Blattweise
Tools für PDF und Postscript (3)
Blattsalat
Für den umgekehrten Weg – also das Vergrößern einzelner Seiten und geschicktes Zusammenfügen zu einem Poster aus einzelnen DIN-A4-Blättern – verwenden Sie das Werkzeug poster. Es verarbeitet sowohl schwarzweiße als auch farbige Postscript-Files. PDF-Dokumente müssen Sie im Vorfeld mit pdftops[7] entsprechend umwandeln. Wie das funktioniert, lesen Sie bei Bedarf in der ersten Folge dieser Beitragsreihe nach [8].
Als Ausgangspunkt benutzen wir ein Dokument im üblichen Format DIN A4. Um daraus ein DIN-A0-Poster zu produzieren, gilt es das Dokument aufzuteilen und die einzelnen Stücke dann auf einem kleinformatigen Drucker auszugeben. Anschließend kann man die einzelnen Blätter zu einem A0-Poster zusammenkleben. Beim Verwenden eines DIN-A3-Druckers benötigt man 8 Blätter, bei DIN A4 hingegen 16. Folgende Aufrufe führen zum Ziel:
$ poster -v -iA4 -mA3 -pA0 original.ps >poster-a3.ps $ poster -v -iA4 -mA4 -pA0 original.ps >poster-a4.ps
Der Schalter -v ("verbose") macht poster mitteilsam, ansonsten schweigt es beharrlich. Der Parameter -i ("input file") nennt die Blattgröße der Eingabedatei, -m ("media size") die Blattgröße, auf der gedruckt werden soll. Mit der Option -p legen Sie die Postergröße fest, hier also DIN A0. Danach folgt der Name der Eingabedatei, das Resultat gibt poster auf stdout aus. Von hier leiten Sie es mittels des >-Operators in die Ausgabedatei um.
Neben Postscript-Dateien kann poster auch EPS-Bilder direkt verarbeiten. In diesem Fall entfällt die Blattgröße des Eingabefiles, da das EPS-Format die Größe des Bildes schon enthält – poster kann sie also selbst ermitteln. Abbildung 6 zeigt den Kommandozeilenaufruf samt der Mitteilungen während der Verarbeitung, Abbildung 7 die dazugehörige Darstellung der gerenderten Einzelseiten in Ghostview.
Als besonders hilfreich beim Zusammenfügen der Einzelblätter zu einem Gesamtkunstwerk erweisen sich die von poster eingefügten Markierungen für die Seitenstöße, die in Abbildung 7 gut zu erkennen sind. Sie vereinfachen das passgenaue Verkleben erheblich.
Gerade bei Postern oder Transparenten, bei denen Sie die Einzelteile in Formaten über DIN A3 erzeugen – etwa für Veranstaltungsbanner oder ähnliches – fallen in der Regel recht erhebliche Datenmengen an. Aber keine Sorge, richtige Druckereien sind so etwas gewohnt und haben keine Probleme mit der Weiterverarbeitung.
Infos
[1] Psutils: http://packages.debian.org/lenny/psutils
[2] Mpage ftp://sunsite.unc.edu/pub/Linux/system/printing/mpage24.tgz
[3] Pdfjam: http://go.warwick.ac.uk/pdfjam
[4] Pdftex: http://www.ctan.org/tex-archive/systems/pdftex/
[5] Pdfpages: http://www.ctan.org/tex-archive/macros/latex/contrib/pdfpages/
[6] Mpage-Artikel: Martin Schulze, "Texten mit Mpage", erschienen in Linux-Magazin 12/1997, http://www.infodrom.org/~joey/Writing/Linux-Magazin/mpage.html
[7] Pdftops: http://www.linuxcommand.org/man_pages/pdftops1.html
[8] PS/PDF-Tools (Teil 1): Frank Hofmann, "Bild und Druck", LinuxUser 08/2009, S. 78, http://www.linux-community.de/artikel/19014/



