Aktuelles

Neues rund um Linux

18.11.2010

Chemnitzer Linux-Tage 2011: "Freiheit leben"

Unter dem Motto "Freiheit leben" dreht sich bei den Chemnitzer Linux-Tagen am 19. und 20. März 2011 wieder alles um Open-Source und die daraus entstehenden Möglichkeiten und Freiheiten. Ab sofort kann man über den Call for Lectures/Presentations Beiträge einreichen. Gesucht werden Vorträge, Workshops, Projekte und Demos rund um die Schwerpunkte Emulatoren, IT-Dokumentation, Business Intelligence und Kernel. Interessenten können ihren Beitrag bis zum 5. Januar 2011 unter http://chemnitzer.linux-tage.de/2011/vortraege/call_form einreichen.

Um einen der wichtigsten Bestandteile eines Betriebssystems geht es im Bereich "Kernel". Wer direkt am Kern mitentwickelt, gehört für Außenstehende zu einer verschworenen Gemeinschaft, die sich gern von anderen abgrenzt. Das dies nicht so ist, wollen Kernelentwickler in Vorträgen und Workshops beweisen. Emulatoren stellen für die Entwicklung von Programmen und Treibern für spezielle Hardware immer noch einen unverzichtbaren Bestandteil dar. Wie genau sie zum Einsatz kommen und was man damit noch alles machen kann, soll der Schwerpunkt "Emulatoren" vorstellen.

Weil IT-Projekte und Strukturen immer komplexer werden, ist für einen sicheren und reibungslosen Betrieb eine ausführliche und übersichtliche Dokumentation unverzichtbar. Der Bereich "IT-Dokumentation" soll verschiedene Lösungen vorstellen, die den Mitarbeiter bei der täglichen Arbeit unterstützen. Im Bereich "Business Intelligence" dreht sich alles um die digitale Datenverarbeitung im Unternehmen. Er soll vor allem demonstrieren, dass sich Open-Source-Produkte hier nicht hinter der kommerziellen Konkurrenz zu verstecken brauchen.

Der zu den letzten Chemnitzer Linux-Tagen erstmals erschienene Tagungsband erhielt durchgehend sehr positiver Resonanz. Aus diesem Grund wird es ihn auch im kommenden Jahr wieder geben. So erhalten Referenten von Vorträgen und Workshops die Möglichkeit, ihren ausformulierten Text zu veröffentlichen.

Das CLT-Team steckt bereits mitten in den Vorbereitungen für die nächste Ausgabe der populären Community-Veranstaltung. Hier von links: Philipp Seidel (Pressesprecher), Yvonne Mußmacher (Logistik), Daniel Schreiber (Webseite).

Massen-Exodus bei OpenOffice.org

Seit der Gründung der Document Foundation mit dem zugehörigen OpenOffice-Fork LibreOffice gärt es zwischen dem Oracle-dominierten OpenOffice.org und den Mitgliedern der neuen Stiftung, die größtenteils aus den Community-Reihen von OpenOffice.org stammen. Schlagzeilen machte nicht zuletzt die kaum verbrämte Aufforderung bei Oracle angestellter OpenOffice.org-Funktionäre an ihre in der Community engagierten Kollegen, gefälligst das Projekt zu verlassen, weil es "offensichtliche Interessenskonflikte" gäbe (http://tinyurl.com/lu1210-ooocouncil).

Das ließen sich die so Brüskierten nicht zwei Mal sagen: Anfang November stellten 33 Aktive ihre Positionen im OpenOffice.org-Project zur Verfügung, darunter die Co-Leads Jacqueline Rahemipour und Marko Moeller, Marketing-Lead Florian Effenberger, der komplette Vorstand des OpenOffice.org Deutschland e.V. (http://www.ooodev.org) sowie das PrOOo-Box-Team. Die nunmehrigen Exilanten betreuten bei OpenOffice bisher unter anderem Anwenderunterstützung, Artwork, Dokumentation, Entwicklung, Marketing, Qualitätssicherung, User Experience, Übersetzung und Website.

In einem gemeinsamen Abschiedsschreiben betonen die 33, dass sie bis zuletzt das Gespräch und die Zusammenarbeit mit Oracle gesucht hätten, jedoch dabei nur auf taube Ohren oder sogar Ablehnung gestoßen seien. "Die Antwort für uns, die wir hier unterzeichnen, ist klar: Wir wollen eine Änderung, um der Community und der von ihr betreuten Software die Chance zur Entfaltung zu geben. Aus diesem Grund werden wir uns in Zukunft für die Document Foundation engagieren und in diesem Rahmen LibreOffice gemeinsam entwickeln und fördern.", heißt es in dem Brief (http://tinyurl.com/lu1210-abschied).

Florian Effenberger, früher OOo-Marketing-Lead und Gründungsmitglied der Document Foundation, beim Vortrag über LibreOffice auf der OpenSuse Conference 2010.

VLC-Entwickler mahnt Apple ab

Rémi Denis-Courmont, einer der VLC-Entwickler, hat bei Apple eine förmliche Beschwerde gegen das Ausliefern des freien Mediaplayers für iPad, iPhone und iPod Touch über den App-Store des Herstellers eingelegt (http://tinyurl.com/lu1210-applevlc). Dies widerspreche der GPL, die jedem Nutzer das Recht gibt, die Software zu verändern und weiterzuverteilen. Gerade dies aber würden Apples Regeln für den App-Store verhindern. Er fordere daher Apple auf, den Lizenzbedingungen der GPL unverzüglich nachzukommen. Wie Denis-Courmont in seinem Posting auf der VLC-Devel-Liste schreibt, erwartet er allerdings nicht, dass der Hersteller dies tut. Apple werde vermutlich vielmehr VLC aus dem Store nehmen, wie es das in einem ähnlich gelagerten Fall auch mit GNU Go getan hat (http://tinyurl.com/lu1210-gnugo). Rémi Denis-Courmonts quasi privat unternommener Schritt findet im Videolan-Projekt übrigens durchaus nicht ungeteilte Zustimmung.

Wöchentlicher LC-Newsletter

Es gibt viele Wege, sich über Neues aus der Linux- und Open-Source-Szene zu informieren. Eine besonders bequeme stellt der Newsletter dar, den es jetzt auch für die LinuxCommunity gibt: Die wöchentlich verschickte Sammel-Mail bietet eine Übersicht sämtlicher Artikel, Blog-Postings und Fragen der jeweiligen Woche, ergänzt mit kurzen Informationen der Redaktion. Den Newsletter bestellen Sie wahlweise im reinen Textformat oder als HTML-Version unter http://www.linux-community.de/newsletter/subscribe.

Kurz notiert

Linus Torvalds hat Ende Oktober den Kernel 2.6.36 freigegeben. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören die offizielle Aufnahme des Security-Frameworks AppArmor und die Unterstützung für die Multicore-CPU-Architektur von Tilera (http://kernelnewbies.org/Linux_2_6_36).

Die nächste gemeinsame Entwicklerkonferenz von KDE und Gnome, der Desktop Summit 2011 (http://www.desktopsummit.org), findet vom 6. bis 12. August an der Humboldt-Universität in Berlin statt. Die Registrierung ist ab 1. Februar möglich, gleichzeitig soll der Call for Papers starten. Im April folgt das Konferenzprogramm.

Mozilla hat die Veröffentlichung von Firefox 4 auf das Frühjahr 2011 verschoben (https://wiki.mozilla.org/Firefox/4/Beta). Die Verbesserungen insbesondere an der Javascript-Engine und der neuen Benutzeroberfläche sind offenbar aufwendiger als zunächst gedacht.

Stormy Peters trat Anfang November von ihrem Posten als Executive Director bei der Gnome Foundation zurück und heuerte stattdessen bei Mozilla an (http://tinyurl.com/lu1210-stormy), um dort am Open Web zu arbeiten.

Mit einem Linux-Counter (http://tinyurl.com/lu1210-counter) will die Initiative We are more than 1% beweisen, dass entgegen gebetsmühlenartig wiederholter Behauptungen deutlich mehr als nur ein Prozent aller Desktop-Rechner mit dem freien Betriebssystem laufen.

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