Sympathisches Stinktier
Schlankes Live-System Grml mit kompletten Werkzeugkasten für die Shell
Grml-live
Mit dieser Release hat Grml nun sein eigenes, auf FAI (Fully Automatic Installation [7]) basierendes Build-Framework: Grml-live [8]. Damit beschränkt sich der Aufwand beim Bauen einer Grml-basierten Live-CD auf ein einziges Kommando. FAI arbeitet mit einer klassenorientierten Architektur, welche das Anpassen an die eigenen Wünsche sehr einfach erlaubt. Wer über einen schnellen Internet-Zugang oder einen lokalen Debian-Mirror verfügt, testet Grml-live ganz einfach mit folgender Codezeile:
$ grml-live -a i386 -c GRMLBASE,GRML_MEDIUM,I386
Dieser Aufruf erstellt ein auf Debian Stable und Grml-medium basierendes Live-Linux für 32-Bit-Systeme, das Sie nach dem Bauen unter /grml/grml-live/grml_isos finden. Das Tool lädt die Pakete von einem Debian-Mirror herunter und installiert diese dann in einer Chroot-Umgebung. Grml-live beziehungsweise FAI kümmert sich um all die relevanten Konfigurationen, damit daraus ein bootfähiges Image entsteht.
War das Bauen des ISOs erfolgreich, testen Sie das Resultat am einfachsten in einer virtuellen Umgebung wie Virtualbox, Qemu oder VMware. Bootet das ISO darin erfolgreich, brennen Sie es auf eine CD – oder kopieren Sie es auf einen USB-Stick, um es schließlich auf echten Systemen zu testen.
Die Dokumentation auf der Website beschreibt das Anpassen des Live-Systems an die eigenen Bedürfnisse. Möchten Sie zum Beispiel ein Debian-Paket namens foobar in das Live-System aufnehmen, definieren Sie dazu einfach eine neue Klasse:
# cat > /etc/grml/fai/config/package_config/LU << EOF PACKAGES aptitude foobar EOF
Nun nehmen Sie einfach diese Klasse zusätzlich in die Kommandozeile von Grml-live auf, um das Paket foobar automatisch zu installieren:
$ grml-live -a i386 -c GRMLBASE,GRML_MEDIUM,I386,LU
Selbstverständlich dürfen Sie noch weitere Pakete in die Klasse aufnehmen oder weitere zusätzliche Klassen definieren und diese je nach Bedarf einbinden.
Daily-Builds
Das neue Framework Grml-live ermöglicht daneben tägliche Snapshots [9]. Aus diesen entstehen via Cronjob und Skripten täglich neu erstellte ISO-Dateien. Die Skripte liegen ebenfalls als Teil von Grml-live den ISOs bei. Diese Snapshots eignen sich besonders für fleißige Tester, Entwickler und experimentierfreudige Zeitgenossen, die stets mit der neuesten Software arbeiten wollen.
In regelmäßigen Zeitabständen gibt das Projekt die auf den Snapshots basierenden Entwicklerversionen an einen geschlossenen Benutzerkreis frei. Entspricht eine Version den Stabilitätsansprüchen der Gruppe, findet ein Feature-Freeze statt. Ab dann fließen nur noch Bugfixes in das Produkt. Nach dem Veröffentlichen von Release Candidates und erfolgreichen Tests folgt die jeweils stabile Version.
Die Release-Politik hat sich in der Vergangenheit als gute Wahl herausgestellt, da sie Benutzer mit dem Wunsch nach aktuellem Hardware-Support und aktueller Software bedient, ohne dabei die Stabilität aus den Augen zu verlieren.
[1] Grml-Homepage: http://grml.org
[2] Z-Shell-Webseite von Grml: http://grml.org/zsh/
[3] Another Unionfs: http://aufs.sourceforge.net
[4] IRC-Paste-Bot: http://paste.grml.org
[5] USB-Seite im Wiki: http://wiki.grml.org/doku.php?id=usb
[6] Grml Konfigurationsframework: http://grml.org/config/
[7] FAI (Fully Automatic Installation): http://www.informatik.uni-koeln.de/fai/
[8] Grml-live: http://grml.org/grml-live
[9] Daily Builds: http://daily.grml.org
[10] Grml-Wiki: http://wiki.grml.org



