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Burnout

Benchmarks unter Linux

Hauptspeicher

Um zu sehen, ob die Dual-Channel-Bestückung im neuen Rechner auch funktioniert eignet sich der Speicherbenchmark RAMspeed [8]. Er misst das Lesen und Schreiben von Integer- und Fließkommawerten in unterschiedlichen Blockgrößen. Dabei nutzt das Programm in seiner aktuellen Version zwei Threads und unterstützt somit auch Mehrkern-CPUs.

Die Szenarien, in denen die deutlich höhere Geschwindigkeit von Dual-Channel-RAM jedoch wirklich etwas bringt, sind rar gesät. Arbeiten Sie beispielsweise viel mit sehr großen Datenmengen, die es in Echtzeit zu verrechnen gilt, erweist sich der Dual-Channel-Betrieb als echter Segen. Solche Anforderungen treten etwa beim Arbeiten mit unkomprimierten HD-Videostreams auf.

Eine wesentlich höhere Bedeutung als dem schieren Datendurchsatz kommt in den meisten Einsatzfällen der Speicherlatenz zu, also jener Zeit, die der Prozessor mit Warten auf Daten aus dem Speicher verbringt. Die Integration des Speichercontrollers in die CPU – erstmals von AMD im Opteron vollzogen und erst kürzlich von Intel im Core i7 eingeführt – hat in Sachen Speicherlatenz wahre Wunder gewirkt. Linux-Kernelentwickler verwenden für Latenzmessungen normalerweise das schon sehr betagte, aber weiterhin äußerst nützliche lmbench [9]. Das etwas umständlich zu bedienende Programm ermittelt neben Durchsatzmessungen auch die Cache- und Speicherlatenz in Mikrosekunden sowie die Zeit, die der Prozessor für die Kontextumschaltung zwischen Prozessen benötigt.

Prozessor

Prozessor-Benchmarks gehören zu den populärsten Vertretern der Zunft – entsprechend umfangreich fällt die Zahl der verfügbaren Benchmarks aus. Für Linux gibt es beispielsweise den schon erwähnten Geekbench, der jedoch Closed Source und in der 64-Bit-Version zudem kostenpflichtig ist. Auch der bekannte altehrwürdige Bytemark des gleichnamigen US-Computermagazins läuft unter Linux, man findet ihn unter dem Namen nbench [10].

Der quasi als amtlich geltende SPEC-CPU-Benchmark läuft auch unter Linux – nicht zuletzt, weil es ihn ausschließlich im Quelltext gibt. Das hat seinen Grund, da er den Compiler bei der Bewertung der Leistungsfähigkeit mit einbezieht. Problematisch an SPEC-CPU ist lediglich, dass ein großer Teil der SPECfp-Fließkomma-Hälfte des Tests aus Fortran-Code besteht. Fortran kommt zwar im wissenschaftlichen und Cluster-Umfeld nach wie vor verbreitet zum Einsatz, bei Desktopanwendungen jedoch nie. Entsprechend nichtssagend fallen die Ergebnisse für Endanwender aus, hier wären eher C/C++ oder auch Java als Programmiersprachen relevant.

Grundsätzlich lässt sich zum Testen der CPU-Performance jedes prozessorintensive Programm verwenden: Man misst einfach die Zeit, die die CPU für eine typische Aufgabe benötigt, und vergleicht. Nichts anderes machen wir bei den CPU-Tests in unserem LUbench, wo wir die CPU unter anderem mittels Raytracing, Encoding und Kompression testen.

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