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Radio Gaga

Mediaplayer Cowon D2+ DAB

DAB und DAB plus

Die Abdeckung von DAB ist unzureichend, die Verbreitung von Empfangsgeräten fast noch geringer – Dabei bietet der Nachfolger des analogen Rundfunks UKW durchaus Potential. Ein Blick ins europäische Ausland zeigt: Hier kann DAB überzeugen. In Großbritannien etwa tummeln sich Dutzende öffentlich rechtliche und private Kanäle auf den digitalen Frequenzbändern. Bei einem Besuch in London empfing der Cowon D2 satte 32 verschiedene Radiostationen. Im mit Sendern gut bestückten Berlin dagegen sind derzeit gerade einmal 11 Kanäle zu empfangen, in anderen Regionen Deutschlands sieht es noch schlechter aus. Mancherorts empfangen Digitalradio-Besitzer gar nur ein, zwei Radiostationen – sofern überhaupt Empfang besteht.

Die mangelnde Abdeckung rührt nicht zuletzt daher, dass DAB in seiner herkömmlichen Form in Deutschland nur mit einem Zehntel der möglichen Leistung ausgestrahlt wird. Die Ursache: vom Militär genutzte Frequenzbänder, die an jene von DAB angrenzen. Da die Streitkräfte Angst vor Störungen hatten, wurde die Sendeleistung des Digitalrundfunks beschränkt. Daher lasst er sich nur sehr schlecht empfangen, vor allem Gebäude schirmen den digitalen Funk ab. Die ursprünglichen Ängste um die Beeinflussung anderer Frequenzen erweisen sich jedoch zunehmend als haltlos, und so strahlen in einigen Regionen (etwa Bayern) die Stationen DAB mit einer höheren Sendeleistung aus.

Ob der dadurch bessere Empfang zu mehr Akzeptanz führt, bleibt weiterhin fraglich, denn noch ein weiteres Hindernis muss DAB überwinden: Die Hemmschwelle der hohen Kosten sowohl für Konsumenten als auch für die Sender. Den Konsumenten treffen die gesalzenen Preise für Empfangsgeräte, und vor allem der private Rundfunk scheut die hohen Kosten für die Ausstrahlung.

Totgeburt?

Mit der zweiten Generation namens DAB plus sollte eigentlich alles besser werden: Das Verfahren ermöglicht besseren Klang bei geringeren Bandbreiten und auch mehr Sender auf einem Frequenzband. Zudem können die Rundfunkstationen zusätzlich zum Audiosignal noch Zusatzinformationen wie Grafiken, Bilder und kleine Texte übermitteln.

Zu Beginn des Jahres 2010 sollte DAB plus das alte DAB ablösen [3] – doch derzeit liegen die Pläne dazu in ganz Deutschland auf Eis. Die "Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten" (KEF) [4] hat die Mittel für DAB und DAB plus eingefroren, weil nach ihrer Ansicht selbst die Weiterentwicklung nicht zu einer größeren Verbreitung des digitalen Rundfunks in der Bevölkerung führen würde. Außerdem waren schon im Vorfeld viele privater Rundfunksender ganz aus dem Projekt DAB plus ausgestiegen: Ihnen erschien der Mehrwert zu gering und der (finanzielle) Aufwand zu hoch. Sollte es allerdings ein tragfähiges neues Konzept geben, bei dem auch die Privaten mitziehen, dann ließen sich die Mittel der KEF abrufen und einsetzen [5].

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