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Kleine Helferlein

Angetestet: Mepis AntiX M7, MitraX 1.0.1 und Parted Magic 1.9

Alles fest im Griff

Die Zielpartition sollte mindestens 2,5 GByte umfassen. Erstellen Sie mit Hilfe des bereits erwähnten Festplattenzerteilers GParted also mindestens eine Root- und eine Swap-Partition. Es folgen noch die Eingaben für die Installation des Bootmanagers Grub, das Tastaturlayout, den Rechnernamen sowie Benutzerangaben und die Eingabe eines neuen Root-Passworts.

Als Dateimanager fungiert in erster Linie der sehr schlanke, aber trotzdem featurereiche Rox-Filer. Diesen befestigen Sie auf Wunsch auch mittels WM's | Rox | Panel an einem beliebigen Bildschirmrand. Außerdem leistet auch der alternativ angebotene Dateimanager Xfe gute Dienste.

Die Netzwerkeinrichtung (Admin/Tools | Mepis Admin | Network schickt Sie nicht nur unproblematisch ins Internet, sondern erlaubt auch die Konfiguration eines WLANs für das Sie, Dank aktuellem Kernel 2.6.22, die gängigen WLAN-Karten einbinden.

Wem das sehr umfangreiche Softwareangebot nicht genügt, dem sei das kinderleicht zu bedienende und gut vorkonfigurierte Softwaremanagment der Distribution ans Herz gelegt. Als Debian-Abkömmling setzt Mepis natürlich auf Aptitude und bietet für alle Konsolenvermeider zusätzlich das grafische Werkzeug Synaptic an. Die Repository-Quellen für die Debian- und Mepis-Zweige sind bereits eingetragen.

Mepis AntiX zeigt sich in ihrem neuesten Release als äußerst interessante Alternative für Anwender mit schwachbrüstigem Rechner oder Puristen, welche zwar auf einen X-Server nicht verzichten, allzu aufgeblähte Alleskönner-Distributionen aber vermeiden wollen. Die Grundbedürfnisse eines privaten Computeralltags befriedigt das System allemal und wirkt mit seinen durchscheinenden Menüs und Fensterleisten recht aktuell.

MitraX

Nur 50 MByte bringt die ISO-Datei der Slackware-basierten Minidistribution MitraX [2] auf die Waage. Dem Softwareumfang nach zu urteilen spricht Sie vor allem User an, welche zum Reparieren und Administrieren von Linux- und Windows-Partitionen ein kleines System benötigen. So unterstützt MitraX den vollständigen Lese- und Schreibzugriff auf NTFS-Filesysteme. Eine Übersicht zu den wichtigsten Softwaretiteln liefert Tabelle "MitraX: Wichtige Software". Rechner aus Zeiten, in denen wenigstens 96 MByte RAM üblich waren, setzt MitraX aber mindestens voraus.

MitraX: Wichtige Software

Themenbereich

Programme

Büro AbiWord, Gnumeric, Bluefish
Grafik Gimp, GQview, Inkscape
Audio/Video MPlayer, Simplecdrx
Internet Opera, Gitmail, GFTP, Apache, VSFTP, Traceroute
FreeDOS MBRwork, WipeCMOS, Spfdisk

MitraX setzt auf den Fenstermanager FVWM95, welcher auf den ersten Blick dem Museumstitel Windows 95 erschreckend ähnlich sieht (Abbildung 5). Geben Sie im Bootprompt freedos ein, so startet der freie DOS-Klon und bietet neben dem Volkov Commander (ähnlich dem Norton Commander/Midnight Commander) allerlei Systemtools an (Abbildung 6). Die Taste [F1] verrät noch weitere Bootoptionen, zum Beispiel um Mitrax konsolenbasiert zu betreiben. Ohne Eingabe startet nach wenigen Sekunden der X-Server mit FVWM95.

Abbildung 5: Wäre da nicht der Pinguin im Startknopf, käme leicht der Verdacht auf, die Entwickler von MitraX säßen in Redmond.

Abbildung 6: Ein ebenfalls bootbares FreeDOS hält den Volkov Commander und andere Systemtools bereit.

Auch MitraX hält Software für viele Zwecke bereit. Als Dateimanager kommt Emelfm zum Einsatz, welchen Sie durch seine Zwei-Fenster-Ansicht intuitiv bedienen. Zum Surfen legten die Entwickler den norwegischen Alternativ-Browser Opera in der sehr alten Version 7.54 bei, welche noch die damals kritisierte Werbefläche mitbringt. Auch die übrige Software benutzt, wie auch der Kernel selbst (2.6.9) eher ältere Versionsnummern. Dafür starten Sie auf Mausklick einen HTTP- und auch einen FTP-Server (Apache/VSFTP).

Auffällig ist hingegen die Vielzahl der Werkzeuge zur Netzwerküberwachung, welche Sie in Start | Network finden. Die meisten Tools sniffen (engl.: schnüffeln) den Datenverkehr, was in erster Linie Netzwerkadministratoren ansprechen dürfte.

Die Minidistribution selbst erlaubt keine Installation auf Festplatte. Sie bootet und rechnet auch von CD, bzw. USB-Stick ausreichend schnell. Damit bleibt der Benutzer aber auf die Programmauswahl der MitraX-Entwickler beschränkt. Als Systemwerkzeug in gemischten Netzwerken verrichtet das Tool jedoch sicher seinen Dienst.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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LinuxUser 06/2012

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