgriffen macht Lars aus MP3-Dateien eine Audio-CD.

iFTPd –der überall FTP-Server

Auch wenn dem Einsatz von FTP-Servern Sicherheitsbedenken entgegensprechen, ist der javabasierte iFTPd (http://iftpd.sourceforge.net/) dennoch eine gute Wahl, um in kleinen oder mittleren Netzwerken eine Plattform für den Dateiaustausch zu schaffen.

iFTPd besitzt eine eigene Benutzer- und Gruppenverwaltung, die es einfach macht, für einzelne Anwender oder Gruppen einen FTP-Zugang einzurichten, ohne ihnen gleich Tür und Tor zum System zu öffnen. Die Datei- und Verzeichniszuordnung erfolgt benutzer- und gruppenabhängig. Dabei setzt der Server auf eine Art virtuelles Dateisystem. Der Administrator legt für jeden Benutzer oder Gruppe eine Konfigurationsdatei an. Die enthält neben Zugangskennung und Passwort auch eine Liste aller Verzeichnisse, auf die der jeweilige Anwender zugreifen darf. Die Verzeichnisse dürfen beliebig über das ganze System verteilt sein und erscheinen dann für jeden Benutzer in einem eigenen virtuellen Verzeichnisbaum.

Administratoren dürfte freuen, dass iFTPd nur den passiven FTP-Modus unterstützt und standardmäßig auf unprivilegierten Ports zwischen 20000 und 20100 startet. Somit kann das Programm ohne Root-Rechte laufen und kommt auch mit Firewalls zurecht. Für den Fernzugriff bietet iFTPd auf Port 6565 einen rudimentären Administrationszugang via Telnet. Über den kann der Administrator den Serverstatus abfragen und das System beenden oder neu starten. Alternativ zeigt das Programm den Systemstatus auch über eine HTMl-Seite an.

Online-Fotoalben einfach gemacht

Bildgalerien gehören bei privaten Web-Seiten heute zum guten Ton. Das Tk-basierte TkAlbum (http://people.freenet.de/fogg/tkalbum/) geht dem Anwender beim Anlegen solcher Galerien zur Hand. Als Oberfläche zur Bildnachbearbeitung dient die Grafikumgebung ImageMagick. Die für die Bildersammlung nötige Struktur erstellt das Perl-Skript Album.

Vom Herunterladen der Bilder von der Digitalkamera über einfache Dateioperationen bis hin zu rudimentären Bildbearbeitungen findet der Anwender – unter einer Oberfläche vereint – Helfer für die anfallenden Tätigkeiten. Das übersichtlich strukturierte Programm gliedert sich in einen Dateidialog, eine Bildvorschau, eine Bildinformationsanzeige und einen Kommentarbereich. Über letzteren ordnet der Anwender seinen Bildern und Verzeichnissen aussagekräftige Namen und Beschreibungen zu. Mittels umfangreichem Konfigurationsmenü legt der Benutzer außerdem die Größe der Thumbnail-Bilder fest oder wählt ein Design für die Galerie aus. Auch die Einbindung externer Programme für weitere Arbeitsschritte wie die Konvertierung der Bilddateien oder die Ansicht der Bilder definiert der Benutzer in diesem Menü.

TkAlbum liegt in der Version 2.0 vor und ist laut Entwickler wieder zur aktuellen Version von Album kompatibel.

Kleinere Aufgaben wie Bildkommentar oder Untertitel sind schnell erledigt.

Kleinere Aufgaben wie Bildkommentar oder Untertitel sind schnell erledigt.

Kurz notiert

Mit der Web-Seite Linuxrobots.org (http://www.linuxrobots.org/) steht allen an Robotern interessieren Linux-Entwicklern ein Portal für den Austausch von Informationen zur Verfügung. Betreiber Michael Shiloh eröffnete dieses Wiki, als er feststellte, dass es nichts Vergleichbares im Netz gibt. Die Informationen zu Hardware und geeigneten Linux-Distributionen fallen allerdings im Augenblick noch dürftig aus. Die Website enthält derzeit eine Beschreibung von Shilohs eigenen Roboter sowie eine Dokumentation der zugehörigen Programmbibliotheken. Zudem darf Shilohs Roboter über die Webseite mit eigenem Programmcode ferngesteuert werden.

Die Free Software Foundation (FSF) hat mit Gnash (http://www.gnu.org/software/gnash/) einen unter GPL entwickelten Flash-Player angekündigt. Er soll Shockwave Flash (SWF) in Version 7 unterstützen. Fernziel ist die Ablösung des Macromedia-Flash-Players. Bis dahin dürfte aber noch einige Zeit verstreichen. Zwar sind schon alle Klassen der zugehörigen Programmiersprache Actionscript implementiert, aber noch nicht alle Funktionen. Folglich laufen noch nicht alle Flash-Animationen. Um schneller voranzukommen, wirbt das Projekt neue Mitglieder. Informationen dazu finden sich auf der Gnash-Website.

Kostenlosen Virenschutz für den privaten Linux-Nutzer gibt es ab sofort mit dem Programm AVG Free for Linux (http://free.grisoft.com). Damit weitet Grisoft seine AVG Free Edition auf das freie Betriebssystem aus. AVG Free ist gegenüber der kostenpflichtigen Version abgespeckt – es verfügt lediglich über einen On-Demand-Scan, der die Verzeichnisstruktur mit heuristischer Analyse und generischer Erkennung nach Schädlingen durchkämmt. Funktionen wie zeitgesteuertes Scannen oder ein benutzerspezifisches Scanprofil bleiben weiterhin der kommerziellen Version vorbehalten.

Über einem Jahr nach Veröffentlichung der letzten stabilen Version ist jetzt der Video-Codec XViD (http://www.xvid.org/) in Version 1.1.0 erschienen. In der neuen Ausgabe unterstützt das Programm neben Video Buffer Verifier (VBV) auch neue Prozessorarchitekturen wie PowerPC und AMD64. Darüber hinaus verspricht das Changelog verbesserte Wiedergabequalität und eine höhere Geschwindigkeit. Ein Update dürfte sich also lohnen.

Wer den Open-Xchange Groupware Server (http://www.open-xchange.com) schon immer einmal testen wollte, erhält mit der jetzt erschienenen Live-CD Gelegenheit dazu, ohne das System langwierig installieren zu müssen. Die Live-Version basiert auf einem Knoppix-Linux und setzt einen 500 MHz-Prozessor und mindestens 512 MByte RAM voraus. Wenn Sie sich Open-Xchange registrieren, erhalten Sie außerdem noch eine umfangreiche Dokumentation und den OXtender – eine Outlook-Erweiterung, um den Open-Xchange Server wie ein normales Exchange-System zu benutzen.

Dass sich Open-Source-Entwicklung auch auszahlen kann, zeigt die Web-Seite BountyCounty (http://bountycounty.org/). Das Portal listet Projekte auf, für deren Entwicklung ein Preisgeld winkt. Die Beträge reichen dabei von wenigen hundert bis zu mehreren tausend US-Dollar. Neben weniger bekannten Sponsoren loben auch Branchengrößen wie Mark Shuttleworth mit Ubuntu oder Schooltools Preisgelder aus. Wer als Entwickler ein paar Euro nebenher verdienen will, sollte vorbeischauen.

Keine Veranstaltung ohne einprägsames Logo, dachten sich die Veranstalter des Seifenkistenrennens Race-against-Root und riefen einen Artwork Contest (http://www.race-against-root.org/72.0.html) aus. Bis zum 7. April sind Vorschläge mit Seifenkisten-Bildern willkommen. Welche Vorgaben für die Grafik gelten, entnehmen Teilnehmer der Web-Seite der Veranstalter. Der Sieger des Contest wird auf dem LinuxTag 2006 präsentiert. Das Logo ziert dann das offizielle Plakat für das Rennen im September. Für die drei besten Illustrationen gibt es Sachpreise.

Im Wine-Wiki (http://wiki.winehq.org/) finden sich eine Reihe von Benchmark-Ergebnissen (http://wiki.winehq.org/BenchMark), die Gerüchten um eine mangelnde Performance von Wine den Garaus machen sollen. Die Ergebnisse mit der Version 20050419 zeigen, dass Wine es in vielen – wenn auch nicht in allen – Bereichen mit Windows XP aufnehmen kann. Besonders beim auf Anwendungen getrimmten Benchmark PC Mark 2004, und dort beim Komprimieren von Daten oder dem Virenscan, macht Wine gegenüber XP Boden gut. Bei grafischen Aufgaben wie dem Abspielen von Videoformaten oder bei 3D-Benchmarks hat Windows XP die Nase vorn. Dass die Ergebnisse stark vom jeweils verwendeten Testverfahren abhängen, zeigt der 3DMark-Test. In der Version 3DMark 2000 1.1 konnte Wine noch mithalten, beim aktuelleren 3DMark 2001SE nicht. Um die weitere Entwicklung von Wine besser zu beleuchten, sollen die Benchmarks alle sechs Monate aktualisiert werden.

Seit Mitte Januar ist eine Testversion des kommenden Samba 4.0 (http://www.samba.org) verfügbar. Die Entwickler raten zwar im Augenblick noch nicht zum Einsatz in Produktionsumgebungen, sind aber dennoch für jedes Feedback dankbar. Highlights der kommenden Version sind ein verbessertes virtuelles Dateisystem, das die Windows-Zugriffsrechte voll unterstützt, ein integrierter LDAP-Server, der das Active Directory-System bereitsstellen soll, sowie eine Javascript-Schnittstelle. Außerdem entwickelten die Programmierer das Konfigurationsprogramm Swat von Grund auf neu.

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