Distributionen

Aus LinuxUser 06/2010

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Distributions-News

Allianz der User

Die deutschen und französischen Mandriva-Communities arbeiten in Zukunft eng zusammen, um dem nicht immer kooperativen Distributor gegenüber ihren Interessen mehr Gewicht zu verleihen. Das haben auf einem Treffen am Rand der Messe Solutions Linux in Paris die Vertreter von MandrivaUser.de (http://www.mandrivauser.de) und dessen frankophonen Pendant AUFML (http://www.mandrivafr.org) beschlossen. Dazu wollen die beiden Anwendergemeinschaften künftig in enger Abstimmung miteinander ihre Interessen bei Gesprächen mit der Mandriva SA (http://www.mandriva.com) zusammen vertreten und bei Projekten kooperieren. Mittelfristig will man die Ressourcen der beiden Organisationen auf mehreren Ebenen vereinen (http://www.mandrivauser.de/wordpress/?p=575). Auf deutscher Seite führte Wolfgang wobo Bornath die Gespräche, der ehemalige deutsche Community-Manager von Mandriva und Gründer von MandrivaUser.de. Die AUFML vertraten die Präsidiumsmitglieder Olivier goom Méjean, Frédéric fredxx Cuif sowie deren Generalsekretär Raphaël AshLeDombos Jadot.

Das im Oktober 2003 gegründete Projekt MandrivaUser.de ist ein nicht kommerzielles unabhängiges Projekt der deutschsprachigen Benutzer von Mandriva Linux zur gegenseitigen Unterstützung und zur Verbreitung von Open-Source-Software, Mandriva Linux und Linux allgemein in Deutschland. Die AUFML – das Kürzel steht für “Association des Utilisateurs Francophones de Mandriva Linux” – ist eine ebenfalls nicht kommerzielle Organisation der französischsprachigen Mandriva-Anwender, deren Ziele in der Verbreitung von Mandriva Linux und freier Software sowie der Organisation von und Teilnahme an Events in diesem Bereich liegen.

Gipfel der Mandriva-Anwenderorganisationen auf der Solutions Linux in Paris. Von links: <code><p id=wobo Bornath, goom Méjean und fredxx Cuif.” width=”300″ height=”232″ /> Gipfel der Mandriva-Anwenderorganisationen auf der Solutions Linux in Paris. Von links: wobo Bornath, goom Méjean und fredxx Cuif.

Neuer Chef bei Debian

Die Debian-Entwickler haben den Italiener Stefano Zacchiroli alias Zack zum neuen Debian Project Leader (DPL) gewählt (http://www.debian.org/News/2010/20100416). Zacchiroli setzte sich bei der Wahl mit deutlichem Abstand gegen die Konkurrenz von Wouter Verhelst, Margarita Manterola und Charles Plessy durch. Damit löst er Steve McIntyre ab, der den Posten seit 2008 inne hatte und nicht mehr für eine dritte Amtsperiode kandidieren wollte. Neugierige können am 10. Juni in Berlin einen Blick auf den neuen DPL werfen: Zacchiroli (http://upsilon.cc/~zack/) eröffnet dort die im Rahmen des diesjährigen Linuxtags stattfindende Mini-DebConf mit einer Keynote.

Salix Live 13

Hinter Salix OS (http://www.salixos.org) steht die Idee, einen schlanken, schnellen und einfach zu bedienenden Desktop auf Slackware-Basis aufzusetzen – Motto: “The Bonsai OS”. Als Basis des aktuellen Release 13 der Distribution dienen Kernel 2.6.29.6 und X.org 1.6.3, als Desktop kommt XFCE 4.6.1 zum Einsatz. Zur Software-Ausstattung zählen unter anderem Firefox 3.5.6, Gimp 2.6.8 und OpenOffice 3.1.1. Für das Paketmanagement zeichnen slapt-get beziehungsweise dessen grafisches Frontend Gslapt verantwortlich.

Salix Live 13.0 (auf Heft-DVD) bringt die komplette Ausstattung von Salix 13.0.2 auf eine Live-CD. Dabei sorgt bei Bedarf der sogenannte Persistence Wizard dafür, dass Einstellungen und erzeugte Daten in einer eigenen Partition auf der Festplatte erhalten bleiben. Salix Live lässt sich auch auf einem USB-Stick installieren sowie über eine grafische Installationsroutine direkt auf einer Harddisk einrichten. Nähere Hinweise dazu liefert ein Startup-Guide unter http://www.salixos.org/wiki/index.php/Salix_Live#Startup_Guide.

So schön kann Slackware sein: Das mit einem XFCE-Desktop und peppigen Artwork ausgestattete Salix Live 13.0 gibt sich schlank, schnell und komplett ausgestattet.

So schön kann Slackware sein: Das mit einem XFCE-Desktop und peppigen Artwork ausgestattete Salix Live 13.0 gibt sich schlank, schnell und komplett ausgestattet.

Mediacenter Mythdora 12.23

Bereits seit 2005 beschäftigt sich das Mythdora-Projekt (http://www.mythdora.com) damit, die jeweils aktuellen Versionen von Fedora und MythTV unter einem Distributionsdach zusammenzubringen, um dem Anwender das Einrichten eines leistungsfähigen Home-Theater-PCs zu erleichtern. Das jüngste Kind des Projekts ist Mythdora 12.23, das – wie der Name schon andeutet – auf Fedora 12 basiert und dessen sämtliche bislang aufgelaufenen Aktualisierungen mitbringt.

Als Basis dient Kernel 2.6.32.11-99, MythTV liegt in der Version 0.23-rc2+ vor. Als Desktops stehen neben den üblichen Verdächtigen Gnome und KDE auch die Lightweight-Varianten XFCE und LXDE sowie für Puristen Ratpoison zur Auswahl. Angesichts des Einsatzzwecks darf die Hardwarebasis für Mythdora allerdings nicht allzu schmalbrüstig ausfallen; 512 MByte RAM und 15 GByte freier Festplattenplatz markieren hier den unteren Anschlag. Mythdora 12.23 steht in DVD-Varianten für 32-Bit- (auch auf Heft-DVD) und 64-Bit-PCs auf den Projektseiten zum Download bereit.

Fast pünktlich: Ubuntu 10.04

Nach sechs Monaten Entwicklung und einigen Hotfixes in letzter Minute hat Canonical mit leichter Verspätung in den Morgenstunden des 30. April 2010 Ubuntu 10.04 LTS zum Download freigegeben (http://www.ubuntu.com). Neben einer nicht unumstrittenen, runderneuerten Oberfläche bringt “Lucid Lynx” auch unter der Haube einige Veränderungen mit, wie etwa den Ersatz von HAL durch Udev. Fast gleichzeitig mit dem Original erschienen auch die Varianten und Derivate Kubuntu (KDE), Xubuntu (XFCE), Edubuntu (Bildung), Ubuntu Rescue Remix (Rettungssystem), Mythbuntu (MythTV), Ubuntu Studio (Multimedia-Desktop) und Ultimate Edition (umfangreiche Extras) in der neuesten Version. Viele andere werden in den nächsten Wochen folgen. Die CD- und die Netbook-Remix-Varianten von Ubuntu 10.04 finden Sie auf der Heft-DVD zu dieser Ausgabe.

Nicht nur unter der Haube, sondern auch auf der Oberfläche von Ubuntu 10.04 hat Canonical kräftig umgerührt – was nicht jedermann freut.

Nicht nur unter der Haube, sondern auch auf der Oberfläche von Ubuntu 10.04 hat Canonical kräftig umgerührt – was nicht jedermann freut.

VDPAU für OpenSuse 11.3

Seit Ende April gibt es im Factory-Repository von OpenSuse das Paket libvdpau. Zusammen mit den Nvidia-Treibern sorgt es für GPU-beschleunigtes Video-Playback. Damit lassen sich auch auf CPU-schwachen Rechnern Videos in HD-Qualität wiedergeben. Das Paket stammt vom OpenSuse-Entwickler Stefan Dirsch, der plant, libvdpau in das Mitte Juli erscheinende OpenSuse 11.3 einzubringen. Entsprechende Anpassungen am Paket x11-video-nvidiaG02 hat er dazu bereits vorgenommen. Wer das GPU-beschleunigte Video-Playback ausprobieren möchte, muss allerdings den Nvidia-Treiber von Hand kompilieren. Eine entsprechende Anleitung für den OpenSuse-Build-Service befindet sich im Quellcode von nvidia-gfxG02 in de Datei README.

Kurz notiert

Auf den Namen “Grmlmonster” hört Grml 2010.04 (http://www.grml.org), die neueste Version der Distribution für Texttool-Anwender und Administratoren. Neben einer allgemeinen Frischzellenkur für die Software spendierten die Entwickler dem Release eine Reihe nützlicher neuer Boot-Optionen.

Die unabhängig entwickelte Distribution Yoper Linux 2010 (http://www.yoper.com) glänzt mit dem topaktuellen Kernel 2.6.33 und einem auf den Desktop-Einsatz hin optimierten, alternativen Scheduler. Als Benutzeroberfläche stehen KDE 3 und 4 sowie XFCE und LXDE zur Auswahl.

Für die vom 15. bis 17. Oktober 2010 in Leipzig stattfindende Ubuntu-Community-Konferenz Ubucon 2010 (http://ubucon.de) suchen die Veranstalter noch Vorträge und Workshops. Themenvorschläge kann man noch bis zum 15. August unter idee@ubucon.de einreichen.

Der Hacker planetbeing hat Android erfolgreich auf das iPhone portiert: Mit dem Bootloader Openiboot und dem rund 40 MByte großen iDroid-Abbild lässt sich ein iPhone in ein Linux-Handy verwandeln (http://linuxoniphone.blogspot.com).

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