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Stein für Stein

Strategiespiel Widelands

01.04.2008 Mit dem Strategiespiel Widelands erschaffen Sie in Ihrem Reich blühende Landschaften. Aber Vorsicht: Treffen Sie falsche Entscheidungen, dann geht Ihr Reich schnell unter.

Vor gut zehn Jahren sorgte das unter dem Betriebssystem MS-DOS laufende Strategiespiel "Die Siedler" der Game-Schmiede Bluebyte international für Furore. Bei der Wirtschaftssimulation hatte der Spieler die Aufgabe, eine Volkswirtschaft aufbauen, zu erweitern und gegen Computer-Gegner zu verteidigen. Das vielfach preisgekrönte Spiel glänzte durch seine grafisch äußerst ansprechende Darstellung. Alsbald erkannte jedoch auch die Firma Microsoft, dass sich mit diesem Spielkonzept Geld verdienen lässt, und brachte mit "Age of Empires" einen modifizierten Nachbau auf den Markt. Gegen die Konkurrenz des Monopolisten konnte sich Bluebyte nicht durchsetzen, so dass "Die Siedler" nahezu in Vergessenheit geriet. Für Linux gibt es allerdings bereits seit geraumer Zeit "Widelands" [1], das nicht nur einen deutlichen Bezug "Die Siedler II" nimmt, sondern dieses in Teilen bereits überflügelt.

Installation und Konfiguration

Während Ubuntu das Spiel im Universe-Zweig seiner Repositories zur Installation bereitstellt, bietet Packman [2] es für OpenSuse an. Für andere Distributionen steht auf der Projektseite sowohl eine vorkompilierte Version als auch der Quellcode zum Download bereit.

Das frei verfügbare Spiel steht unter der GPL. Da die Entwickler es kontinuierlich weiterentwickeln, wurden insbesondere in den letzten Versionen viele Fehler behoben und neue Features sowie Landkarten und Gewerke integriert. Deswegen empfiehlt es sich, die neueste Version 11 des Spiels [1] zu verwenden. Das TAR-Archiv entpacken Sie im Unterverzeichnis /opt Ihres Rechners mit dem Befehl tar -xjvf widelands-build-11-linuxi386.tar.bz2. Im Anschluss installieren Sie mit dem Paketmanager Ihrer Distribution die Bibliotheken libsdl-gfx1.2-4, libsdl-image1.2, libsdl-mixer1.2, libsdl-net1.2, libsdl-ttf2.0-0 und SDL_gfx-2.0.16-64, um alle Abhängigkeiten zu erfüllen.

Nach Abschluss der Installation legen Sie einen entsprechenden Programmstarter an, um die Software nicht bei jedem Aufruf über den Schnellstarter mit dem Befehl widelands aktivieren zu müssen. Verwenden Sie eine eine ältere Version aus den Repositories Ihrer Distribution, legt der Installer in der Regel unter Gnome, XFCE und KDE dabei automatisch einen Menüeintrag unter Spiele an.

Der Startbildschirm von Widelands erscheint nach dem Programmaufruf in einem Fenster. Den Mauszeiger symbolisiert eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger. Ein Klick mit der linken Maustaste öffnet das Hauptmenü: Dort starten Sie nicht nur das eigentliche Spiel, sondern erreichen über den Schalter Optionen auch das Konfigurationsfenster zum Einstellen der Bildschirmauflösung, Sound-Unterstützung und Spracheinstellungen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Im Konfigurationsfenster stellen Sie neben der Fenstergröße auch die Sprache von Widelands ein.

Die voreingestellte Bildschirmauflösung nach dem EGA-Standard (640x350) eignet sich nicht zum Spielen, da das Programmfenster dann nur einen kleinen Teil des Geschehens abbildet und der Spieler ständig crollen muss. Sofern sich Ihr Monitor dafür eignet, wählen Sie eine Auflösung jenseits von XGA (1024x768), damit Sie einen besseren Überblick bekommen. Es empfiehlt sich, die nächst niedrigere Stufe als die tatsächlichen Monitorauflösung zu wählen: Das Widelands-Fenster nimmt dann den größten Teil des Bildschirms ein, lässt sich aber auf Knopfdruck minimieren.

Das Spielen im Vollbildmodus in Verbindung mit einer sehr hoher Monitorauflösung verlangsamte in unseren Tests den Rechner derart, dass sich der Mauszeiger nur noch ruckelnd bewegte – ein flüssiger Betrieb erwies sich als unmöglich. "Widelands" beansprucht in den derzeit aktuellen Versionen ein Maximum an CPU-Last für sich, weswegen Sie möglichst alle anderen Applikationen schließen sollten. Anderenfalls kommt gerade bei großen Landkarten und vielen beteiligten Völkern selbst ein starker Rechner schnell aus dem Tritt.

Ein Multi-Player-Modus soll es zudem erlauben, Widelands entweder im heimischen Intranet oder auch im Internet mit mehreren menschlichen Teilnehmern zu spielen. Dieser Modus funktioniert jedoch offenbar derzeit noch nicht korrekt und führte bei unseren Tests nachvollziehbar jedesmal zum Absturz des Spiels.

Los geht's

Um eine leistungsfähige Volkswirtschaft aufzubauen, stehen Ihnen bei Widelands mehrere Szenarien zur Verfügung. Ein Tutorial zeigt Ihnen die erste Schritte und macht Sie mit den Möglichkeiten des Spiels vertraut. Über den Menüpunkt Zeige Liesmich erreichen Sie eine grundlegende Einführung, die Sie auch mit den Tastatur-Shortcuts zur Spielsteuerung bekannt macht. Spieler, die bereits mit "Die Siedler" Erfahrungen gesammelt haben, freut es sicher, dass Widelands wie die Premium-Versionen des Bluebyte-Games einen Editor für Landkarten bietet, mit dessen Hilfe Sie eigene Karten entwerfen. Über die Importfunktion übernehmen Sie darüber hinaus Landkarten von "Die Siedler". Damit nutzen Sie mehrere hundert freie Landkarten, die Sie unter anderem im Internet unter [3] finden.

Sie wählen zwischen den Kampagnen "Barbaren" und "Empire". Zwar ändert sich das Spielziel durch die gewählte Kampagne nicht, jedoch weisen die Szenarien unterschiedliche Grafiken auf: Wer es gern rustikal mag und sich durch eine Umgebung im Holzfäller-Look angesprochen fühlt, wählt die Barbaren-Kampagne. Distinguierte Persönlichkeiten mit einem Hang zur Eleganz verwenden stattdessen bevorzugt das Empire-Szenario, bei dem Gebäude im Stil der römischen Antike entstehen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Im Empire-Modus gespielte Kampagnen versetzten Sie in die römische Antike.

Zusätzlich wählen Sie zu Beginn des Spiels eine entsprechende Landkarte aus. Die reichlich zur Auswahl stehenden Karten weisen neben verschiedenen Größen auch unterschiedlich viele Gegner auf: Je größer die Karte, umso mehr Gegner gilt es, zu bewältigen, und desto schwieriger wird es für Sie, die Oberhand zu gewinnen.

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