Neue Festplattentechnik vereint die Vorteile von SSDs und HDDs

Neue Festplattentechnik vereint die Vorteile von SSDs und HDDs

Seagate stellt Hybrid-Platte Momentus XT vor

Eine Notebook-Festplatte, die fast so schnell ist wie eine SSD, die aber den Preis und die Kapazität einer magnetischen Platte hat, verspricht Seagate mit der Momentus XT – unabhängig vom Betriebssystem.

Die Technik von Hybrid-Festplatten, die magnetische Speicherplatten mit Flash-Speicher verheiraten, ist nicht neu. Nachdem die Ansätze von Intel (TurboMemory) und Microsoft (ReadyDrive) jedoch wenig erfolgreich waren, probiert der Festplattenhersteller Seagate nun einen neuen Ansatz: “Adaptive Memory” nennt Seagate die neue Technik, die im Gegensatz zum Microsoft-exklusiven Readydrive völlig vom Betriebs- und Dateisystem unabhängig ist. Der Controller auf der Festplatte entscheidet selbständig, welche Blöcke im 4 GByte großen SLC-Flashspeicher der von Seagate als SSHD (Solid State Hybrid Drive) bezeichneten Momentus XT vorgehalten werden. Nach außen präsentiert sie sich als ganz normale Festplatte.

Beim ersten Laden von Daten entspricht die Performance noch der einer herkömmlichen Festplatte, aber schon beim zweiten Ladevorgang des unveränderten Blocks wird es dank “Adaptive Memory” deutlich schneller, schon fast die maximal mögliche, SSD-ähnliche Geschwindigkeit. Der Controller entscheidet im Betrieb ständig neu, welche Daten im Flash gespeichert werden. Wie gut das in der Praxis funktioniert wird sich zeigen müssen. Insbesondere beim Kompilieren, wofür Linux-User SSDs sehr schätzen, werden Dateien ständig neu erzeugt, so dass der Ansatz hier eventuell nicht so gut greift. Für Webserver mit vielen statischen Dateien sollte sich die Technik jedoch beispielsweise ideal eignen. Die 4 GByte fungieren schlussendlich als sehr großer persistenter und intelligenter Lese-Cache — was kein Nachteil ist, denn insbesondere beim Schreiben sind SSDs aufgrund der verwendeten Technik oftmals sogar langsamer als herkömmliche Festplatten, wir maßen 100MByte/s für eine Intel X25-SSD, während eine Seagate Barracuda XT rund 120 MByte/s schaffte — dies ist allerdings eine 3.5″-Festplatte, bei 2.5″-Platten sind momentan rund 80 Mbyte/s das Maximum, so dass SSDs hier ein Viertel schneller sind beim Schreiben.

Seagate nennt die Momentus XT “die weltweit schnellste Festplatte für Notebooks” (hierbei sollte man bedenken, dass SSDs technisch nicht als Festplatten gelten) und behauptet, dass Betriebssystem- und Programmstarts dadurch um “bis zu 100% schneller” ablaufen als mit herkömmlichen 5400 U/min Festplatten. Wie sich die Momentus XT unter Linux mit den dort gängigen Dateisystemen schlägt, werden wir im Testlabor überprüfen, sobald wir ein Testgerät erhalten.

Die 2,5″ Momentus XT gibt es in Größen von 250, 320 und 500 GByte, sie dreht mit 7200 U/min und verfügt zusätzlich über 32 MByte herkömmlichen volatilen Cache. Da die Festplatte in weiten Teilen so funktioniert wie herkömmliche magnetische HDs, besteht im Gegensatz zu bisherigen Hybrid-Festplatten laut Seagate kein Unterschied im Stromverbrauch, der Geräuschentwicklung oder der Anfälligkeit für G-Kräfte. Eine Momentus XT mit 250 GByte kostet 95 EUR, das 320 GByte-Modell 110 EUR, die Top-Variante mit 500 GByte 130 EUR. Asus hat bereits für sein Highend-Gaming-Notebook G73Jh angekündigt, die Momentus XT als Konfigurationsoption anzubieten.

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Andreas
15 Jahre her

Gabs mittlerweile einen Test unter Linux? Bringt es etwas?

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