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Aus dem LFS-Baukasten: NuTyX 15.05

Eigenwillig

Die unabhängige französische Distribution NuTyX entsteht direkt aus den GNU- und Linux-Quelltexten. Sie glänzt nicht nur durch Performance, sondern auch durch etliche Innovationen.

Mehrere Hundert verschiedene Distributionen buhlen um die Gunst der Anwender. Viele davon nutzen eines der etablierten Systeme als Basis und weisen deshalb sehr viele Merkmale des Originals auf. Einen ganz eigenständigen Weg beschreitet das ursprünglich aus der Schweiz stammende und nun in Frankreich weiterentwickelte NuTyX [1]: Die aktuell in Version 15.05 vorliegende Distribution entsteht in eigener Regie auf Basis von Linux from Scratch und verfügt über ein eigenes Paketmanagement mit separaten Repositories.

Erster Eindruck

NuTyX fällt bereits beim Herunterladen des ISO-Images aus dem Rahmen: Während viele Distributionen inzwischen einen Umfang von 2 bis 3 GByte aufweisen, kommt NuTyX mit einem ISO-Image von lediglich rund 200 MByte daher, das bequem auf eine CD oder einen älteren USB-Stick passt. Die Abbilddatei enthält neben dem eigentlichen Betriebssystem mit grundlegenden Tools und dem Paketmanager noch eine Installationsroutine sowie den Bootmanager Grub. Grafische Oberflächen fehlen ebenso wie die großen Büroprogramme, Webbrowser oder auch multimediale Applikationen.

Da NuTyX keinen Live-Betrieb kennt, startet die frisch gebrannte CD sofort die Installationsroutine. Hier gilt es, zunächst eine Sprachauswahl zu treffen, wobei die deutsche Lokalisierung noch etwas abenteuerlich ausfällt. Es empfiehlt sich trotzdem, den Installer auf die deutsche Sprache einzustellen, da NuTyX die Hilfsprogramme dann in Deutsch lädt. Anschließend verzweigt die Routine in ein Fenster mit unterschiedlichen Installationsoptionen: Hier präparieren Sie nicht nur die Massenspeicher, sondern konfigurieren auch den Bootmanager und die Netzwerkverbindung (Abbildung 1).

Abbildung 1: Nicht schön, aber funktional: die Installationsroutine von NuTyX.

Sofern bislang ein anderes Betriebssystem auf der Festplatte installiert war, sollten Sie diese zunächst neu partitionieren. NuTyX startet dabei nach Aufruf der Option Partitioning wahlweise Fdisk oder Cfdisk. Nach Fertigstellung versehen Sie die neue Partition über den Menüpunkt Format mit einem Dateisystem, wobei die Routine eine stattliche Anzahl davon unterstützt.

Installation

Danach empfiehlt es sich, unter Keyboard die Tastaturbelegung an die deutsche Sprache anzupassen. Anschließend leiten Sie über den Menüpunkt Install die Systemeinrichtung ein. Die Routine fragt noch einige Parameter ab, wie Datum und Uhrzeit, den Speicherort des Bootloaders sowie die Netzwerkkonfiguration, und leitet Sie nach Fertigstellung an einen Login-Prompt. Hier geben Sie als Benutzernamen root und als Passwort nutyx ein. Das Betriebssystem startet daraufhin eine Routine zur Modifikation des Standard-Passworts für den Administrator.

Da der NuTyX-Installer keine weiteren Benutzer anlegt, sollten Sie zunächst einen zusätzlichen Anwender definieren, damit Sie nicht permanent mit Administratorrechten arbeiten müssen. NuTyX bietet dazu den Befehl nu. Nach dessen Eingabe fragt das System nach dem neuen Benutzernamen und anschließend nach dem zugehörigen Passwort. Nach der Bestätigung des Kennworts steht der neue Nutzer im System bereit.

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