Schnelle Barracuda
Externe 500-GByte-Festplatte von Seagate
Die Benchmarks
Nach den Höhenflügen mit dem eSATA-RAID von Lacie im letzten LinuxUser [2] waren wir natürlich auf die Leistungen der Seagate-Platte gespannt. Mit Höchstwerten von 62 MByte/s (lesen) und 58 MByte/s (schreiben) übernimmt die externe Barracuda die Spitzenposition bei den externen Speichern ohne RAID und bringt damit etwa die Performance einer schnellen internen Festplatte. Die bisher schnellste Platte im Hardware-Labor des LinuxUser [3] brachte es dank Firewire 800 immerhin auf 41 MByte/s (lesen) beziehungsweise 38 MByte/s (schreiben).
Bei der Verwendung verschiedener Dateisysteme ergeben sich deutliche Unterschiede, wobei Ext3 wesentlich besser abschneidet als auf der Lacie Biggest S2S. Dies lässt vermuten, dass Ext3 Schwächen im RAID-Betrieb aufweist. Beim Benchmark Bonnie++ [4] (Tabelle "Bonnie++"), der die Geschwindigkeit der Festplatte mit 4 GByte großen Dateien misst, schreibt und liest XFS am schnellsten, dicht gefolgt von ReiserFS und Ext3. Diese Resultate bestätigte auch ein Test mit slow.c [5], das eine 2 GByte große Datei schreibt und liest. Mit geringen Nuancen zeigt slow.c das gleiche Bild wie Bonnie++, wobei sich hier ReiserFS auch beim Lesen knapp vor Ext3 setzt (Tabelle "slow.c").
In beiden Benchmarks erzielte die Seagate-Platte eine Schreibgeschwindigkeit von rund 56 MByte/s und las die Daten mit knapp 60 MByte/s. Bei diesen Werten handelt es sich wie erwähnt um die Spitzenwerte im unteren Blockbereich für relativ große Files. Bei Dateigrößen unter einem MByte sinkt die Datenrate erfahrungsgemäß bis auf ein Zehntel der Maximalwerte.
Bonnie++
|
| Ext3 | ReiserFS | Xfs |
|---|---|---|---|
| schreiben | 54 | 56 | 58 |
| lesen | 60 | 60 | 62 |
slow.c
|
| Ext3 | ReiserFS | Xfs |
|---|---|---|---|
| schreiben | 49 | 53 | 58 |
| lesen | 56 | 57 | 60 |
Fazit
Die eSATA-Lösung von Seagate arbeitet ohne Zweifel sehr schnell. Die verbaute Festplatte gehört jedoch nicht zu den schnellsten SATA-Disks auf dem Markt, schon bald könnten hier Lösungen mit Datentransferraten von 80 MByte/s oder mehr zur Verfügung stehen.
Über das Preis/Leistungsverhältnis der Barracuda ST3500601XS kann man sich nicht beschweren: Der Promise-Controller allein kostet im Einzelhandel rund 50 Euro, die Festplatte etwa 220 Euro. Wünschenswert wäre hingegen auch eine günstigere Variante ohne PCI-Karte. Neue Mainboards bringen bereits eSATA-Anschlüsse mit, und der zweite Anschluss der Promise-Karte will schließlich auch nicht unbenutzt bleiben.
Glossar
eSATA
External Serial ATA. Erweiterung des SATA-Standards für externe Festplatten. eSATA definiert abgeschirmte Kabel bis zu zwei Meter Länge und neue Stecker/Buchsen für bis zu 5000 Steckzyklen.
Infos
[1] Festplatten-Ranking: http://www.storagereview.com/php/benchmark/bench_sort.php
[2] Test Lacie Biggest S2S: Marcel Hilzinger, "Ganz hoch hinaus", LinuxUser 11/2006, S. 84
[3] Test USB- und Firewire-Laufwerke: Marcel Hilzinger, "Schnell, schneller…", LinuxUser 04/2006, S. 50
[4] Bonnie++: http://www.coker.com.au/bonnie++/
[5] slow.c: http://www.jburgess.uklinux.net/slow.c



