Home / LinuxUser / 2010 / 03 / Solides System

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

War doch klar...
(233 Punkte bei 16 Stimmen)
Re: War doch klar...
(162 Punkte bei 6 Stimmen)
Re: Skype für 64-Bit-Prozessor u. Suse 12.1
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Kubuntu verliert Finanzierung
(130 Punkte bei 4 Stimmen)
Offen fürs Geschäft
(80 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.
AA_blu-marbles_sxc1125824_SachinGhodke.jpg

© Sachin Ghodke, sxc.hu

Solides System

Dateisystemwahl für SSDs

15.02.2010 Bei einer Festplatte, die mit über 100 MByte/s schreibt und doppelt so schnell liest, denkt man eigentlich kaum ans Optimieren. Doch mit dem richtigen Dateisystem und etwas Tuning liegt noch etwas mehr drin.

Linus Torvalds hat eine klare Meinung zu SSDs: "Wenn der Flash-Hersteller anfängt, über Grenzen im Wear Levelling zu erzählen und wie man die Platte beschreiben soll, dann lauf einfach davon. Geh nicht – renne so schnell du kannst." So brachte der Linux-Übervater 2008 im Real-World-Tech-Forum [1] seine Meinung zu (schlechten) Solid-State-Disks zum Ausdruck.

Die Platten der ersten oder zweiten Generation verkrafteten aufgrund eines relativ schlechten Designs und unzureichender Kapazität nur rund 100 000 Schreibzyklen, was bei einer 8-GByte-Platte und permanenter Belastung eine theoretische kürzeste Lebensdauer von 115 Tagen ergibt. So machte in Linux-Kreisen schnell der Tipp die Runde, auf einer SSD bloß kein Journaling-Filesystem zu benutzen.

Nicht totzukriegen

Spätestens mit der Markteinführung von Intels X25-Serie (Abbildung 1), von der auch Linus ein Testexemplar erhielt, gehören diese Ratschläge jedoch definitiv der Vergangenheit an: Wer heute eine Solid-State-Disk kauft, muss keinesfalls auf ein aktuelles Dateisystem verzichten – im Gegenteil.

Abbildung 1: Aktuelle SSDs, wie Intels in 34nm-Technik gefertigtes SATA-Model Intel X25-M, halten dank ausgefeilter Wear-Levelling-Algorithmen im Normalbetrieb jahrzehntelang.

Aktuelle SSDs halten im Normalbetrieb praktisch ein Leben lang. Selbst bei intensivsten Schreibarbeiten beträgt die rechnerische Lebensdauer einer 64 GByte großen SSD rund 51 Jahre, geht man von den aktuell durchschnittlichen 2 Millionen Zyklen und einer Schreibgeschwindigkeit von 80 MByte/s aus [2]. Die Regel, bei SSDs kein Journaling Dateisystem einzusetzen, kann man demnach getrost als alten Hut betrachten: Sie gilt höchstens noch für EeePCs der ersten Generation oder sehr günstige Solid-State-Disks.

Seit 2008 hat sich die Schreibtechnik stark verbessert, sodass sich aktuelle Platten selbst darum kümmern, wann sie Daten wohin schreiben. Optimierungen am Dateisystem laufen deshalb immer Gefahr, dem SSD-eigenen Schreibverfahren ("Wear Levelling") entgegenzuarbeiten oder kommen – wie beim ATA-Trim-Support von Ext4 (siehe unten) – mangels Support durch die Festplattenhersteller gar nicht oder nur schleppend zum Einsatz.

Der Ext4-Dateisystementwickler Theodore Ts'o untersuchte die Schreibzugriffe bei den Dateisystemen Ext2/3/4 und kam zu dem Schluss, dass das Journaling im Durchschnitt lediglich rund zehn Prozent mehr Schreibzugriffe verursacht [3]. Hinzu kommen die neuen Features von Ext4 und anderen aktuellen Filesystemen, die Dateien erst dann auf die Platte schreiben, wenn es unbedingt nötig ist ("Delayed Allocation"). Daher darf man getrost behaupten, dass Ext4 auch für Solid-State-Disks das zurzeit beste und ausgereifteste Dateisystem darstellt (siehe Tabelle "Benchmark-Resultate").

Benchmark-Resultate

Ext2

Ext4

Ext4 ohne Journal

Btrfs

Btrfs -o ssd_spread

dbench -D /test 10 520 MByte/s 407 MByte/s 428 MByte/s 347 MByte/s 347 MByte/s
bonnie++ -d /test -s 2048 38 MByte/s 58 MByte/s 72 MByte/s 64 MByte/s 67 MByte/s

Übrigens lohnt es sich aus Performance-Gründen bei sämtlichen Partitionen, diese mit den Mount-Optionen noatime und nodiratime einzuhängen. Das vermeidet unnötige Schreibzugriffe beim Durchstöbern des Dateisystembaums. Einige Distributionen setzen hier generell auf norelatime: Damit aktualisiert der Kernel die Access Time nur bei Dateien, die über eine aktuellere Mtime oder Ctime verfügen – also solchen, die sich tatsächlich verändert haben. Der damit verbundene Performance-Gewinn lässt sich auf jeder Hardware messen.

Nummer Sicher

Wer Angst um die Lebensdauer einer alten SSD hat, kann Ext4 zudem ohne Journaling benutzen. Dazu muss man das Dateisystem lediglich über folgenden Befehl neu anlegen:

# mke2fs -t ext4 -O ^has_journal /dev/sdXX

Dabei gilt es /dev/sdXX durch den Namen der passenden Gerätedatei zu ersetzen. Ext4 ohne Journaling kombiniert die Geschwindigkeit von Ext2 mit den erweiterten Fähigkeiten aktueller Dateisysteme. Ohne Journal steht zwar nach einem Absturz ein Dateisystemcheck an, der aber in der Regel nicht sehr lange dauert: Die SSDs der ersten Generation sind maximal 8 oder 16 GByte groß und verfügen zudem über eine sehr hohe Lesegeschwindigkeit.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1708 Hits
Wertung: 69 Punkte (1 Stimme)

Schlecht Gut

Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

Zum Blog von Marcel Hilzinger →


Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 03/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Duden Korrektor unter 64-Bit
Duden Korrektor unter 64-Bit
Tim Schürmann, 06.02.2012 10:36, 0 Kommentare

Der Duden Korrektor bietet eine äußerst nützliche Rechtschreib- und Grammatikkorrektur für LibreOffice und bringt in der aktuellen Version 8 e...

Aktuelle Fragen

Ubuntu 11.10 Compiz 3D Cube flackern
Moritz Obenauer, 12.02.2012 12:25, 0 Antworten
Hallo! Ich habe Ubuntu 11.10 mit Unity und den Compiz 3D Cube ein gerichtet. Er funktioniert...
Suse 12.1 Bootvorgang bleibt seit Update stehen
Wimpy *, 12.02.2012 09:22, 2 Antworten
Seit Update auf Kernel 3.1.9-1.4-desktop i686 bleibt der Bootvorgang stehen. Es erscheint der gr...
N24 Stick (Huawei E173) und Ubuntu 11.04
Patrick Obenauer, 11.02.2012 11:54, 1 Antworten
Hallo zusammen! Ich benutze einen alten Laptop, der mit Ubuntu 11.04 flott und problemlos läuft....
Wie kann man beim Einsatz von Compiz die Fenster-Dekoration einstellen?
GoaSkin , 10.02.2012 20:12, 0 Antworten
Hallo, ich nutze Linux Mint mit dem Gnome-Derivat Mate. Da die Distribution Compiz nicht autom...
rndc reload zone - failed bad zone
Ludwig jun. B., 06.02.2012 16:08, 2 Antworten
Schönen guten Tag, ich habe folgendes Problem. Immer wenn ich folgendes Kommando ausführen bek...