Distribits

15.01.2009

Kurz notiert

Der französische Distributor Mandriva (http://www.mandriva.com) bietet OEM-Partnern eine für Netbooks mit Atom-Prozessor angepasste Variante seiner Distribution an. Die Mandriva Mini genannte Distribution lässt sich an die Erfordernisse der Hardwarehersteller anpassen. Mandriva verspricht, die Systeme mit Updates zu versorgen. Das System ist für die Verwendung von Flash-Speichermedien optimiert und kommt mit den kleinen Bildschirmen der Netbooks zurecht. Auch für die Verwendung von drahtlosen Verbindungstechniken wie WLAN und UMTS ist die Distribution ausgerichtet. Eine Reihe von Multimedia-Codecs zur Wiedergabe der wichtigsten Audio- und Video-Formate sind bereits enthalten. Die Verteilung von Mandriva Mini an Endbenutzer ist zur Zeit nicht vorgesehen.

Nach dem Einbruch auf den Server des Fedora-Projekts (http://fedoraproject.org) haben die Entwickler das Updatesystem wieder in Betrieb genommen. Vorher haben sie alle Pakete neu signiert, um auszuschließen, dass Pakete während des Einbruchs manipuliert wurden. Über das Fedora-eigene Update-System erhalten die Anwender von Fedora die neu signierten Pakete automatisch.

Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth hat den Namen für das kommende Ubuntu 9.04 (http://www.ubuntu.com) bekannt gegeben. Das System wird den Namen Jaunty Jackalope tragen und soll im April 2009 erscheinen. Mit Ubuntu 9.04 möchte Canonical (http://www.canonical.com), die Firma hinter Ubuntu, endgültig den Massenmarkt erreichen. Dieses Ziel soll gerade dadurch erreicht werden, dass Ubuntu im nächsten Jahr auf einigen Netbooks vorinstalliert zu haben sein wird. Als erste Entwicklungsziele für Ubuntu 9.04 nannte Mark Shuttleworth die Verkürzung der Startzeit und die Vereinfachung der Bedienung von Ubuntu. Die genauen Ziele für die Distribution legt die Ubuntu-Entwicklergemeinde auf einem Treffen Anfang Dezember 2008 fest.

Helix 2.0 (http://e-fense.com/helix) ist eine Distribution für Computer-Forensik. Das System enthält die nötigen Werkzeuge, einen kompromittierten oder mit Trojanern verseuchten Rechner zu booten und zu analysieren. Helix basiert auf Ubuntu (http://www.ubuntu.com). Das ISO-Image der Distributio finden Sie neben einem Handbuch, einer FAQ-Sammlung und einigen Artikeln auf der Homepage von Helix. Um das Projekt zu unterstützen, ist der Erwerb eines gedruckten Handbuches oder einer gebrannten CD möglich.

Die Linux Foundation (http://www.linuxfoundation.org), ein Verein zur Förderung und Unterstützung von Linux, hat sich für Privatpersonen geöffnet. Bisher war die Mitgliedschaft Firmen vorbehalten. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 49 US-Dollar jährlich. Private Miglieder haben einen anderen Status als Firmen und sind nicht an allen Entscheidungen der Foundation beteiligt.

Arjan van de Ven, Entwickler bei IBM, hat auf der diesjährigen Linux Plumbers Conference (http://linuxplumbersconf.org/) gezeigt, dass es möglich ist, ein Linux-System innerhalb von fünf Sekunden zu starten. Arjan von de Ven nahm als Basis für sein System ein angepasstes Mobilin (http://www.mobilin.org), das auf einem eee-PC 901 mit Flash-Speicher startete. Details zur Anpassung von Mobilin lassen sich in van de Vens Artikel auf http://linuxplumbersconf.org/ nachlesen.

LinuxMint mit XFCE

Die Ubuntu-basierende Distribution LinuxMint (http://www.linuxmint.com) hat als neuesten Zugang eine Variante mit XFCE als Desktop erhalten.

LinuxMint XCFE basiert auf LinuxMint 5, das im Juni erschienen ist und seinerseits auf Ubuntu 8.04 LTS aufbaut.

Die XFCE-Edition von LinuxMint ist das Werk eines einzelnen Entwicklers, der die LinuxMint-Werkzeuge mintUpdate, mintUpload, mintInstall, mintConfig und mintDesktop für den XFCE-Desktop adaptierte.

Durch den schlanken Desktop startet LinuxMint sehr schnell und lässt sich problemlos auch auf älteren Geräten verwenden. Sofware lässt sich aus dem LinuxMint-Pool nachinstallieren.

LinuxMint XFCE vereint die Vorteile von LinuxMint mit dem ressourcenschonenden XCFE-Desktop.

Der XO-Laptop für jeden

Das One Laptop Per Child-Projekt (OLPC) (http://laptop.org) hat ein neues "Give One, Get One"-Programm angekündigt.

Das OLPC wird auch dieses Jahr ein Programm anbieten, bei dem Käufer in Industrieländern zwei XO-Laptops des Projekts erwerben. Eines davon bekommt der Besteller, eines geht an ein Kind in einem Entwicklungsland. Bereits im letzten Jahr starte OLPC ein solches Programm, das allerdings auf die USA und Kanada beschränkt blieb. In diesem Jahr bietet das Projekt die Laptops weltweit an. Die Auslieferung übernimmt der Onlinehändler Amazon.

Der Preis für ein XO beträgt 188 US-Dollar, der Verkaufsstart für das Programm ist der 17. November 2008.

Foresight für Netbooks

Die Zahl der für die beliebten Netbooks optimierten Distributionen wächst weiter. Nun gibt es auch von Foresight Linux (http://foresightlinux.com) eine Variante für Netbooks.

Der für die kleinen Bildschirme der Netbooks eingerichtete Desktop setzt auf Gnome und nutzt die Oberfläche von Ubuntu Netbook Remix (http://www.canonical.com/netbooks). Diese Oberfläche bietet über Tabs Zugriff auf die installierten Programme.

Das System bringt Firefox als Browser, den Instant-Messenger Pidgin, den Mediaplayer Banshee und den Gnome-Movie-Player und die Fotoverwaltung F-Spot enthalten. Weitere Programme lassen sich über den Paketmanager Conary (http://www.linux-user.de/ausgabe/2008/01/076/index.html) installieren. Conary lädt dabei stets nur die Dateien nach, die sich geändert haben uns spart so Netzbandbreite, was beim mobilen Betrieb hilfreich ist.

Foresight Linux Mobile Edition 1.0 liegt als Bittorrent-Datei auf der Foresight-Homepage zum Download bereit.

Ubuntu für den eee-PC

Unter dem Namen Ubuntu-eee (http://www.ubuntu-eee.org) existiert seit kurzem ein Variante von Ubuntu (http://www.ubuntu.com) für die eee PC-Reihe von Asus.

Zur Zeit gibt es nur ein ISO-Image für einen CD-Rohling, so dass zur Installation ein externes CD- oder DVD-Laufwerk erforderlich ist.

Im Ubuntu eee-Wiki gibt es eine Anleitung, das System von einer CD auf einen USB-Stick zu kopieren, um die Installation danach von einem Stick aus durchzuführen.

Wie von Ubuntu gewohnt, startet ein benutzbares Live-System. Die Hardwareerkennung arbeitet zuverlässig, alle Komponenten der eee-PCs sind sofort benutzbar. Das Ubuntu-eigene Installationsprogramm kopiert das System in wenigen Schritten auf das Netbook.

Das System startet auch auf dem eee-PC 701, dem ersten Gerät der Reihe, flott und lässt sich flüssig bedienen. Als Desktop verwendet Ubuntu-eee die vom Ubuntu Netbook Remix bekannte Oberfläche, in der die Programme übersichtlich in Tabs organisiert sind. Ein Wechsel zur normalen Gnome-Oberfläche ist leicht möglich.

Die Softwareausstattung ist für das Arbeiten mit dem Netbook komplett. Firefox als Browser ist ebenso dabei wie das E-Mailprogramm Thunderbird und der Messenger Pidgin. Für die Büroarbeit steht OpenOffice bereit.

Die erste Version von Ubuntu-eee, 8.04.1, liegt auf dem Server des Projekts zum Download bereit.

Zur Zeit kämpft das Projekt mit markenrechtlichen Problemen. Canonical (http://www.canonical.com), die Firma hinter Ubuntu, besteht darauf, dass die Entwickler die Distribution umbenennen, da sie nicht das Recht haben, den Namen "Ubuntu" und das Ubuntu-Logo zu verwenden. Zur Zeit läuft unter http://www.jonramvi.com/update-re-branding-ubuntu-eee/ eine Abstimmung über einen neuen Namen für die Distribution.

Ubuntu-eee ist ideal auf die Erfordernisse des eee-PC abgestimmt.

Erste Beta von OpenSuse 11.1

Die Entwickler von OpenSuse (http://www.opensuse.org) habe die erste Beta-Version der Distribution fertig gestellt.

OpenSuse 11.1 Beta1 basiert auf Kernel 2.6.27-rc5, enthält GCC 4.3.2 und X.org 74 sowie Package Kit 0.3.2. Die Sicherheitslösung SELinux ist jetzt in OpenSuse enthalten, wenn auch AppArmor weiterhin die Standardlösung für diesen Bereich bleibt. Die Yast-Module für Drucker, Partitionierung und Sicherheitskonfiguration sind gründlich überarbeitet worden.

Als Desktops kommen KDE 4.1 und das brandaktuelle Gnome 2.24 zum Einsatz. KDE 3.5 ist noch auf der DVD enthalten, wird aber nur auf Wunsch installiert. OpenSuse 11.1 ist die letzte Version von OpenSuse, die KDE 3.5 noch offiziell unterstützt, alle späteren Versionen werden nur noch KDE 4 enthalten. OpenOffice ist in Version 3.0RC1 enthalten und neu in einzelne Pakete aufgeteilt.

Auch die wichtigsten Desktop-Programme sind in aktuellen Versionen enthalten.

Benutzer von Intel-Netzwerkkarten sollten diese Beta-Version nicht installieren. Ein Fehler im e1000e-Treiber führt unter Umständen dazu, dass die Netzwerkkarte nicht mehr funktioniert. Sobald das Problem behoben ist, stellen die OpenSuse-Entwickler eine korrigierte Fassung der Distribution bereit.

OpenSuse 11.1 Beta1 steht auf dem Server von OpenSuse und zahlreichen Spiegelservern für die Architekturen x86, x86-64 und PowerPC zum Download bereit.

Gentoo am Scheideweg

Die Entwickler von Gentoo (http://www.gentoo.org) haben sich entschlossen, ihre Veröffentlichungsstrategie zu ändern. Die ursprünglich geplante Version 2008.1 wird nicht erscheinen.

In den letzten Monaten hat das Projekt etliche Entwickler verloren und eine turbulente Zeit erlebt. Die verbliebenen Mitarbeiter sind nicht mehr in der Lage, regelmäßig neue Versionen von Gentoo zu erstellen und zu pflegen. Aus diesem Grund sollen in Zukunft wöchentliche Schnappschüsse des aktuellen Entwicklungsstandes in Form von Mini-CDs erscheinen, die eine Installation des Systems ermöglichen. Außerdem denken die Entwickler über die Herausgabe von Live-CDs nach.

Ubuntu 8.10 Alpha6

Ubuntu 8.10 (http://www.ubuntu.com) nimmt allmählich Formen an. Die mittlerweile sechste Alpha-Version ist nach Aussagen der Entwickler weitgehend frei von schweren Fehlern auf der CD und im Installationsprogramm, richtet sich aber nach wie vor an Entwickler und testwillige Anwender und ist nicht für Produktivsysteme geeignet.

Ubuntu 8.10 Alpha6 basiert auf dem aktuellen Release-Kandidaten von Kernel 2.6.27 und bringt X.org 7.4 it X Server 1.5 mit. Gnome ist als Release Kandidat der kommenden Version 2.24 dabei.

Die aktuelle Testversion von Ubuntu steht in den Varianten Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu und Ubuntu Education Edion zum Download auf dem Ubunut-Server und einigen Spiegelservern bereit.

Ubuntu 8.10 wird, wenn alles wie geplant läuft, Ende Oktober 2008 erscheinen.

Sidux 2008.3

Die Debian-basierende Live-Distribuion Sidux (http://www.sidux.com) ist in Version 2008.3 erschienen. Sidux nutzt das aktuelle Debian Sid als Grundlage, unterstützt aber mehr Hardware und hat eine größere Auswahl an Software dabei.

Neben der üblichen KDE-Variante ist Sidux auch erstmals in einer XFCE-Version verfügbar.

Das aktuelle Sidux nutzt Kernel 2.6.25.6 und ist auf dem Stand von Debian Sid vom 22. September 2008. Durch den neuen Kernel unterstützt Sidux jetzt eine Menge Hardware mehr als in älteren Versionen. Auch auf vielen Netbooks läuft das System. OpenJDK 6 hat erstmals Aufnahme in Sidux gefunden.

X.org ist in Version 7.3 dabei, KDE in Version 3.5.10, in der XFCE-Variante trägt XFCE die Versionsnummer 4.4.2. Ein neues SVG-basierendes Theme verschafft der Programmoberfläche ein frisches Aussehen.

Sidux ist in verschiedenen Ausführungen für x86- und x86_64-Systeme auf dem Server des Projekts und einigen Spiegelservern zu bekommen. Es gibt Light-Varianten mit KDE oder XFCE als Desktop und in einer rund 2GB großen Version mit vollständigem Funktionsumfang.

Die XFCE-Variante von Sidux eignet sich besonders für ältere Rechner.

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