Buchtipp

CMS de luxe: Typo3 einsteigertauglich aufbereitet

Jeder, der sich einmal mit dem Content Management System Typo3 auseinandergesetzt hat, weiß ein Lied davon zu singen: Die Software bietet unglaublich viele Möglichkeiten – ist aber genau deswegen für den unbeleckten Anwender zunächst praktisch nicht zu verwalten. Andrea Herzog-Kienast verspricht mit ihrem aktuellen Werk "Das Typo3-Buch" das technisch notwendige Hintergrundwissen in praxisnahen Anwendungsbeispielen verpackt zu vermitteln.

Entsprechend strukturiert präsentiert sich das Buch. Angefangen beim Pflichtenheft führt es in einer sehr linearen Strategie weiter über die Systemvorbereitungen, Installation und Konfiguration. Störend machen sich dabei aber an einigen Stellen zu lang geratene und dazu noch schlecht dokumentierte Listings bemerkbar. Die Autorin zieht das komplette Buch anhand der Beispiel-Webseite http://www.tus-easi1970.de auf, und erklärt häufig in relativ gut nachvollziehbaren Schritt-für-Schritt-Anleitungen, was zu tun ist, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Allerdings schießt sie dabei das eine oder andere Mal ein wenig über das Ziel hinaus, da sie selbst das Herunterladen der Typo3-Pakete und das folgende Entpacken haarklein erklärt.

Dennoch kommt das Kernthema nicht zu kurz: So beschreibt das Buch zu beinahe jedem Abschnitt unerwünscht auftretende Seiteneffekte oder Fehlermeldungen und liefert direkt die passenden Lösungen mit. Während sich die erste Hälfte des Werks in erster Linie mit dem grundlegenden Einrichten von Typo3 beschäftigt, geht es in der zweiten in erster Linie um Module. Da viele der Kapitel aufeinander aufbauen, eignet sich das Werk nur bedingt als Nachschlagewerk sondern eher als Lehrbuch, das ein fundiertes Grundlagenwissen darüber vermittelt, nach welchen Prinzipien Typo3 funktioniert. Allerdings sollte der Leser zumindest Grundlagenwissen sowohl über HTML und CSS als auch die Konfiguration und Administration von Webservern mitbringen.

Wer die Funktionsvielfalt und Flexibilität von Typo3 nicht wirklich benötigt, sollte sich aber im Vorfeld ernsthaft überlegen, ob er nicht besser ein anderes CMS verwendet: Der Weg zum eigenen Portal ist auch mithilfe dieses Buchs ungleich steiniger als beispielsweise mit Systemen wie Joomla oder Xoops. (tle)

Infos

Andrea Herzog-Kienast, Erwin Hontheim

Das Typo3-Buch

Open Source Press, 2009

ISBN 978-3-937514-80-2

765 Seiten, 49,90 Euro

http://www.opensourcepress.de

Apache werden

Einen Apache-Webserver setzt man unter Linux im Handumdrehen auf: Einfach die richtigen beiden Pakete installieren, und schon rennt der Apache. Das macht einen aber noch lange nicht zum Vollblut-Indianer, denn jetzt geht die Arbeit eigentlich erst richtig los. Sascha Kersken zeigt in seinem ausführlichen Buch "Apache 2.2 – das umfassende Handbuch", wie Sie dafür sorgen, dass Anwender sicher über HTTPS Seiten abholen oder sich korrekt authentifizieren. Er erklärt, was virtuelle Hosts sind und wie man sie einrichtet. Er bringt einem die zahlreichen Module näher, die rund um den Apache-Server aus dem Boden schießen und verschweigt auch nicht die Sicherheitsprobleme, die der Webserver hervorrufen kann. Nicht zuletzt zeigt der Autor, wie man den Server auf einen plötzlichen Ansturm der Internet-Massen vorbereitet und die Performance steigert.

Das Buch richtet sich nicht an routinierte Apache-Anwender, die nach Wegen suchen, ihre Installation zu optimieren. Vielmehr bedient es Einsteiger, die bereits ein wenig Wissen über Computer mitbringen, aber mit Servern bisher nicht viel am Hut hatten. Dem folgend steigt der Autor auch nicht gleich mit einer Installationsanleitung ein, sondern erklärt zunächst recht ausführlich, aber verständlich, wie Dienste und Protokolle wie HTTP, DNS und TCP/IP eigentlich arbeiten. Es folgt eine Erklärung zu Webservern generell und den Neuerungen von Apache 2.2, erst dann geht es an die eigentliche Installation.

Die Erklärungen bleiben einfach und vermeiden kompliziertes Fachchinesisch, ohne aber trivial zu wirken. Wenn sich dann doch auch mal ein Kapitel an Programmierer richtet, kann der nicht-programmierende Einsteiger das getrost überspringen, ohne dass ihm wesentliche Informationen entgehen. Schön für Linux-Anwender: Kersken erklärt die Konfiguration des Servers hauptsächlich unter Linux. Das ergibt Sinn, denn der freie Server läuft in der Praxis aus Performance-Gründen meist auf Linux-Systemen. Wer also ernsthaft plant, ein Apache zu werden, der findet in dem Buch einen guten Einstieg und Begleiter auf den ersten Schritten. (kki)

Infos

Sascha Kersken

Apache 2.2

Galileo Computing, 2009

ISBN 978-3-8362-1325-7

947 Seiten, 44,90 Euro

http://www.galileocomputing.de

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