Der weitaus überwiegende Teil der Desktop-PCs nutzt Microsoft Windows als Betriebssystem. In vielen Haushalten und kleinen Betrieben arbeiten die Arbeitsplatz-Computer miteinander vernetzt und teilen sich bereits ganz selbstverständlich einen gemeinsamen Internetzugang. Langsam setzt jetzt die Erkenntnis durch, dass mit dem zentralen Bereitstellen von Verzeichnissen und Druckern ebenfalls viele Vorteile verbunden sind.
Einerseits geschieht das Sichern wichtiger Daten an einer Stelle. Zum anderen benötigt nicht jeder Arbeitsplatz seinen eigenen Drucker. Darüber hinaus verwalten Sie die Zugriffsrechte zentral. Zu guter Letzt kommt noch hinzu, dass ein Server unabhängig von den Clients läuft, so dass Sie nicht immer erst einen bestimmten PC, auf dem eine bestimmte Freigabe liegt, extra einzuschalten brauchen. Dieser Artikel zeigt, wie Sie einen solchen Server für Windows-Clients unter Linux installieren und konfigurieren.
Tanze Samba mit mir
Linux wäre kein Allrounder, wenn es nicht auch für Windows-Netzwerke eine Lösung parat hätte: Diese lautet Samba [1]. Bei der Suche nach einem Namen für das Projekt hat der Autor übrigens nach etwas gesucht, das die Buchstaben S, M und B enthält (Windows nutzt das SMB-Protokoll zum Übertragen von Dateien). Da klang Samba am besten.
Samba arbeitet nach außen wie ein klassischer Windows-Server. Neben der Funktion als Datei- und Druckserver übernimmt die Software auf Wunsch auch die Funktion als Domänencontroller. Der Aufwand lohnt sich aber nicht in jedem Fall. Oft reicht es aus, Samba als so genannten Stand-Alone-Server einzurichten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Serverdiensten gibt es unter Linux eigentlich keine Alternative zu Samba. Das Projekt arbeitet laufend an der Software und stellt zurzeit die Version 3 als stabile Version bereit. Aktuell laufen parallel die Arbeiten an Version 4 (siehe dazu Kasten "Samba 4").
Samba 4
Die Entwickler arbeiten zurzeit mit Hochdruck an Samba 4. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Support von Active Directory Services, die ab Windows 2000 das alte Domänenkonzept von Windows NT ablösen. Bisher unterstützt Samba in der Version 3 nur die alte Form der Domänen und funktioniert nur dort als so genannter primärer Domänencontroller, jedoch nicht als sekundärer Domänencontroller.
Das was zu NT-Zeiten durchaus zu verschmerzen. Heutzutage ist Windows NT jedoch fast nicht mehr anzutreffen. Stattdessen haben Active-Directory-Domänenstrukturen in fast allen Windows-basierenden Unternehmensstrukturen Einzug gehalten. Hier steht Samba 3 außen vor.
Für ein kleines Netz mit nur wenigen Clients reicht das alte Domänenkonzept jedoch nach wie vor aus, so dass weder im Homeoffice-Bereich noch in sehr kleinen Unternehmen signifikante Vorteile durch die neue Samba-Version 4 zu erwarten sind. Darüber hinaus ist die Veröffentlichung des Final Release (der fertigen Version) erst für 2009 geplant.
Der folgenden Workshop zeigt ein typisches Szenario in einem Home-Office mit zwei PCs (Linux und Windows), einem Linux-Server und vier Benutzern. Über den Linux-Server könnte Sie neben Samba weiteren Dienste bereitstellen. Ein Drucker ist direkt am Samba-Server angeschlossen. Der Server ermöglicht allen berechtigten Benutzern den Zugang zu diesem sowie zu allen für sie freigegebenen Verzeichnissen (Abbildung 1).
Benutzer, die sich an einem der Client-Computer anmelden, erhalten nach dem Login am Samba-Server sowohl Zugriff auf das eigene Home-Verzeichnis als auch auf bestimmte weitere Verzeichnisse. Darüber hinaus steht Ihnen der am Samba-Server angeschlossene Drucker ebenfalls bereit.
Samba installieren
Jede populäre Linux-Distribution enthält heute Samba-Pakete. Nutzen Sie einfach das distributionseigene Paketmanagement (zum Beispiel YaST2 bei OpenSuse oder Yum bei Fedora), um diese zu installieren. Der Vorteil liegt darin, dass Sie alle eventuell bestehenden Abhängigkeiten von anderen Paketen auflösen. Das zeigt zum Beispiel die Installation von Samba unter Fedora 8.
Sie benötigen in jedem Fall die Pakete samba und samba-common. Letzteres installiert das Paketmanagement als Abhängigkeit automatisch mit. Darüber hinaus ziehen Sie das Paket samba-client nach, das dazu dient, dass Linux als Windows-Client zu nutzen. Das Paket benötigen Sie natürlich auch auf dem Linux-Client. Über den Befehl yum install samba samba-common samba-client lösen Sie alle benötigten Abhängigkeiten selbständig auf (Abbildung 2).
Unter OpenSuse lauten die Paketnamen ganz ähnlich: Wählen Sie die Pakete samba und samba-client aus, löst YaST2 alle vorhandenen Abhängigkeiten automatisch auf. Bei Bedarf ziehen Sie das Paket samba-docs nach, um auf die Samba-Dokumentation zuzugreifen.



