Neues rund um Linux

Aus LinuxUser 10/2009

Neues rund um Linux

Aktuelles

N900: Nokias neues Internet-Tablet

Nokia erweitert seine mit Linux bestückten Internet-Tablets mit dem N900 (http://maemo.nokia.com/n900) um ein neues Gerät. Als grafische Oberfläche kommt Maemo zum Einsatz. Anders als die bisherigen Tablets kann das N900 nun in die Mobilfunknetze (GSM/UMTS) funken und ist nicht mehr wie die Vorgänger N800 und N810 ausschließlich auf WLAN-Verbindungen angewiesen.

Das N900 bringt einen 3,5-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von 800×400 Pixeln und eine ausklappbare Tastatur mit. Mit dem N900 verwandelt Nokia sein neuestes Internet-Tablet in ein Smartphone, das über die in diesem Segment inzwischen üblichen Ingredenzien wie 5-Megapixel-Kamera, (A-)GPS und Radioempfänger verfügt. Das Gerät bringt 32 MByte internen Speicher mit, 1 GByte steht für Anwendungen zur Verfügung (256 MByte RAM, 768 MByte virtueller Speicher).

Waren die Vorgänger noch eher als eine Art Tischgerät konzipiert, passt das N900 mit Dimensionen von 110x60x18 Millimeter bei 181 Gramm Gewicht tatsächlich in die Hemdtasche. Die Verfügbarkeit gibt Nokia mit “coming soon” an, und auch zum Preis gab es bei Drucklegung noch keine Angaben.

Nokias neues N900 auf Maemo-Basis koppelt Internet-Tablet- und Mobiltelefonie-Fähigkeiten.

Nokias neues N900 auf Maemo-Basis koppelt Internet-Tablet- und Mobiltelefonie-Fähigkeiten.

KDE fliegt sicher

Bei Start und Landung eines Flugzeugs müssen bekanntlich sämtliche elektronischen Geräte ausgeschaltet sein. Doch während eines längeren Flugs lässt sich problemlos mit einem Notebook arbeiten – sofern man WLAN, Bluetooth und 3G-Geräte deaktiviert. Ein Applet namens Kairmode macht das jetzt unter KDE möglich.

Eigentlich plante der Kubuntu-Entwickler Richard Johnson sein Applet (http://tinyurl.com/lu0910-kairmode) nur für die Kubuntu Netbook Edition, doch das Programm, das sämtlichen drahtlosen Kommunikationsgeräten den Strom ausschaltet, eignet sich auch für das normale Kubuntu: Es trägt nicht nur zur Sicherheit in Flugzeugen bei, sondern wirkt sich auch positiv auf die Akkulaufzeit von Note- und Netbooks aus. Rechtzeitig vor dem Feature Freeze für Version 9.10 hielt das Applet nun in Kubuntu Einzug. Es unterstützt zurzeit erst WLAN und Bluetooth, der Entwickler will es aber in späteren Versionen auch für 3G-Geräte ausbauen.

Airliner-Modus: Kairmode schaltet drahtlose Geräte einzeln oder kombiniert aus.

Airliner-Modus: Kairmode schaltet drahtlose Geräte einzeln oder kombiniert aus.

7. Kieler Linux- und Open-Source-Tage

Unter dem Motto “Linux erleben, Linux erkunden, Linux mitgestalten” wenden sich die 7. Kieler Linux- und Open-Source-Tage (http://www.kielux.de) am 2. und 3. Oktober sowohl an Anfänger ohne Linuxerfahrung als auch an die Profis. Im KITZ in der Schauenburgerstraße 116, 24118 Kiel, erhalten Besucher jeweils von 10 bis 17 Uhr interessante Einblicke in die unzähligen Möglichkeiten von Linux und freier Software. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung umfasst ein umfangreiches Vortragsprogramm am 2. Oktober sowie eine von den Besuchern selbst gestalteten (Un-)Konferenz am 3. Oktober. An beiden Tagen ein komplett eingerichtetes Musterbüro für das Ausprobieren von Linux-Anwendungen auf dem Desktop zur Verfügung, wahlweise unter fachkundiger Anleitung oder zum selbstständigen Erkunden. An Ständen von Firmen und freien Projekten können sich die Besucher darüber hinaus über Linux-Produkte informieren oder allgemeine Fragen zu Linux und Open Source stellen.

Zusätzlich bietet Toppoint e.V. am Sonntag, den 4. Oktober in den Vereinsräumen in der Eckernförder Straße 20 eine Linux-Installationsparty für alle an, die beim Einrichten von Linux auf dem eigenen Rechner Hilfe benötigen.

Dell: Keine höhere Rückgaberate bei Linux-Netbooks

Mit Linux betriebene Netbooks werden entgegen anders lautender Behauptungen aus Redmond keineswegs öfter zurückgegeben als solche mit Windows – zumindest, soweit es Dell-Geräte betrifft. Das stellte Todd Finch, Senior Product Marketing Manager beim zweitgrößten PC-Hersteller der Welt, auf der OpenSource World in San Francisco klar. Microsofts Behauptung, die Kunden gäben Linux-Netbooks vier bis fünf Mal häufiger zuruck als mit Windows ausgestattete Mini-Notebooks, bezeichnete Finch als “viel Lärm um nichts”.

Zudem basierten die Rückläufe in aller Regel nicht auf technischen Problemen, sondern darauf, dass die von den besonders günstigen Preisen der Linux-Netbooks angelockten Kunden oft übersähen, dass auf den Geräten nicht das von ihnen eigentlich gewünschte Windows installiert sei. Die Rückgabequote von Linux-Netbooks sei daher bei Dell “kein Thema”, so Finch. Der Hersteller sei vielmehr äußerst zufrieden mit der Stabilität und Qualität von Linux.

Dell bietet derzeit drei Systeme mit vorinstalliertem Ubuntu 8.04 LTS an: das Atom-Netbook Mini 10v sowie den Laptop Inspiron 15n und die mobile Workstation XPS M1330n, beide mit Core-2-Duo-Prozessoren. Nicht alle der Geräte sind in jedem Land erhältlich – so offeriert Dell hierzulande beispielsweise nur den Mini 10v mit Linux.

Dell-Netbooks mit Linux haben keine höhere Rücklaufrate als die äquivalenten Windows-Versionen.

Dell-Netbooks mit Linux haben keine höhere Rücklaufrate als die äquivalenten Windows-Versionen.

Software Freedom Day in Hamburg

Den Software Freedom Day 2009 begeht der Barmbeker Linux-Stammtisch am 19. September, indem er im Bürgerhaus in Hamburg-Barmbek umfassend über die Vorzüge von freier und Open-Source-Software informiert (http://www.lug-balista.de/sfd.html). Dazu gibt es von 10 bis 18 Uhr ein kostenloses Vortragsprogramm sowie Informationsstände zu vielen Softwareprojekten. Ab 12 Uhr findet zudem eine Keysigning-Party statt.

Longene aufgefrischt

Der Linux Unified Kernel alias “Longene” (http://www.unifiedkernel.com/en/index.php), der Windows-Software direkt ausführen können soll, ist Anfang September in Version 0.2.4.1 erschienen. Mit der neuen Version heben die Entwickler die Kernelversion auf Kernel 2.6.30 an und korrigierten ein paar Fehler im Speicher- und Prozess-Management. Neben dem Quellcode gibt es für Red Flag, Fedora und Ubuntu auch fertige Pakete des Kernels zum Download, sodass ein Patchen nicht weiter nötig ist. Im nächsten Release wollen die Entwickler auch Mehrkernmaschinen unterstützen und Support für das Dateisystem Ext4 einbauen.

Kernel-Lücke blieb acht Jahre lang unentdeckt

Mitte August wurde ein Kernel-Bug bei der Initialisierung von Sockets für die Netzwerkkommunikation entdeckt, der es lokalen Angreifern erlaubte, Code mit Root-Rechten auszuführen. Das Pikante daran: Die Sicherheitslücke betraf fast alle Kernel der 2.4er- und 2.6er-Serie und bestand bereits seit 2001.

Ursache war eine Null-Pointer-Dereferenzierung, die auftrat, wenn bei der Initialisierung des Sockets eine nicht implementierte Funktion aufgerufen wurde. Über Zeiger sollten solche Anforderungen eigentlich auf eine entsprechende Handling-Routine umgebogen werden, doch lassen offenbar manche Protokolle diese Pointer uninitialisiert. Dazu zählen nach derzeitigem Kenntnisstand auf jeden Fall Appletalk, IPX, X.25, IrDA, Bluetooth, ISDN, AX25, SCTP via IPv6 und IUCV, doch könnten auch noch andere die Schwachstelle aufweisen.

Der Kernel prüft in den meisten relevanten Funktionen vor Ausführung, ob ein valider Funktionszeiger übergeben wurde. Die Routine sock_sendpage() jedoch unterließ diesen Test und akzeptierte den Null-Pointer. So konnte ein Angreifer seinen Schadcode einfach in der ersten Page übergeben und mit Root-Rechten zur Ausführung bringen. Eine solche Attacke setzt allerdings voraus, dass der Angreifer auf dem System bereits über das Recht zum Ausführen von Code als Benutzer verfügt. Remote ließ sich der Bug also nicht ausnutzen.

Nach Bekanntgabe der Sicherheitslücke gaben die Linux-Entwickler sehr schnell die Kernel-Versionen 2.6.27.30 und 2.6.30.5 frei, die den Fehler bereinigen. Auch die meisten Distributionen haben inzwischen Kernel-Aktualisierungen ausgeliefert, die den Bug nicht mehr enthalten.

Tuxera schließt ExFAT-Patentabkommen

Tuxera, das finnische Unternehmen hinter dem Open-Source-Treiber NTFS-3G, hat auf eigene Initiative ein Abkommen mit Microsoft zu ExFAT-Treibern abgeschlossen. Auf dieser Basis erhalten die Entwickler Zugang zu den technischen Daten und Test-Tools des Microsoft-eigenen ExFAT-Treibers. Tuxera (http://www.tuxera.com) will Linux-Treiber für OEMs anbieten, die ExFAT für die Flash-Speicher in zahlreichen Elektronikgeräten verwenden. Das System erlaubt Dateigrößen jenseits von 4 GByte, der Grenze für FAT32. Die SD Card Association, ein Verband der SD-Kartenunternehmen, hat das Microsoft-Dateisystem zum Standard für SDXC-Karten gewählt.

Kurz notiert

Das Programm für den ersten deutschsprachigen Open-Office-Kongress (http://www.ooodev.org/oookwv/) am 6. und 7. Oktober 2009 steht. Die kostenpflichtige Veranstaltung in Wiesbaden richtet sich an Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung.

Für Linux gibt es nun eine 64-Bit-Testversion des Google-Browsers Chrome, einen nativen 64-Bit-Build für Ubuntu stellt ein Personal Package Archive im Ubuntu Launchpad bereit (https://launchpad.net/~chromium-daily/+archive/ppa). Eine Windows-Version wird es erst später geben.

Die neue Version Lyx 1.6.4 (http://www.lyx.org/announce/1_6_4.txt) der auf LaTeX basierenden KDE-Textverarbeitung verbessert vor allem die Stabilität unter KDE 4.x. Die Entwickler behoben zudem weitere Fehler, die teils zu Datenverlusten führen konnten. Ein Update wird deshalb dringend empfohlen.

Mit zahlreichen Verbesserungen wartet der freie Druckserver CUPS 1.4.0 auf. Zudem umfasst das Common Unix Printing System in der neuen Version nun auch gleich das Driver Development Kit (http://www.cups.org/articles.php?L588).

Nach knapp zwei Jahren Entwicklungsarbeit haben die Entwickler die freie DTP-Software Scribus 1.3.5.1 freigegeben (http://www.scribus.net/?q=node/193). Zu den wichtigsten Neuerungen zählen die Umstellung auf Qt4 sowie so genannte Render Frames, in Scribus Markup-Sprachen wie LaTeX rendern kann.

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