Speicherhunger
Drei Terabyte-Platten von Hitachi, Samsung und Seagate
Sie geht!
Das Testgerät von Seagate machte in den ersten Tests enorme Schwierigkeiten. Bei den Stresstests stürzte der Testrechner reproduzierbar ab, am Ende ließ sich die Harddisk nur noch mit Reiser4 formatieren. Da wir zunächst auf Probleme mit dem selbstkompilierten Kernel 2.6.24 und Reiser4 tippten, starteten wir den Rechner mit dem Originalkernel von OpenSuse 10.3 neu. Nach dem Login unter KDE meldete Smart einen Defekt an der Seagate-Platte. Ein erneuter Test mit der Platte führte zu einer Kernel-Panik und smartd meldete weitere Fehler. Da bisher sämtliche Tests im Runlevel 1 ohne zusätzliche Dienste stattfanden, konnte Smart nicht rechtzeitig auf das Hardware-Problem hinweisen. Aktuelle Platten informieren in der Regel nicht mehr über kaputte Sektoren (siehe Kasten "Bad Sector").
Seagate lieferte am nächsten Tag bereits ein Ersatzlaufwerk, die Probleme waren damit behoben. Laut Slow.c-Benchmark schreibt die Barracuda ES.2 mit 74 MByte/s genau gleich schnell wie die Hitachi-Platte, hängt diese aber beim Lesen mit 91 MByte/s klar ab (Abbildung 1). Auch Bonnie++ bezeugt der Seagate-Disk gute Transferraten: Sie liest hier blockweise sogar mit knappe 97 MByte/s (Abbildung 3) und kommt beim Schreiben auf gut 77 MByte/s. Im Vergleich zur Konkurrenz, die im Durchschnitt etwa acht Prozent schneller liest als schreibt, ist dies jedoch deutlich zu langsam. Wie bei den zwei Mitbewerbern fällt die Lese- und Schreibgeschwindigkeit gegen Ende der Platte auf die Hälfte zurück.
Bad Sector
Wer sich schon länger mit Hardware beschäftigt, hat bestimmt schon mal eine Festplatte nach kaputten Sektoren durchsucht. Dabei handelt es sich um einen Bereich der Festplatte, der sich weigert, als Null oder Eins zu arbeiten.
Mit speziellen Tools lassen sich solche Bereiche kennzeichnen, damit das Betriebssystem sie beim Formatieren und Schreiben außen vor lässt, und so Datenverluste verhindern. Bei modernen Festplatten jedoch ist ein solches Vorgehen überflüssig und nicht mehr möglich: Aktuelle Platten erkennen schlechte Sektoren automatisch und stellen zum Ausgleich zusätzlichen Platz zur Verfügung. Das Betriebssystem erhält somit keine Informationen zu schlechten Sektoren.
Kommt es trotzdem zu einer Bad-Sector-Meldung, so signalisiert das unmissverständlich, dass der internen Fehlerkorrektur kein Ausgleichsspeicher mehr zur Verfügung steht: Die Platte steht somit kurz vor dem Crash. Monitoring-Tools wie Smart erkennen solche Probleme frühzeitig. Meldet Smart einen Fehler, können Sie deshalb bei einer aktuellen Festplatte mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass sie tatsächlich defekt ist.
Schnelle Samsung
Die Samsung Spin Point F1 ist das jüngste Mitglied des Terabyte-Klubs. Die HD103UJ speichert das Terabyte auf nur drei Plattern und arbeitet entsprechend schnell. Beim Slow.c-Benchmark schrieb die Disk mit 105 MByte/s, beim Lesen brachte sie es sogar auf 113 MByte/s (Abbildung 1). Bonnie++ bestätigt die guten Werte der Spin Point F1 und misst beim blockweisen Lesen und Schreiben die exakt gleichen Werte (Abbildung 4). Das Diagramm zeigt auch schön, wie gegen das Plattenende die Unterschiede zwischen sequentiellen und blockweisen Schreiben abnehmen: Während die Disks von Hitachi und Seagate am Plattenende immer noch schneller lesen als schreiben, fällt dieser Unterschied bei der Samsung-Platte kaum noch ins Gewicht.



