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Angedockt

Schnellstartleiste für Gnome

23.02.2009
Mehrere Projekte bieten inzwischen Programme an, die den Desktop wie bei Mac OS X um eine Schnellstartleiste erweitern. Sowohl optisch als auch technisch ist Cairo-Dock derzeit der Favorit.

Programme starten, schnell auf Dokumente und Ordner zugreifen, Statusinformationen anzeigen: Das alles muss eine moderne Dock-Leiste ermöglichen. Unter Linux gibt es gleich mehrere Kandidaten, die versuchen, die Funktionalität der bekannten Dock-Leiste von Mac OS X nachzubilden oder sie gar zu übertreffen. Dieser Artikel nimmt Cairo-Dock [1] (Abbildung 1) unter die Lupe.

Abbildung 1: Das Cairo-Dock (unten) sieht mit dem entsprechenden Theme aus wie das Dock von Mac OS X (oben), läuft aber unter Linux in Zusammenarbeit mit Gnome.

Installation

Binärpakete von Cairo-Dock stellt das Projekt direkt zum Download bereit. Unter Ubuntu integrieren Sie zunächst den GPG-Key des Repositories in die Paketverwaltung, um die Authentizität der Pakete sicherzustellen:

$ wget -q http://repository.cairo-dock.org/ubuntu/cairo-dock.gpg -O- | sudo apt-key add -

Nun bearbeiten Sie die Steuerdatei /etc/apt/sources.list, um das Repository als Installationsquelle einzubinden. Dazu ergänzen sie die Datei am Ende um die Zeile

deb http://repository.cairo-dock.org/ubuntu Version cairo-dock

Version ersetzen Sie durch den Versionsnamen der Distribution – Cairo-Dock gibt es für gutsy, hardy und intrepid. Für die letzten beiden stehen sowohl 32- als auch 64-Bit-Pakete zur Installation bereit. Nach dem Aktualisieren der Paketdatenbank mittels sudo apt-get update installieren Sie die Software mit dem Aufruf sudo apt-get install cairo-dock cairo-dock-plug-ins.

Benutzer von OpenSuse 11.0 finden passende RPM-Pakete unter [2] (32 Bit) bzw. unter [3] (64 Bit). Die 1-Click-Installation via YaST funktioniert momentan nicht, weswegen Sie die Pakete manuell herunterladen und via rpm -ihv *.rpm installieren müssen.

Programmstart

Sie starten die Anwendung mit der Eingabe von cairo-dock im Terminal oder Schnellstarter ([Alt-F2]). Alternativ verwenden Sie den Menü-Eintrag Anwendungen | Systemwerkzeuge | Cairo-Dock. Zunächst erscheint die Theme-Auswahl (Abbildung 2), die Sie nach dem Festlegen des gewünschten Stils mit OK bestätigen und damit Cairo-Dock aktivieren. Sie erreichen den Themenauswahldialog später mit einem Rechtsklick auf das Dock im Kontextmenü unter Cairo-Dock | ManageThemes.

Abbildung 2: Beim ersten Start legen Sie das Aussehen der Leiste über vorkonfigurierte Themes fest.

Aktivieren Sie die beiden Checkboxen Use the new Theme's behaviour? und Use the new theme's launchers?, dann übernehmen Sie beim Theme-Wechsel auch das Verhalten (Zoom, Ausblenden, etc.) sowie die Vorbelegung (Icons, Applets, etc.) des neuen Themes. Verweigert Cairo-Dock aufgrund fehlerhafter Einstellungen den Start, laden Sie das Programm mit dem Aufruf cairo-dock -f. Der Parameter -f sorgt dafür, dass die Applikation nur funktionierende Ausgangswerte übernimmt.

Erste Schritte

Ein Linksklick auf ein Icon startet das damit verknüpfte Programm. Läuft es bereits, holt es der Klick in den Vordergrund. Ein weiterer Linksklick auf das Programmsymbol minimiert das Fenster der gestarteten Applikation.

Möchten Sie dem Dock ein Verzeichnis oder ein Programm hinzufügen, dann ziehen Sie es einfach vom Dateibrowser per Drag & Drop dorthin. Allerdings klappt das nur unter Gnome. Bei Tests mit KDE 3.5.10 weigerte sich Cairo-Dock, Objekte auf diese Art zu integrieren. Hier hilft nur das eher umständliche Hinzufügen über das Konfigurationswerkzeug, das Sie über das Kontextmenü mit einem Klick auf Add a manual launcher starten. Zum Entfernen eines Eintrags genügt es, das entsprechende Icon aus dem Dock herauszuziehen und loszulassen.

Der Inhalt des Kontextmenüs hängt von dem Element ab, das Sie mit der rechten Maustaste anklicken. Im Falle eines Programmstarters besteht die Möglichkeit, das fragliche Programm zu ändern. Verknüpfungen zu externen Laufwerken nutzen Sie, um diese aus dem Dateisystem auszuhängen. Klicken Sie ein Applet wie den Papierkorb an, so erscheint im Kontextmenü ein Eintrag für das Applet-eigene Konfigurationstool. In jedem Fall gibt es im Kontextmenü ein Untermenü namens Cairo-Dock. Dort finden sie den Theme-Manager, der Eintrag Configure startet den Konfigurationsdialog.

Im einfachen Modus beeinflussen Sie hier beispielsweise die Position oder das automatische Ausblenden des Docks. Sobald der Mauspfeil eine Weile über einem Konfigurationselement verweilt, verraten Tooltipps in englischer Sprache Näheres zum jeweiligen Parameter.

Feintuning

Durch einen Klick auf Advanced Mode schalten Sie den Konfigurationsdialog in den erweiterten Modus (Abbildung 3). Er erlaubt, jedes noch so kleine Detail des Docks zu beeinflussen. So platzieren Sie in der Rubrik Position das Dock beinahe pixelgenau an einer beliebigen Stelle oder legen mit der Checkbox Activate autohide fest, dass das Dock nur beim Berühren mit der Maus erscheint.

Besonders interessante Konfigurationseinstellungen finden sich im Reiter Applets. Dort schalten Sie beispielsweise die zum Cairo-Dock gehörenden Mini-Programme an und ab. Das Sortiment umfasst unter anderem eine Wettervorhersage sowie Tools zum Anzeigen von Speicherverbrauch, CPU-Nutzung und Batterieladestands. Im gleichen Reiter finden Sie weiter unten auch Möglichkeiten, um Gnome-Helferlein wie den Papierkorb oder Programmfernsteuerungen anzudocken (etwa für den Mediaplayer Rhythmbox).

Abbildung 3: Über den Button Easy / Advanced Mode in der linken unteren Ecke des Fensters schalten Sie zwischen den erweiterten und Basisoptionen um.

Fazit

Cairo-Dock ist eine gleichermaßen funktionale wie schicke Andockleiste für Linux und integriert sich hervorragend Integration in den Gnome-Desktop. Das Dock bringt gut vorkonfigurierte Themes mit, lässt sich mit ein wenig Experimentieren aber bis ins Kleinste an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Es funktioniert sowohl mit als auch ohne Compiz-Erweiterung, im Test klappte die transparente Darstellung allerdings nur mit Compiz. Ein gewisses Manko stellt die die fehlende Übersetzung ins Deutsche dar. Das Programm liegt derzeit nur auf Englisch und Französisch vor, die Projektwebseite sogar ausschließlich in Französisch.

Infos

[1] Cairo-Dock: http://www.cairo-dock.org

[2] Cairo-Dock für Suse 11.0 (32 Bit): http://repository.cairo-dock.org/openSUSE_11.0/i586/

[3] Cairo-Dock für Suse 11.0 (64 Bit): http://repository.cairo-dock.org/openSUSE_11.0/86_64/

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