Der Home-Server
Streaming-Box S100 mit Linux
Nach der Installation
Nach dem ersten Reboot benötigen Sie das CD/DVD-Laufwerk nicht mehr. Nutzen Sie mehrere USB-Festplatten, stoßen Sie gelegentlich auf Probleme mit der Laufwerkszuordnung, da einige Varianten des S100-BIOS bei mehreren eingesteckten USB-Festplatten deren Reihenfolge bei jeden Start durcheinanderwürfeln.
Das Ausschalten des USB-Legacy-Supports im BIOS unter Advanced | USB Configuration | Legacy USB Support löst dieses Problem. Der Trick deaktiviert jedoch beim Bootvorgang zunächst sämtliche USB-Geräte. Erst wenn der Linux-Kernel die USB-Treiber geladen hat, sind diese wieder verfügbar. Über [Entf] kommen Sie allerdings weiterhin ins BIOS, lediglich das Grub-Menü können Sie dann nicht mehr bearbeiten.
Im ersten Konfigurationsschritt installieren Sie zunächst einmal den X-Server für die grafische Oberfläche mittels des Befehls
# apt-get install xserver-xorg xfonts-base
Als X.org-Modul wählen Sie im Postinstall vorerst den i810-Treiber. Sind Sie mit der Einstellung zufrieden, können Sie den nächsten Schritt, die Anpassung für den SCART-Ausgang, überspringen. Möchten Sie über den VGA-Ausgang einen Monitor mit Breitbild ansteuern, müssen Sie eine neuere Version des X-Servers einsetzen, zum Beispiel von Debian "Unstable". Hier wählen Sie dann den intel-Treiber. Damit funktionieren auch 16:9-Auflösungen out-of-the-box. Möchten Sie den Scart-Ausgang nutzen, müssen Sie von der Intel-Homepage den proprietären IEGD-Treiber herunterladen. Details dazu lesen Sie im Kasten "Scart-Ausgang einrichten".
Scart-Ausgang einrichten
Mit den Open-Source-Treibern lässt sich der Scart-Ausgang der S100-Box zurzeit nicht nutzen. Sie benötigen dazu den proprietären IEGD-Treiber (Intel Embedded Graphics Driver) für den i830-Grafikchip. Den hat Intel allerdings gut versteckt [3]. Sie finden Ihn am einfachsten, indem Sie in der Suchmaske des Intel-Downloadcenters oder bei Google den Suchbegriff "IEGD RPM" eingeben.
Danach müssen Sie allerdings nicht etwa das RPM herunterladen, sondern die als "IEGD with CED for 845 Version 6.1" verpackte EXE-Datei. Sie enthält eine Eclipse-Entwicklungsumgebung für die Erstellung eigener Embedded-Appliances. Mit einer aktuellen Wine-Version lässt sich das Programm aber problemlos installieren. Nach Abschluss der Installation befindet sich im Verzeichnis workspace/documentation/UsersGuide.pdf des Installationsverzeichnisses die Anleitung zum Treiber.
Das eigentliche Archiv mit dem Linux-Treiber finden Sie unter plugins/com.intel.iegd.drivers_6.1.0/Linux/IEGD_6_1_Linux.tgz. Es enthält neben Treibern für ältere X-Server das Verzeichnis IEGD_6_1_Linux/Driver/Xorg-X11R7.0. Hier finden Sie fertig kompilierte Dateien, die Sie zur Installation nur noch an die richtige Stelle im Dateisystem der S100 kopieren müssen (Listing 1)
Allerdings ist dieser Treiber für X.org 7.0 compiliert, Debian Etch verwendet aber X.org 7.1. Aus diesem Grund müssen Sie den den X-Server mit der Option -ignoreABI starten. Er ignoriert dann die Modulversion des Treibers – dieses Vorgehen ist zwar nicht optimal, funktioniert aber. Intel stellt zwar auch eine neuere Version des IEGD-Treibers zur Verfügung, doch damit gestaltet sich das Setup des Scart-Ausgangs schwieriger
Nach der Installation des Treibers passen Sie die Konfigurationsdatei /etc/X11/xorg.conf an. Ein komplettes Beispiel zeigt ein Listing im Download-Bereich der LinuxUser-Website [4]. Prinzipiell reicht es, den Treiber intel in der Section "Device" anzugeben, damit der Scart-Ausgang nach dem Start des Servers ein Bild zeigt. Funktioniert das nicht oder zeigt der Fernseher lediglich ein grünes Bild, dann müssen Sie mit den Parametern in der Display-Sektion experimentieren. Eine vollständige Dokumentation zu den einzelnen Einstellungen finden Sie im PDF-Dokument, das dem Original-Installationsarchiv beiliegt. Über die Config-Ports stellen Sie zum Beispiel Kontrast, Sättigung, Helligkeit und Bildlage des Scart-Ausgangs ein.
Haben Sie alle Einstellungen getroffen, starten Sie den X-Server von der Konsole aus über den Befehl X -ignoreABI. Auf dem Fernseher sollte dann über den Scart-Ausgang ein Bild zu sehen sein. Die Installation von Debian Etch auf der S100-Box ist damit abgeschlossen.
# cp intel_escape.h /usr/include§§/X11/ # cp intel_drv.la libXiegd* /usr/lib # mv intel_drv.so /usr/lib/xorg/modules/drivers/ # cp *.so /usr/lib/xorg/modules/
Wireless LAN
Die S100 verfügt über eine WLAN-Karte, die Sie über den Prism54-Treiber oder per Ndiswrapper in Betrieb nehmen. Der Prism54-Treiber ist recht einfach zu installieren, ermöglicht aber nur den Zugriff auf unverschlüsselte oder per WEP gesicherte Netze. Der Ndiswrapper bietet hingegen auch WPA-Support. Eine Anleitung zur Installation des Ndiswrappers und der nötigen Windows-Dateien finden Sie im Zenega-Forum [5].
Für den Weg über das Prism54-Modul müssen Sie von der Homepage des Projekts die passende Firmware [6] herunterladen. Diese benennen Sie nach isl3890 um und speichern die Firmware mit Administratorrechten im Verzeichnis /lib/firmware/. Da Debian den Prism54-Treiber bereits mitbringt, ist das passende Kernelmodul schon aktiv. Um es mit Firmware neu zu laden, geben Sie folgende zwei Befehle ein:
# modprobe -r prism54 # modprobe prism54
Damit ist die Hardware einsatzbereit und Sie können sie via /etc/network/interfaces als eth1 einrichten.



