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Angetestet

15.01.2009

Atool vereinfacht die Verwaltung komprimierter Dateien

Bei den zahlreichen Archivformaten, die heutige Linux-Distributionen unterstützen, behalten selbst Experten nur schwer den Überblick über alle Tools und Parameter. Abhilfe schafft hier das Perl-Skript Atool, das als Wrapper die Standardfunktionen von 30 Archivformaten beherrscht und die Bedienung durch einheitliche Parameter vereinfacht. Die Palette der unterstützten Formate reicht von Klassikern wie ARC, TAR, GZ oder ZIP über Paketformate wie DEB, RPM oder CAB bis zu Exoten wie 7Z. Während Atool bei Standardformaten wie TAR oder ZIP alle Funktionen abbildet, stehen bei den Paketformaten nur die Funktionen zur Anzeige und zum Entpacken zur Verfügung.

Doch Atool vereinfacht den Umgang mit Archiven nicht nur durch einheitliche Kommandozeilenparameter: Für wichtige Funktionen wie Inhaltsanzeige, Archiv-Vergleich oder Ausgabe des Archivinhalts stellt es eigene Programme bereit, die sich direkt aufrufen lassen, und wirkt dadurch fast wie eine Software-Suite. Allerdings handelt es sich bei diesen Programmen nur um symbolische Links, die auf Atool zeigen und dem Anwender durch ihre Verwendung lediglich die Eingabe von ein oder zwei Parametern ersparen – trotzdem sehr praktisch.

Zu den besonders interessanten Funktionen von Atool zählt der Vergleich zweier Archive. Hierbei spielt es keine Rolle, ob beide Archive das gleiche Format haben, da Atool beide temporär entpackt und mit Hilfe von Diff vergleicht. Durch den Parameter -v lässt sich dabei die Ausgabe noch aussagekräftiger gestalten.

Eine weitere praktische Funktion ist die Konvertierungsoption, mit der Sie Archive von einem Format ins andere übertragen. Das setzt jedoch voraus, dass die Kommandozeilenprogramme für die jeweiligen Formate installiert sind. Beim Konvertieren wählt Atool einen ähnlichen Ansatz wie beim Vergleich von Archiven, indem es das Original kurzzeitig entpackt und mit dem Zielformat wieder archiviert. Dazu stellt das Programm den symbolischen Link arepack bereit, dem der Anwender nur noch die Namen von Quell- und Zielarchiv übergeben muss. Die zu verwendenden Komprimierungsverfahren ermittelt Atool aus den Dateierweiterungen.

Wertung

Der leistungsfähiger Wrapper Atool erleichtert die Arbeit mit Archivformaten und Kompressionsprogrammen besonders für Einsteiger. Experten profitieren von fortgeschrittenen Funktionen wie Konvertierung oder Paketvergleich.

Bequem auf der Konsole surfen mit Elinks

Um mit Linux zu surfen, setzen die meisten Anwendern auf grafische Webbrowser wie Konqueror oder Firefox. Dass es durchaus ressourcenschonender und dabei nicht weniger komfortabel geht, beweist der Browser Elinks: Das kompakte Programm ist durch umfangreiche Tastaturkürzel für den Konsoleneinsatz optimiert, lässt sich aber bei Bedarf über den Konsolen-Maus-Daemon GPM auch via Maus steuern.

Damit man bei vielen offenen Webseiten nicht den Überblick verliert, unterstützt Elinks sogar Tabbed-Browsing. Zwischen den offenen Seiten wechseln Sie dann quasi auf Knopfdruck. Im Gegensatz zum Urvater der Konsolen-Browser, Lynx, rendert Elinks auch Tabellen und Rahmen ordnungsgemäß und erhält so den strukturellen Aufbau einer Seite. Auch Skriptsprachen wie Perl, Python oder Ruby stellen für Elinks kein Problem dar – vorausgesetzt, sie wurden beim Kompilieren des Browsers eingebunden.

Neben dem klassische HTTP-Protokoll beherrscht der Browser auch FTP, HTTPS und selbst SMB, was ihn gerade auf einem Server vielseitig verwendbar macht. Ein Download- und Formularmanager runden das positive Gesamtbild ab. Darüber hinaus können Sie Elinks durch Anpassung von Tastaturbelegung, Spracheinstellung oder MIME-Typen an Ihre Arbeitsweise anpassen.

Wertung

Wer auf grafische Oberflächen verzichten kann oder muss, für den ist Elinks der ideale Browser. Er erhält die Struktur der Webseiten und entfernt unnötige Bilder – ideal für den Einsatz auf schmalbandigen Verbindungen oder Servern.

GRCM – die helfende Hand im Remote-Session-Chaos

In der vernetzten Welt gehören Zugriffe auf entfernte Rechner zu Arbeits- oder Wartungszwecken zum Tagesgeschäft. Angesichts zahlreicher unterschiedlicher Programme und Protokolle wünscht sich so mancher Anwender eine einheitliche Verwaltungsoberfläche. Der GNOME Remote Connection Manager, kurz GRCM, bietet genau das. In einer grafische Oberfläche verwalten Sie zentral alle Verbindungsdaten. Für den eigentlichen Aufbau der Sitzungen greift GRCM auf die Kommandozeilenprogramme für das jeweilige Protokoll zurück, die es mit den entsprechenden Parametern aufruft.

Prinzipiell ist das Programm nicht auf bestimmte Protokolle beschränkt: Von Telnet über SSH bis RDP haben Sie die Möglichkeit, für jedes Protokoll einen eigenen Protokolltyp zu definieren und diesem das entsprechende Kommandozeilenprogramm samt Parameter zuzuordnen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, jeden Typ mit einem eindeutigen Icon zu versehen. Das erleichtert die Auswahl der richtigen Verbindungsdaten, wenn mehrere Verbindungsprofile zum selben Rechner mit unterschiedlichen Protokollen vorliegen .

Bevor Sie eine Remote-Verbindung nutzen können, müssen Sie diese erst als Profil anlegen. Neben dem Profilnamen geben Sie dazu den Protokolltyp, die Adresse des Remote-Rechners und den Anmeldenamen an. Das Eingabefeld Arguments enthält die Daten, die bei der Anmeldung an den Remote-Rechner übertragen werden sollen. Passwörter verwaltet GRCM nicht. Haben Sie alle Einstellungen vorgenommen, reicht im täglichen Gebrauch ein Klick auf das gewünschte Profilsymbol, und GRCM initiiert die Verbindung.

Wertung

Der GNOME Remote Connection Manager erleichtert durch seine Verbindungsprofile das tägliche Arbeiten mit den verschiedensten Remote-Protokollen.

Sichere Passwörter erzeugen mit Jpwgen

Passwörter zählen zu den weniger angenehmen Randerscheinungen der IT, jeder Nutzer verwendet täglich mindestens ein halbes Dutzend davon. Allerdings fällt die Erstellung eines sicheren Passwortes oft schwer – zumindest, wenn man keinen Passwort-Generator wie Jpwgen einsetzt.

Rufen Sie Jpwgen ohne weitere Parameter auf, generiert das Programm innerhalb weniger Augenblicke ein achtstelliges, ausreichend komplexes Passwort. Reicht die Komplexität nicht aus oder ist das Passwort schwer zu merken, können Sie über Kommandozeilenparameter Jpwgen in eine gewünschte Richtung lenken: So dürfen Sie beispielsweise festlegen, wieviele Ziffern ein Passwort enthalten soll, ob diese am Anfang oder Ende stehen oder ob das Passwort nur aus Kleinbuchstaben bestehen soll. Auf Wunsch erzeugt Jpwgen auch mehrere Passwörter in einem Durchlauf und bietet so eine größere Auswahl. Last but not least haben Sie auch die Möglichkeit, den Verschlüsselungsalgorithmus nach Belieben zu wechseln.

Obwohl Jpwgen auf Java basiert, ist es ein sehr schlankes Programm, das gerade mal 280 KByte auf die Waage bringt. Für den reibungslosen Betrieb benötigen Sie noch die ebenfalls schlanken Tools Commons-cli-1.1 und Commons-logging-1.1, die im selben Pfad wie Jpwgen liegen müssen.

Wertung

Bei Jpwgen handelt es sich um einen Java-Ableger des bekannten Pwgen. Neben dem Kommandozeilen-Client bringt es eine unabhängige Bibliothek mit, die Entwickler für ihre Produkte nutzen können.

Notefinder bringt Ordnung in die virtuelle Zettelwirtschaft

Jeder kennt den Stress, der ausbricht, wenn man unter Dutzenden von Zetteln und Post-Its eine wichtige Notiz sucht, aber nicht mehr findet. Damit derartige Dramen künftig der Vergangenheit angehören, gibt es Programme wie Notefinder, die Notizen nicht nur effizient verwalten, sondern auch das Wiederfinden erleichtern.

Die Oberfläche von Notefinder gliedert sich übersichtlich in einen Kalender und eine Stichwortliste. Sofern Sie noch wissen, wann Sie eine Notiz angelegt haben, klicken Sie einfach das entsprechende Datum an, und Notefinder zeigt alle Notizen dieses Tages. Alternativ geben Sie der Suchfunktion ein Stichwort vor, und das Programm listet alle entsprechenden Notizen auf. Dies setzt natürlich voraus, dass Sie der Notiz das jeweilige Stichwort bei der Erstellung auch zugeordnet haben.

Zum Anlegen einer neuen Notiz klicken Sie einfach auf das Plus-Symbol und öffnen so ein Editorfenster. Als Notiznamen wählt Notefinder standardmäßig das aktuelle Datum, was Sie aber beim Erstellen der Notiz noch ändern können – später geht das nicht mehr. Das Editorfeld unten links bietet einen rudimentären Editor. In das große Stichwortfeld tragen Sie die Begriffe ein, mit denen Notefinder die Notiz assoziieren soll. In der Vorgabe legt Notefinder sämtliche Texte in Ihrem Home-Verzeichnis ab – den Pfad ändern Sie gegebenenfalls über die Programmeinstellungen.

Als unangenehmer Minuspunkt der getesteten Notefinder-Version 2.0.1 erweisen sich die festkodierten Pfade für Icons. Installieren Sie man das Programm in einem anderem Pfad als unterhalb von /usr, startet es zwar, jedoch fehlen alle Icons in der Funktionsleiste. Sie müssen dann ausschließlich über die Pulldown-Menüs navigieren. Möchten Sie Notefinder dennoch in einem anderen Verzeichnis einrichten, müssen Sie nach der Installation die Icons mittels eines symbolischen Links im Verzeichnis /usr/share/notefinder abbilden.

Wertung

Notefinder ist eine praktische Alternative zur Zettelwirtschaft auf dem Desktop. Das Programm benötigt wenig Ressourcen und lässt sich einfach bedienen.

Word War Vi: Arcade-Spielspaß aus der Homecomputer-Ära

Dass zwischen den Anhängern der klassischen Editoren Emacs und Vi ein Glaubenskrieg herrscht, weiß man ja. Mit dem Arcade-Spiel Word War Vi können Vi-Jünger nun aber erstmals ihre Abneigung in einem klassischen Arcade-Spiel ausleben.

Bei Word War Vi handelt es sich um ein Spiel im Arcade-Stil der 80er Jahre, das stark den Klassikern Defender und Stargate ähnelt. Sie müssen sich in einem Flugzeug zum Arbeitsspeicher vorkämpfen, um diesen von Emacs zu befreien – leichter gesagt als getan, denn zahlreiche Verteidiger in Form von Raketen, Flugzeugen oder Ufos werfen sich Ihnen entgegen. Zur Abwehr der Gegner stehen Ihnen nur ein Bordlaser, Bomben sowie Streubomben zur Ablenkung feindlicher Raketen zur Verfügung. Sie steuern das Spiel wahlweise über die Tastatur oder über einen Joystick. Im Gegensatz zu heutigen Spielen kennt Word War Vi keine unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen – Sie bekommen es sofort mit der vollen Macht des Kontrahenten zu tun.

Die Konfigurationsmöglichkeiten halten sich in engen Grenzen: Sie können lediglich die Musik deaktivieren, Fenstergröße und Soundkarte festlegen oder das Spiel im Zweifarbenmodus aufrufen (wahlweise Grün oder Schwarzweiß). Der bietet zwar das richtige Retro-Gefühl, erschwert aber die Erkennung von Angreifern auf dem Radar.

Wertung

Word War Vi ist ein Spiel im klassischen Arcade-Stil, das in punkto Spielspaß problemlos mit modernen Spielen mithalten kann.

Infos

[] Lizenz GPLv3

[] Quelle http://www.nongnu.org/atool/

[] Lizenz GPLv2

[] Quelle http://elinks.cz/

[] Lizenz GPLv2

[] Quelle http://grcm.sourceforge.net/index.html

[] Lizenz LGPL 2.1

[] Quelle http://jpwgen.berlios.de/

[] Lizenz New BSD License

[] Quelle http://linuxboard.org.ua/notefinder/

[] Lizenz GPLv2

[] Quelle http://wordwarvi.sourceforge.net/

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Infos zur Publikation

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

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