Aktuelles

15.01.2009

Acer setzt verstärkt auf Linux

Der weilweit drittgrößte PC- und Notebookhersteller Acer (http://www.acer.de) plant, in Zukunft Notebooks mit vorinstalliertem Linux auszuliefern. Die Lizenzkosten stehen – zumindest bei teureren Notebooks – dabei laut Acer nicht im Vordergrund, sondern vielmehr die Enttäuschung über Windows Vista: Das habe nichts, was man für den expansiven Mini-Notebook-Markt gebrauchen könne, erklärte Acer-Vizechef Walter Deppeler der Berliner Zeitung. "Im Moment fährt da der Zug ohne Windows.", stellte Deppeler klar. Auch auf stärkeren und größeren Maschinen will Acer künftig Linux installieren und so kürzere Startzeiten und eine längere Batterielaufzeit erreichen.

Auch Acers erstes Netbook, der Aspire One mit 8,9-Zoll-Display und einer Auflösung von 1024 x 600 Pixeln Auflösung, läuft unter Linux (Linpus Linux Lite, http://www.linpus.com). Bei einem Format von 24 x 17 x 3 Zentimer wiegt der Winzling je nach Ausstattung zwischen 1000 und 1300 Gramm. Er basiert auf einer Intel-Atom-CPU N270 mit 1,6 GHz Taktrate und bringt wahlweise 512 oder 1024 MByte RAM mit. Als Massenspeicher dient entweder ein 8 GByte große SSD-Platte oder eine 80-GByte-HD im 2,5-Zoll-Format.

Beim Akku kann man zwischen Modellen für 3 Stunden (24 W / 2200 mAh) oder 7 Stunden (57 W / 2600 mAh) Laufzeit wählen. Anschluss ins Netz findet der Aspire One über einen 10/100-Mbit/s-Ethernet-Port und das integrierte 802.11-b/g-WLAN mit Atheros-Chipsatz. Daneben bringt er unter anderem 3 USB-2.0-Anschlüsse, einen Cardreader, und eine 0,3-Megapixel-Webcam mit. Acer bringt den Aspire One ab Ende Juli zu Preisen ab 330 Euro in den Handel.

Und noch ein EeePC-Konkurrent: Der Acer Aspire One bootet das vorinstallierte Linpus Linux in rund 20 Sekunden.

Netgear mit WRT54G-Nachfolger am Start

Der Hardwarehersteller Netgear offeriert ab sofort eine Open-Source-Version seines WLAN-Routers WGR614L. Über die eigene Community-Webseite http://www.myopenrouter.com gibt es den Quellcode der Firmware sowie Handbücher und Zusatzinformationen. Der 802.11b/g-Router basiert auf einer mit 240 MHz getakteten CPU und verfügt über 4 MByte Flash und 16 MByte Arbeitsspeicher.

Neben dem WAN-Port bietet der WGR614L vier 10/100-Mbit/s-Ethernet-Anschlüsse. Für die Netzwerksicherheit sollen eine integrierte SPI-Firewall und die Verschlüsselung des drahtlosen Datenverkehrs per WEP, WPA und WPA2 sorgen. Das System unterstützt NAT, statisches und dynamisches Routing, PPPoE, PPTP und VPN-Passthrough.

Das unter Linux 2.4.20 arbeitende System akzeptiert für den WRT54G geschriebenen Code und verträgt sich laut Hersteller mit zahlreichen Firmware-Varianten freier Entwickler, wie DD-WRT, OpenWRT oder Tomato. Als Verkaufspreis für den WGR614L veranschlagt Netgear 59 Euro.

WRT54G-Nachfolger: Der WGR614L von Netgear kommt mit quelloffener Firmware und frisst auch selbst Programmiertes.

DSL 4.4 ist da

John Andrews hat Damn Small Linux 4.4 (http://www.damnsmalllinux.org) zum Download freigegeben. Die Urmutter aller Mini-Distributionen bringt in der aktuellen Version wenig tiefgreifende Neuerungen mit. Neu ist die Integration der GUI-Bibliothek FLTK. Der auf Firefox basierende, mit Gtk 1.x neu compilierte Browser Netrik unterstützt jetzt wieder alle Suchmaschinen, die auch in Firefox integriert sind. Ein frisches Theme und ein neuer Hintergrund, die weniger Systemressourcen verbrauchen, runden die aktuelle Version ab.

Firefox 3 knackt Rekord

Bei der Veröffentlichung von Firefox 3 am 17. Juni ging es nicht einfach nur um ein schnödes Release, sondern auch um einen Rekordversuch: Die Anzahl der Downloads innerhalb von 24 Stunden sollte eine neue weltweite Bestmarke setzen. Das ist geglückt, mit rund 8 Millionen Downloads binnen eines Tages ist der Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde so gut wie sicher (http://www.spreadfirefox.com/de/worldrecord).

Firefox 3 beeindruckt durch die Fähigkeit zum Zoomen kompletter Webseiten, ein fixeres Rendern von Javascript, eine datenbankgestützte Lesezeichenverwaltung, einen integrierten Malware-Schutz und zahlreiche weitere Verbesserungen im Detail. Ganz fehlerfrei ist Firefox 3 aber nicht: Schon wenige Stunden nach der Veröffentlichung wurde das Vorliegen einer schwerwiegende Sicherheitslücke des Mozilla-Browsers bekannt (http://dvlabs.tippingpoint.com/blog/2008/06).

Deren Art und Ursache war zu Drucklegung noch nicht bekannt, da die Entdecker getreu den Regeln der Responsible Disclosure Genaueres erst veröffentlichen wollen, nachdem das Projekt ein Update bereitstellt. So enthält auch der Firefox-3-Installer auf unserer Heft-DVD noch die gefährdete Version, da noch keine Aktualisierung verfügbar war.

Xandros übernimmt Linspire

Der US-Distributor Xandros hat Anfang Juli den ebenfalls in USA beheimateten Linux-Desktop-Anbieter Linspire zu nicht genannten Konditionen gekauft. Für ein vorzeitiges Bekanntwerden des Deals sorgte ein wütender Blog-Eintrag (http://kevincarmony.blogspot.com/2008/06/xandros-acquires-linspire-assets-in.html) des ehemaligen Linspire-Chefs Kevin Carmony, der ein für Linspire-Aktionäre bestimmtes Memorandum mit einer Vorabinformation zur Akquise veröffentlichte. Carmony liegt seit seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen im August vergangenen Jahres im verbalen Dauerclinch mit dem Linspire-Gründer Michael Robertson, dem er wiederholt öffentlich vorwarf, dieser handle nicht im Interesse des Unternehmens – so auch in diesem Fall.

In einer hastig nachgeschobenen Presseerklärung bestätigte Xandros kurz darauf die Übernahme. Der Linspire-Geschäftsführer Larry Kettler bleibt demnach auf seinem Posten und stößt als Vice President for Business Development zur Xandros-Führungsriege, und auch die meisten anderen Mitarbeiter sollen am Linspire-Firmensitz in San Diego übernommen werden. Auch sonst bleibt vorerst alles beim alten: Sowohl die kommerziellen Linspire-Produkte als auch Freespire will Xandros bis auf weiteres fortführen.

Eine strategisch wichtige Rolle für Xandros spielt Linspires Software-Warenhaus CNR ("Click'n'Run"), über das Anwender kommerzielle oder freie Zusatzsoftware unter einer einheitlichen Bedieneroberfläche herunterladen können. Bislang zählt Xandros noch nicht zu den unterstützten Distributionen, soll jedoch noch im Juli CNR-fähig werden. Dadurch erschließt Xandros die Käufer des mit seiner Distribution ausgestatteten Asus EeePC – von dem bisher rund eine Million abgesetzt wurden – als potenzielle Neukunden für das Software-Warenhaus. Für CNR-Kunden, die andere unterstützte Distributionen nutzen, wie Ubuntu, Red Hat oder Suse, ändere sich durch die Übernahme vorerst nichts, ließ Xandros wissen.

Red Hat verlängert Support

Red Hat verlängert den Support für Red Hat Enterprise Linux 4 und 5 (http://www.redhat.com/rhel) und will beide Versionen ein Jahr länger als bisher geplant mit Updates versorgen. Der Support für RHEL 4 verlängert sich bis 2009, anschließend gibt es nur noch in unregelmäßigen Abständen Updates. RHEL 5 wird bis 2011 im Sechsmonatsrhythmus mit Updates versorgt, anschließend gibt es zwei Jahre lang unregelmäßig Updates und letztendlich noch zwei weitere Jahre sicherheitskritische Bugfixes. Red Hat folgt mit der Verlängerung des Supports dem Wunsch von Kunden, die ihre Hardware gerne von zwei verschiedenen Versionen von RHEL zur selben Zeit unterstützt sehen wollen.

Thunderbird 3 sucht Linux-Tester

Während Firefox 3 mit Download-Rekorden prahlt, lässt die dritte Version von Thunderbird noch auf sich warten. Untätig waren die Entwickler des freien E-Mail-Clients jedoch nicht: Die Alpha 1 mit dem Vertrauen erweckenden Codenamen "Shredder" steht bereits seit Mitte Mai zum Download bereit (http://www.mozillamessaging.com/en-US/thunderbird/early_releases/).

Thunderbird 3 Alpha 1 basiert wie Firefox 3 auf der Gecko-1.9-Plattform und bringt einen neuen Addon-Manager mit, über den sich Plugins herunterladen und installieren lassen. Die Suche in den Nachrichtentexten arbeitet auch in mehrsprachigen Umgebungen akkurater. Durch Arbeiten an der Javascript-Engine läuft Thunderbird 3 zudem schneller als zuvor. Mehr Details zu den Änderungen und Verbesserungen gibt es im Changelog

Projektleiter David Ascher sucht nun über sein Blog (http://ascher.ca/blog/2008/07/01/linux-smoketesters-needed/) nach mutigen Linux-Anwendern, die dem Shredder Zugang auf ihre Festplatte erlauben. Während es genug Mac- und Windows-Tester gäbe, so Ascher, suche man noch Linux-Vertreter. Die müssen vier Voraussetzungen mitbringen: Sie brauchen Zugriff auf einen – möglichst durchschnittlichen – Linux-Rechner, Erfahrung mit Thunderbird und Linux, einen Bugzilla-Account und einige Stunden freie Zeit. Wer das mitbringt, kann eine E-Mail an Ascher höchstpersönlich schicken, dessen E-Mail-Adresse in seinem Blog steht.

Petition gegen Closed-Source-Treiber

Greg Kroah-Hartman lädt andere Kernel Developer dazu ein, eine Petition zu unterschreiben, die sich gegen Closed-Source-Kernelmodule richtet. Im Technical Board der Linux-Foundation sei dieses Thema ständig aktuell, so Kroah-Hartman, und man wolle es mit der Petition möglichst einfach und verständlich präsentieren.

In der Erklärung (http://www.linuxfoundation.org/en/Device_driver_statement) fordern die Kernel-Entwickler Hardware-Hersteller dazu auf, auf diese Module im Kernel zu verzichten. Sie seien nicht wünschenswert und schädlich für das Linux-Ökosystem, für die User und die Firmen, die Linux verwenden. Der Aufruf endet mit einem Appell an die Hersteller, ihre Politik zu ändern und ihre Kunden mit offenem Quellcode zu unterstützen. Etwa 135 Kernel-Entwickler haben die Petition mittlerweile unterschrieben, die Linux Foundation unterstützt ihn mit zusätzlichem Hintergrundmaterial (https://www.linuxfoundation.org/en/Lf_statement).

Der Grafikkartenhersteller Nvidia indes erteilte der Forderung nach Open-Source-Treibern gegenüber dem US-Online-Magazin ZDnet postwendend und nicht zum ersten Mal eine Absage: "Nvidias bietet seinen voll ausgestatteten Linux-Grafiktreiber ausschließlich als Binary an, da er geistiges Eigentum in Hard- und Software enthält, das Nvidia schützen möchte."

Kurz notiert

Das OpenSuse-Projekt hat die drei bisher nebeneinder existierenden Foren Suseforums.net, Suselinuxsupport.de und OpenSuse Novell Support Forum zum OpenSuse Supportforum (http://forums.opensuse.org) zusammengefasst. Die neue Site bietet hilfesuchenden Anwender einen zentralen Anlaufpunkt für alle (An-)Fragen.

Das Release von Opensuse 11.0 (http://de.opensuse.org) am 19. Juni verursachte einen wahren Sturm auf die Downloadseite des Projekts: Allein in den ersten 30 Stunden nach der Freigabe wurden 163 TByte Volumen ausgeliefert, die Mirrors noch gar nicht eingerechnet. In den ersten sechs Tagen nach dem Release zählte OpenSuse 65 000 registrierte Installationen, bei Opensuse 10.3 waren es im gleichen Zeitraum nur 40 000.

Das Samba-Projekt (http://www.samba.org) hat Version 3.2 des Druck- und Printservers für Windows-Clients veröffentlicht und gleichzeitig die Lizenz auf GPLv3 umgestellt. Als wesentliche Neuerungen bringt Samba 3.2 einen geringeren Speicherbedarf, Unterstützung für IPv6 sowie eine vereinfachte, Registry-basierte Konfiguration.

Die Entwickler von Fedora (http://fedora.redhat.com) weisen darauf hin, dass Fedora Core 7 seit Mitte Juni 2008 nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt wird. Anwender von Fedora 7 sollten auf die aktuelle Version Fedora 9 umsteigen: Auch der Support für Fedora 8 läuft in vier Monaten aus.

LiPS (Linux Phone Standard Forum) und die LiMo-Stiftung (Linux Mobile), die beide Linux auf dem Mobilfunkmarkt etablieren wollen, tun sich nun offiziell zusammen, um ihre Kräfte zu bündeln. Dabei wandert LiPS unter das Dach der LiMo-Stiftung (http://www.limofoundation.org) und bringt auch seine Mitglieder mit, zu denen die italienische, französische und britische Telekom sowie prominenten Hard- und Software-Hersteller zählen.

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