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Gnome-News

01.07.2007

Neuer Name, neue Version: Pidgin 2.0

Nachdem Gaim im Vormonat durch die notwendige Namensänderung Schlagzeilen machte, erschien jetzt unter den neuen Name Pidgin (http://www.pidgin.im) endlich die lang ersehnte Version 2.0 des beliebten Messengers. Entsprechend lang fällt die Liste der Änderungen seit dem letzten stabilen Release aus. Allen voran steht die Trennung zwischen Programmkern und grafischer Oberfläche. So lässt sich die Bibliothek Libpurple (früher: Libgaim) jetzt auch separat vom restlichen Messenger neu kompilieren. Das XML-Subsystems basiert nun nicht mehr auf Gmarkup, sondern auf der standardkompatibleren Libxml2.

Zu den überarbeiteten Kernkomponenten zählt auch das Soundsystem, das jetzt auf Gstreamer statt wie bisher auf Libao aufsetzt und neue Klänge für Meldungen oder Hinweise mitbringt. Darüber hinaus gab es massive Änderungen in der Plugin-Unterstützung: Sie erlaubt nun das Aktivieren von Plugins im laufenden Betrieb, zudem gibt es eine Reihe neuer und überarbeiteter Plugins, die teilweise im Rahmen von Googles "Summer of Code" entstanden.

Die deutlich flotter agierende Buddy-Liste zeigt nun Buddy-Icons auch in den Tooltips. Authorisierungsanfragen öffnen nicht länger einen Dialog, sondern erscheinen dezent am Fuß der Buddy-Liste. Ähnliches gilt für Benachrichtigungen, die Pidgin nun am Kopfende der Buddy-Liste als kleine Sprechblase anzeigt.

Last but not least realisiert Pidgin zahlreiche Verbesserungen bei den unterstützten Protokollen, zu denen AIM, ICQ, und Jabber zählen. Speziell auf die Möglichkeit, "Web Aware" im ICQ-Protokoll zu deaktivieren, haben sicher viele Anwender sehnlichst gewartet. Aber auch der SSL-Support für das IRC-Protokoll kommt keine Sekunde zu früh.

Nur scheinbar hat sich bei Pidgin nicht viel verändert: Die Raffinessen liegen im Detail.

OpenMoko-Handy geht in Vorserie

Wie jetzt über die gleichnamige Mailing-Liste bekannt wurde, hat das OpenMoko-Projekt (http://www.openmoko.org) Ende April die ersten 200 Einheiten des Linux-Smartphones FIC Neo 1973 produziert, von denen 50 Geräte jedoch fehlerbehafteter Ausschuss waren. Die verbleibenden ersten 150 Geräte gehen an ausgewählte Entwickler. Laut Projektleiter Sean Moss-Pultz sind die in der Vorserie aufgetretenen Fehler mittlerweile behoben, für Juni steht der Start der Massenproduktion an. Das FIC Neo 1973 Smartphone nutzt einen Kernel 2.6 und das OpenMoko-Framework. Die zweite Generation des FIC Neo 1973 soll dank Atheros-Chipsatz auch WLAN-Unterstützung mitbringen, die der erste Gerätegeneration noch fehlt.

OpenMoko in Aktion: So soll das Hauptmenü (rechts) des freien Handy-Betriebssystems nach den Vorstellungen den Entwickler aussehen. Das FIC Neo 1937 ist nur das erste der hoffentlich zahlreichen damit ausgestatteten Mobiltelefone.

Gnome stellt Roadmap vor

Mit Erscheinen der Entwicklerversion Gnome 2.19.2 schreitet die Entwicklung der nächsten stabilen Gnome-Version 2.20 weiter voran. Die umfangreichsten Neuerungen erfolgen dabei im Bereich Desktop: Von Evince über Evolution bis hin zu Nautilus und Seahorse erhalten zahlreiche Programme neue Funktionalität, Verbesserungen und angepasste Übersetzungen. Darüber hinaus werden auch grundlegende Bibliotheken wie Gtk+ und die Glib überarbeitet. Im produktiven Einsatz sollte man die Entwicklerversion 2.19.2 trotz zahlreicher Neuerungen nicht verwenden. Hier empfiehlt sich das Warten auf Gnome 2.20, das Mitte September erscheint.

Derweil haben die Entwickler bereits ihre Pläne und Ziele für die künftigen Versionen bekannt gegeben. Neben höherer Stabilität stehen Verbesserungen der Funktionalität im Vordergrund. Eine Roadmap (http://live.gnome.org/RoadMap) stellt die Ziele für die Versionen 2.20 und 2.22 im Detail dar, auf spätere 2.x-Veröffentlichungen geht sie grob ein. In Gnome 2.22 soll unter anderem GVFS die bislang vom Dateibrowser Nautilus genutzte Abstraktionsschicht GnomeVFS ersetzen. Das Projekt MPX (Multi-Pointer X Server) macht es möglich, mehrere Eingabegeräte simultan zu nutzen – etwa mehrere Mäuse mit jeweils eigenen Zeigern.

Pakt für mobiles Gnome

Um den Einsatz von Gnome in mobilen und Embedded-Geräten zu unterstützen, haben sich jetzt namhafte Größen aus Wirtschaft und Open-Source-Welt zur "Gnome Mobile & Embedded Initiative" (GMAE, http://www.gnome.org/mobile) zusammengeschlossen. Neben Unternehmen wie Canonical, Intel, Imendio, Nokia, Red Hat und FiC sind auch Projekt wie Debian, Avahi, Cario, Gnome, Gtk+ und OpenMoko an Bord, auch die Linux Foundation zählt zu den Mitgliedern.

Künftig will die GMAE Entwicklung und Investitionen im Mobile- und Embedded-Bereich koordinieren und die Standardisierung vorantreiben. Einige Komponenten der GMAE-Plattform kommen bereits in Produkten wie dem Nokia 770 oder Projekten wie OpenMoko zum Einsatz. Offiziell soll die Plattform jedoch erst mit Gnome 2.20, das im Herbst erscheint, verbreitet werden.

Kurz notiert

Mono-Gründer Miguel de Icaza zeigte sich auf der Microsoft-Konferenz Mix07 begeistert von Microsoft Silverlight, Redmonds Kampfansage an Adobe Flash. Besonders die kommende Silverlight-Version 1.1 würde sich für eine Mono-Implementierung eignen, meint de Icaza, da Teile der enthaltenen Dynamic Runtime Library bereits unter einer freien Lizenz von Microsoft veröffentlicht wurden. Darüber hinaus verfügt Silverlight über eine .Net-Laufzeit-Umgebung, eine verkleinerte API und eine minimalistische WPF-Implementierung. Miguel de Icaza schätzt, dass sich Silverlight für Mono mit akzeptablem Aufwand implementieren ließe. Ob sie sich auch durchsetzt, muss sich erst noch zeigen.

Im Rahmen der diesjährigen Akademy-Konferenz gibt es wieder einen Text-Layout-Gipfel, an dem zahlreiche Experten aus dem Bereich Text-Rendering teilnehmen dürften. Die Veranstalter hoffen, an den Erfolg der Vorläuferveranstaltung beim Bostoner Gnome-Gipfel 2006 anknüpfen zu können. Da es sich bei Akademy um eine KDE-Veranstaltung handelt, werden primär Qt-Entwickler erwartet. Die Veranstalter hoffen aber, dass sich auch Pango- und Harfbuzz-Entwickler einfinden.

Für Gtk+-Programmierer gibt es mit Foundations of GTK+ Development jetzt ein Buch, das sich explizit mit der Programmierung von Gtk+ 2.10 befasst. Autor Andrew Krause erläutert anhand zahlreicher Beispiele jede Komponente der Bibliothek. Alle Kapitel und Bereiche lassen sich unabhängig voneinander nutzen, sodass sich das Buch auch als Nachschlagewerk für erfahrenere Entwickler eignet. Weitere Informationen sowie eine Leseprobe stehen unter http://www.gtkbook.com bereit.

Das Projekt Wine-Doors (http://www.wine-doors.org) soll Anwender bei der Installation und Verwaltung von Windows-Applikationen unter Linux unterstützen. Ähnlich wie das kommerzielle Crossover erfasst Wine-Doors Informationen zum Einsatz von Windows-Applikationen zentral und entwickelt daraus Installationsschablonen für die Anwender. Auf lange Sicht soll Wine-Doors jedoch ein Paketmanager für Windows-Applikationen unter Linux werden. Die Gnome-Applikation erschien jetzt in Version 0.1, eine Integration in andere Oberflächen können sich die Entwickler vorstellen.

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