Desktops

Während die Live-CDs nur jeweils eine Desktop-Umgebung (KDE oder Gnome) bieten, stehen auf den DVDs mehrere zur Auswahl: Gnome 2.32, KDE 4.6.3, XFCE und LXDE. Dazu kommen noch einige reine Fenstermanager, wie Windowmaker oder IceWM. Im Test waren KDE und Gnome die Favoriten: Beide zeigten eine sehr gute Integration in das Ökosystem von Mageia, insbesondere bei KDE kommt das klare schnörkellose Design zur Geltung. Aber auch Gnome zeigt mit der Gnome-Shell neue Ansätze und arbeitet erwartungsgemäß schnell.

KDE SC ist in der zum Release neuesten Version 4.8.2 an Bord, die im Test keine Schwächen zeigte. Nach dem Einrichten der proprietären Treiber für die im Testrechner eingebaute Grafikkarte von Nvidia standen die vielfältigen Desktop-Effekte von KDE bereit. Die Effekte von Compiz ließen sich zwar ebenfalls aktivieren, jedoch liefert KDE bereits so viele Features, dass Compiz nicht unbedingt einen Gewinn bringt.

Gnome 3.4.1 kommt allerdings erst mit ausreichender Grafikleistung richtig zum Zug. Auf einem Testrechner startete Gnome zunächst im Fallback-Modus. Dieser war durchaus zu benutzen und hat Ähnlichkeiten mit früheren Versionen von Gnome.

Nach der Installation des proprietären Treibers lief dann auch die Gnome-Shell. Zu Schwierigkeiten kam es im Test mit einem WLAN-Treiber für Broadcom-Geräte, der nicht mit dem Network-Manager unter Gnome zur Arbeit zu bewegen war. Erst eine Deinstallation des Netzwerk-Tools und das erneute Einrichten der WLAN-Verbindung über das Kontrollzentrum schaffte hier Abhilfe.

Alltags-Software

Im Bereich Multimedia zeigten sich keinerlei Probleme, solange wir nicht den Standard-Videoplayer von KDE (Dragon) benutzten. Er bringt von Haus aus keine der für die Wiedergabe von Videos nötigen Codecs mit, Sie müssen alles nachträglich installieren. Bei anderen getesteten Anwendungen wie VLC und MPlayer war dies nicht in diesem Ausmaß nötig. Beide stammen allerdings aus dem unfreien Zweig tainted.

Als reine Musikplayer stehen sowohl Amarok als auch dessen Abkömmling Clementine bereit, ebenso wie Rhythmbox und weitere. In Sachen Video- und Sound-Editor bleiben wenig Wünsche offen: In den Repositories finden sich Anwendungen wie Audacious, Kino oder Kdenlive. Der CD-Spieler von KDE (Kscd) ist in seiner neuen Form akzeptabel und funktional. Wer alles zusammen installieren möchte, zieht das Paket XBMC aus den Online-Quellen nach.

Daneben beeindruckt Mageia 2 mit der Auswahl und Aktualität der Grafikanwendungen. In erster Linie wäre da natürlich Gimp 2.8 [5] zu nennen. Neben Digikam stehen Shotwell, Inkscape und Scribus als wichtige Programme bereit.

Im Bereich Büroanwendungen finden Sie neben der Version 3.5 von LibreOffice alternative Anwendungen wie Abiword, Gnumeric, Calligra (ehemals KOffice), Skrooge (Finanzmanager) und KMyMoney, ebenso wie Scribus als Layoutprogramm und Okular und Evince als PDF-Betrachter.

Im Internet bewegen Sie sich bei Mageia 2 mit Firefox oder mit der freien Version von Chrome (chromium-browser) oder anderen Webbrowsern. Bei der für Viele so wichtigen Installation des Plugins für Flash-Videos gibt es in Mageia 2 ein über die Software-Verwaltung installierbares Paket, der das Plugin von der Adobe-Website holt und installiert.

Im Bereich Java gibt es eine Veränderung: Das Java-Plugin für den Browser finden Sie nun im Paket icedtea-web. Die proprietäre Java-Version von Oracle darf die Distribution nicht mehr anbieten, da diese einem Vertriebsverbot durch Dritte unterliegt.

Die Kommunikation mit Freunden ist mit Mageia 2 auf fast allen Ebenen möglich. Auch das Einrichten der aktuellen Skype-Version für Linux erfolgt wie beim Flashplayer-Plugin über das Paketmanagement. Die Liste der textbasierten Kommunikationsmittel fällt umfangreich aus, von Kopete über Quassel und Konversation bis zu Lirc und Xchat. Alle diese Programme liefen im Test zufriedenstellend und ohne sichtbare Probleme.

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