Home / LinuxUser / 2010 / 03 / Dalli, dalli!

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

War doch klar...
(233 Punkte bei 16 Stimmen)
Re: War doch klar...
(162 Punkte bei 6 Stimmen)
Re: Skype für 64-Bit-Prozessor u. Suse 12.1
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Kubuntu verliert Finanzierung
(130 Punkte bei 4 Stimmen)
Offen fürs Geschäft
(80 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.
AA_rennschnecke_123rf-1455206_pkruger.png

© Pkruger, 123rf.com

Dalli, dalli!

System- und Programmstart beschleunigen

12.02.2010 Gerade große Linux-Distributionen leiden nicht selten an einer chronischen Boot-Trägheit, auch Programmstarts dauern oft gefühlte Stunden. Mit ein paar Tricks helfen Sie Ihrem System auf die Beine.

Viele moderne Betriebssysteme nehmen eine möglichst umfassende Anwenderfreundlichkeit für sich in Anspruch. Der Nutzer soll nach Möglichkeit gar nicht mehr mit widerspenstiger Hardware und daraus resultierenden Treiberproblemen in Berührung kommen. Durch das Abfangen aller Eventualitäten beim Start laden die Systeme beim Booten eine ganze Reihe unnötiger Treiber und Dienste, die häufig nur Zeit kosten und für dem Anwender keinerlei Nutzen bringen.

Diesem Trend steuern Sie jedoch wirkungsvoll entgegen, indem Sie unnötige Dienste abschalten. Darüber hinaus optimieren Programme wie Ureadahead [1] und Preload [2] den Zugriff auf die beim Booten benötigten Dateien und sorgen nochmals für einen Performance-Schub.

Booten beschleunigen

So gut wie alle Distributoren arbeiten mit Feuereifer daran, ihre Systeme dahingehend zu optimieren, dass sie schneller booten und die Programme schneller starten. Bereits in älteren Versionen setzt Ubuntu auf den Boot-Booster Readahead. In Version 9.10 kommt Sreadahead zum Einsatz, das bis auf die Namensähnlichkeit technisch nichts mehr mit dem Vorgänger gemein hat. Anders als Readahead besitzt es nur eine rudimentäre Konfigurationsdatei, die nur wenige Einstellungen zulässt.

Was Canonical dabei aber offenbar übersah, war die Tatsache, dass dieses Programm in erster Linie die Zugriffe auf SSD-Speicher optimierte. Das hat zur Folge, dass Sreadahead den Start von Systemen mit normalen Festplatten unter Umständen nicht nur nicht beschleunigt, sondern sogar verlangsamt. Für Abhilfe sorgt das im Dezember 2009 von Ubuntu als Update bereitgestellte Ureadahead: Es erkennt automatisch den verwendeten Plattentyp und passt die Optimierung darauf an. Falls Sie Ihr System regelmäßig aktualisieren, ist eine nachträgliche Installation entsprechend nicht mehr erforderlich.

Wesentlich komplizierter gestaltet sich das Einrichten von Ureadahead unter OpenSuse. Zwar steht das Programm als RPM-Paket für OpenSuse 11.2 zur Verfügung, jedoch nützt es in dieser Form nichts, da es einen gepatchten Kernel erfordert. Um das System entsprechend auf den Einsatz von Ureadahead vorzubereiten, laden Sie zunächst das Quellarchiv von der Projektseite [1] herunter, da dieses auch den benötigten Kernelpatch enthält. Leser der Media-Ausgabe finden es auf der DVD im Verzeichnis /LinuxUser/urahead zusammen mit dem RPM-Paket. Starten Sie danach den Paketmanager von YaST, und installieren sie neben den obligatorischen Entwicklerwerkzeugen (Gcc, Make, Automake, Patch) die Quellen des Vanilla-Kernels.

Zwar stellt OpenSuse auch die Sourcen des eigenen, angepassten Kernels zum Download bereit, jedoch schlägt mit ihm das Patchen fehl. Beachten Sie, dass es abhängig von Ihrem System beim Verwenden des Vanilla-Kernels zu unvorhersehbaren Effekten und Fehlern kommen kann, da ihm jegliche distributionsspezifischen Anpassungen fehlen. Öffnen Sie eine Konsole und wechseln Sie ins Verzeichnis /usr/src/Kernelversion . Der Befehl

$ patch -p1 < /Pfad
/zum
/Patch
/0001-trace-add-trace-events-for-open-exec-an.patch

pflegt die Änderungen des Patches im Quelltext des Vanilla-Kernels ein. Eine detaillierte Anleitung, wie Sie den Kernel im Anschluss kompilieren und im System einrichten, finden Sie im Artikel "Kerngeschäft" [3].

Vorbereitungen

Damit Ureadahead nur den Start der Programme protokolliert, die Sie wirklich benötigen, sollten Sie zunächst alle unnötigen Dienste deaktivieren. Um herauszufinden, welche auf dem Rechner laufen, bietet Ubuntu unter dem Menüpunkt System | Systemverwaltung | Dienste eine Übersicht. Diese lässt zwar bereits erste Rückschlüsse auf unnötigen Ballast zu, zeigt jedoch längst nicht alle geladenen Dienste an. Als wesentlich auskunftsfreudiger erweist sich der Bootup-Manager, den Sie in den Repositories von Ubuntu finden. Sie installieren ihn mit dem Aufruf apt-get install bum. Danach finden Sie im Menü System | Systemverwaltung den Eintrag BootUp-Manager, mit dem Sie ihn starten.

Nach dem Aktivieren der Checkbox neben Erweitert am linken unteren Rand des Programmfensters zeigt der BootUp-Manager Ihnen detaillierte Informationen, auch zu den beim Systemstart ausgeführten Prozessen. Sie deaktivieren überflüssige Dienste durch das Entfernen des Häkchens in der Checkbox vor dem Eintrag. Im Reiter Dienste ändern Sie darüber hinaus die Priorität der Prozesse. Das bewirkt, dass die Dienste in der Reihenfolge früher oder später starten. Nach dem Deaktivieren überflüssiger Dienste übernehmen Sie die Änderungen durch das Anklicken des Schalters Anwenden unten links im Programmfenster. Der Bootup-Manager entfernt diese dann aus den entsprechenden Runlevel-Verzeichnissen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Über den Bootup-Manager legen Sie fest, wann welche Dienste mit welcher Priorität starten.

Anwender von OpenSuse editieren die Runlevels mit dem YaST-Tool Systemdienste (Runlevel), das sie in der Kategorie System finden.

In der Regel protokolliert Ureadahead ein Mal im Monat den Bootvorgang neu, um eventuelle Veränderungen zu registrieren. Das Programm prüft beim Booten, ob die Datei /var/lib/ureadahead/pack existiert – ist das nicht der Fall, zeichnet es den Bootvorgang auf. Entsprechend reicht es aus, im gestarteten System diese Datei zu löschen, um beim nächsten Booten einen Rescan des Systems zu veranlassen.

Nachdem beim Booten sämtliche über die Runlevels gestarteten Programme und Daemons laufen, wartet Ureadahead noch 45 Sekunden ab, bevor es sich selbst beendet. Nutzen Sie diese Zeit, indem Sie Programme, die Sie häufig verwenden in dieser Zeitspanne starten: So protokolliert das Tool auch diese und beschleunigt zukünftig deren Start, indem es sie beim Booten im Cache vorlädt. Die Konfigurationsdatei von Ureadahead finden Sie unter /etc/init/ureadahead/ureadahead.conf. In ihr stellen Sie jedoch lediglich die Zeit ein, bis sich das Programm selbständig beendet.

Im Test betrugen die Differenzen zwischen dem Systemstart mit und ohne Ureadahead im Schnitt unter zehn Prozent. Dauerte der normale Boot zwischen 33 und 34 Sekunden, war das System mit dem Bootbeschleuniger nach 29 bis 30 Sekunden einsatzbereit. Anders sah es beim Start von Programmen aus: Während Firefox ohne den Booster etwa sechs Sekunden zum Öffnen benötigte, waren es mit nur noch drei bis vier Sekunden. Da der tatsächliche Performancegewinn jedoch erheblich vom System abhängt, ist es möglich, dass Ihr Rechner nach der Modifikation deutlich schneller bootet als unser Testsystem. Eine Reihe von Anwendern melden einen Zeitgewinn von bis zu 50 Prozent.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

2169 Hits
Wertung: 0 Punkte (0 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 03/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Duden Korrektor unter 64-Bit
Duden Korrektor unter 64-Bit
Tim Schürmann, 06.02.2012 10:36, 0 Kommentare

Der Duden Korrektor bietet eine äußerst nützliche Rechtschreib- und Grammatikkorrektur für LibreOffice und bringt in der aktuellen Version 8 e...

Aktuelle Fragen

Ubuntu 11.10 Compiz 3D Cube flackern
Moritz Obenauer, 12.02.2012 12:25, 0 Antworten
Hallo! Ich habe Ubuntu 11.10 mit Unity und den Compiz 3D Cube ein gerichtet. Er funktioniert...
Suse 12.1 Bootvorgang bleibt seit Update stehen
Wimpy *, 12.02.2012 09:22, 2 Antworten
Seit Update auf Kernel 3.1.9-1.4-desktop i686 bleibt der Bootvorgang stehen. Es erscheint der gr...
N24 Stick (Huawei E173) und Ubuntu 11.04
Patrick Obenauer, 11.02.2012 11:54, 1 Antworten
Hallo zusammen! Ich benutze einen alten Laptop, der mit Ubuntu 11.04 flott und problemlos läuft....
Wie kann man beim Einsatz von Compiz die Fenster-Dekoration einstellen?
GoaSkin , 10.02.2012 20:12, 0 Antworten
Hallo, ich nutze Linux Mint mit dem Gnome-Derivat Mate. Da die Distribution Compiz nicht autom...
rndc reload zone - failed bad zone
Ludwig jun. B., 06.02.2012 16:08, 2 Antworten
Schönen guten Tag, ich habe folgendes Problem. Immer wenn ich folgendes Kommando ausführen bek...