Anydesk als Konkurrenz zu Teamviewer

Aus der Ferne

Beim Administrieren entfernter Rechner und bei der kollaborativen Arbeit kommt häufig Remote-Control-Software zum Einsatz. Anydesk will in dieser Nische mit einem innovativen technischen Konzept Fuß fassen.

Viele fortgeschrittene PC-Anwender bieten in der Familie und im Freundeskreis ihre Unterstützung beim Verwalten und Pflegen der Computer an. Gilt es dabei, größere Entfernungen zu überbrücken, kommen meist Fernwartungsprogramme ins Spiel, sogenannte Remote-Desktop-Programme. Dabei bildet die Software, vereinfacht dargestellt, den Desktop des entfernten Rechners auf dem lokalen Bildschirm ab, sodass der Helfer so auf dem Fremdrechner arbeiten kann, als säße er selbst davor. Zu den typischen Fähigkeiten dieser Softwaregattung zählen Bildschirmfreigabe, Fernwartung und Dateitransfer; oft gestatten sie auch noch Audio- und Video-Chats.

Konkurrenz

Als Platzhirsch unter den Remote-Desktop-Anwendungen gilt die proprietäre deutsche Software Teamviewer [1]. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren eine komfortable Position im Markt erarbeitet und bietet seine Software für den privaten Gebrauch kostenlos an. Vor rund zwei Jahren erwuchs dem Unternehmen Konkurrenz aus den eigenen Reihen: Drei ehemalige Mitarbeiter brachten die ebenfalls proprietäre Eigenentwicklung Anydesk [2] auf den Markt, die dieser Artikel beschreibt. Vollmundig behaupten sie, mit Anydesk die schnellste Remote-Desktop-Anwendung der Welt anzubieten und damit der Arbeit an entfernten Rechnern neue Dimensionen zu verleihen. Die hinter der Software stehende Entwicklerfirma Philandro sieht die Software als erste einer Reihe von Produkten, die die Privatsphäre schützen und Dienste aus der Cloud zurück in private Hände bringen will.

Nach dem Ende der einjährigen Beta-Phase für die Windows-Version im Sommer 2015 erschien im November eine Beta-Version für Linux und BSD-Derivate. Sie trägt inzwischen trotz des Beta-Status die gleiche Versionsnummer 2.1.1 wie der Windows-Ableger. Anydesk stellt seine Software als Tarball mit den Quellen sowie in Form von Paketen für Debian und dessen Ableger, verschiedene Fedora-Versionen, Red Hat Enterprise Linux (RHEL), Mageia, OpenSuse und Suse Linux Enterprise Server (SLES) bereit. Varianten für weitere Plattformen, darunter Mac OS X, iOS und Android, befinden sich bereits in der Entwicklung; einen Veröffentlichungstermin nannten die Entwickler bisher jedoch nicht.

Vergleichswerte

Wir testeten die aktuelle Version für Debian und Windows im Zusammenspiel mit verschiedenen Linux-Gästen sowie Windows 7 und 10. Dabei verzichteten wir auf Benchmarks zwischen den Bewerbern: Das ist auch gar nicht nötig, um festzustellen, dass der Prüfling schneller und ruckelfreier als die Konkurrenz arbeitet oder ein klareres Bild zeigt.

Der Hersteller bietet eigene Benchmark-Ergebnisse in einem PDF-Dokument zum Download [3] an, die Sie aber aus naheliegenden Gründen mit Vorsicht genießen sollten. Darin traten Teamviewer, RDP, Google Remote Desktop, Screen Hero, Splashtop und Anydesk gegeneinander an.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Teamviewer 6 für Linux und Android
    Mit der Teamviewer-App für Android greifen Sie jetzt bequem auch von Unterwegs auf Ihren heimischen Rechner zu.
  • Ferngesteuert
    Teamviewer demonstriert eindrucksvoll, wie einfach Fernwartung auch über Router und Firewalls hinweg funktionieren kann. Jetzt gibt es die beliebte Software auch für Linux.
  • Teamviewer in Version 8 erschienen

    Nach den Versionen für Windows und Mac OS X hat die Teamviewer GmbH jetzt auch die Linux-Fassung ihrer Software für Fernwartung und Online-Meetings freigegeben.
  • Grafische Fernwartung leicht gemacht
    Schon 60 Millionen User nutzen die Fernwartungslösung TeamViewer unter Windows und Mac OS. Seit Mitte 2009 kann man auch Linux-Rechner plattformübergreifend steuern – oder steuern lassen.
  • Remote-Control-Software für Linux, MacOS und Windows
    Schon rund 60 Millionen User weltweit nutzen die für Privatanwender kostenlose Fernwartungs-Lösung unter Windows und MacOS. Nun kann man auch Linux-Rechner fernwarten - beziehungsweise fernwarten lassen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2016: Neue Desktops

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Brother Drucker DCP-J4120
Achim Zerrer, 09.12.2016 18:08, 0 Antworten
Hallo, ich wollte unter Leap 42.1 den Brother Drucker installieren und dazu das PPD- Datei vom do...
Drucker Epson XP-332 unter ubuntu 14.04 einrichten
Andrea Wagenblast, 30.11.2016 22:07, 2 Antworten
Hallo, habe vergeblich versucht mein Multifunktionsgerät Epson XP-332 als neuen Drucker unter...
Apricity Gnome unter Win 10 via VirtualBox
André Driesel, 30.11.2016 06:28, 2 Antworten
Halo Leute, ich versuche hier schon seit mehreren Tagen Apricity OS Gnome via VirtualBox zum l...
EYE of Gnome
FRank Schubert, 15.11.2016 20:06, 2 Antworten
Hallo, EOG öffnet Fotos nur in der Größenordnung 4000 × 3000 Pixel. Größere Fotos werden nic...
Kamera mit Notebook koppeln
Karl Spiegel, 12.11.2016 15:02, 2 Antworten
Hi, Fotografen ich werde eine SONY alpha 77ii bekommen, und möchte die LifeView-Möglichkeit nu...