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© serezniy, 123RF

Frischer Aufguss

Point Linux 13.04: "Wheezy" mit Maté-Desktop

17.07.2013 Sie vermissen das unaufdringliche Gnome 2 und suchen ein schnelles, kompaktes und stabiles Arbeitsplatz-Linux? Dann ist Point Linux genau das Richtige für Sie.

Als Kombination von Debian mit einem Maté-Desktop entstand Anfang 2013 die neue Distribution Point Linux [1]. In der aktuellen Version 13.04.1 basiert sie auf dem jüngst erschienenen Debian 7 "Wheezy" und dem Maté-Release 1.4.2 (Abbildung 1). Als reichhaltiger Software-Fundus stehen die Debian-Paketquellen zur Verfügung, zusätzlich pflegen die Point-Entwickler auch ein distributionseigenes Repository.

Abbildung 1

Abbildung 1: Konservativ und unspektakulär: Point Linux kombiniert Debian  7 "Wheezy" als Unterbau mit dem von Gnome 2 abstammenden Maté-Desktop.

Den Bootscreen haben sich die Entwickler bei Fedora/CentOS "abgeschaut", er zeigt den Boot-Fortschritt ohne aufwendige Animationen. Als Login-Manager dient LightDM, als grafische Paketverwaltung kommt das bewährte und ausgereifte Synaptic zum Einsatz. Der Compositing-Manager Compiz findet sich zwar in den Repositories, doch Point Linux installiert ihn nicht standardmäßig, da die Distribution auf Schnelligkeit und Kompaktheit setzt.

Für den Büro-Einsatz ist die LibreOffice-Version 4.0.3.3 mit an Bord, in Sachen Kommunikation mit der Außenwelt setzt Point Linux auf Firefox 21 und Thunderbird 17.05. Bei den Grafiktools beschränkt sich die Distribution auf LibreOffice Draw und den Bildbetrachter EOM. An Internet-Tools finden sich der IM-Client Pidgin und der vielseitige Remote-Desktop-Client Remmina. Der Multimedia-Bereich bleibt mit Brasero und VLC als Mediaplayer übersichtlich, aber durchaus ausreichend ausgestattet. Ebenfalls per Default installiert sind übrigens so wichtig Kleinigkeiten wie flash-plugin-nonfree, libdvdread, libdv4 und libvorbis.

Auch die sonstige Grundausstattung erscheint praxisgerecht und vermeidet unnötige Doppler. Unter Zubehör finden Sie noch den Texteditor Pluma, den Archivmanager Engrampa, ein Snapshoot-Tool, das Terminal und einen Taschenrechner. Das war's – aber 90 Prozent der PC-Nutzer benötigen auch nicht mehr. Im Zweifelsfall steht in den Paketquellen das gesamte Debian-Paketrepertoire zur Verfügung.

Point Linux installieren

Das auf der Download-Seite [2] für 32- und 64-Bit-x86-Systeme zur Verfügung stehende ISO ist als Live-System konzipiert und bootet zunächst einen übersichtlichen Desktop, von dem aus Sie den Installer via Desktop-Icon anstoßen. Das Einrichten beschränkt sich im Wesentlichen auf das Festlegen von Sprache, Zeitzone, Tastaturlayout und Benutzerkonto, um die Netzwerkkonfiguration und den X-Server kümmert sich der Installer automatisch. Zum Partitionieren kommt Gparted zum Einsatz, das auf Wunsch automatisch ein Partitionsschema mit je einer Root- und einer Swap-Partition anlegt. Möchten Sie LVM verwenden oder eine separate Home-Partition einrichten, müssen Sie selbst Hand anlegen.

Zusatz-Software

Wünschen Sie trotzdem etwas mehr Pepp und das eine oder andere zusätzliche Multimedia-Tool, dann aktivieren Sie einfach in Synaptic die Non-Free-Quellen von Debian "Wheezy" und Point Linux (Abbildung 2). Auf der Kommandozeile klappt das alternativ mit den Befehlen aus Listing 1.

Listing 1

# apt-get install pointlinux-repos-nonfree
# apt-get update
Abbildung 2

Abbildung 2: Das Aktivieren der Non-Free-Repos dürfte für die meisten Nutzer obligatorisch sein.

Um den schnellsten Spiegel-Server zu finden, klicken Sie in Synaptic auf Einstellungen  | Paketquellen und wählen im Reiter Software von Debian im Listenauswahlfeld Herunterladen von: den Eintrag Andere. Anschließend klicken Sie im sich nun öffnenden Dialog Wählen Sie einen Spiegelserver auf die Schaltfläche Besten Server auswählen. Anschließend können Sie pakettechnisch aus dem Vollen schöpfen (Abbildung 3).

Abbildung 3

Abbildung 3: Praktisch: Über diesen Dialog finden Sie mit Synaptic im Handumdrehen den schnellsten Mirror.

Maté 1.6 nachrüsten

Als Desktop nutzt Point Linux wie bereits beschrieben Maté 1.4.2 anstatt der aktuellsten Version Maté 1.6. Hier lässt sich aber leicht Abhilfe schaffen, da das Maté-Team inzwischen auch ein entsprechendes Repo für Debian-Pakete zur Verfügung stellt, das Sie lediglich der /etc/apt/sources.list zufügen müssen. Dazu fügen Sie dieser folgende Zeile hinzu:

deb http://packages.mate-desktop.org/repo/debian wheezy main

Anschießend aktualisieren Sie das Paket mate-keyring via Synaptic oder mittels der Befehle aus Listing 2. Danach können Sie alle Maté-Pakete auf die jetzt vorhandene Version 1.6 heben (Abbildung 4). Das klappt am einfachsten in Synaptic über die Schaltfläche Alle Aktualisierungen vormerken, gefolgt von einem Klick auf Anwenden.

Abbildung 4

Abbildung 4: Die aktuelle Maté-Version 1.6 lässt sich mit minimalem Aufwand nachinstallieren.

Möchten Sie es auf die Spitze treiben, installieren Sie mithilfe des Meta-Pakets pointlinux-compiz noch den Composition Manager und schließen so – passende Grafikhardware vorausgesetzt – die Lücke zu einem optisch zeitgemäßen Desktop.

Listing 2

# apt-get -reinstall install mate-archive-keyring
# apt-get update
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Kommentare
Mate 1.6 und Compiz
Debian User (unangemeldet), Dienstag, 17. Dezember 2013 15:09:34
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Funktioniert das, oder läuft Compiz nur mit Mate 1.4. In Debian Wheezy läuft Compiz nicht mehr!


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point linux bootet nicht unter virtualBox
kim_maya (unangemeldet), Donnerstag, 25. Juli 2013 14:13:46
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Moin,

wollte die auf der Heft-DVD befindliche Point Linux 13.04.1 (32-bit) unter VirtualBox installieren. Bei der Distributionsauswahl blieb jedes mal alles hängen. Habe dann zum Test UberStudent installiert, was problemlos verlief. Konnte trotzdem Point Linux nicht zum Laufen bringen.

Grüße


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Re: point linux bootet nicht unter virtualBox
_debakel_ (unangemeldet), Freitag, 13. September 2013 13:12:12
Ein/Ausklappen

Prozessor: PAE-Unterstützung der VB anschalten :)


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