"Season of KDE" angelaufen

Mit der Aktion "Season of KDE" soll Projektideen angegangen werden, die nicht im Rahmen des von Google gesponsorten "Summer of Code" bearbeitet wurden. Über 170 Studenten blieben dort mit ihren Vorschlägen auf der Strecke. Nun können sie ihre Projekte dank der "Season of KDE" nun doch fertigstellen und erhalten dazu projekterfahrene Entwickler als Mentoren zur Seite. Wer sein Projekt erfolgreich abschließt, darf seine Ergebnisse auf der diesjährigen KDE-Konferenz "Akademy" in Dublin präsentieren. Interessierte finden unter http://developer.kde.org/seasonofkde/ weitere Informationen.

FrOSCon: Open Source am Rhein

Die erste Auflage der Free and Open Software Conference (FrOSCon, http://www.froscon.de/) fand am letzten Juni-Wochenende in der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin statt. Organisiert hatten das Event der Fachbereich Informatik der FH zusammmen mit dem eigens gegründeten FrOSCon e.V. und der Linux/Unix User Group Sankt Augustin. Rund 700 Teilnehmer frequentierten die mehr als 60 Vorträge und fünf Workshops (http://programm.froscon.de/). Dabei sorgte die gut organisierte FrOSCon-Crew für ein perfekt funktionierendes WLAN und ein reibungsloses Catering.

Das offizielle Programm eröffnete der ehemalige Debian-Project-Leader Martin Michlmayr. In seiner Keynote diskutierte er die Qualitätssicherung in freien Softwareprojekten. Viele der ausstellenden freien Projekte boten eigene Vorträge, so etwa Debian, die deutsche Zope-Community und das PHP-Projekt. Entwickler vom KDE-Projekt und X.org nutzten zudem eigens bereitgestellte Räume zum Hacken. Für Interessierte bot das Linux Professional Institute die Prüfungen 101 und 102 an für 60 Euro Teilnahmegebühr und damit zur Hälfte des üblichen Preises an.

Zur Vorbereitung ihrer Konferenz hatten die Veranstalter verschiedensten Events besucht, von der FOSDEM über den Chaos Communication Congress bis zum LinuxTag. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn die Gäste stellten den Organisatoren in ihren Blogs sehr gute Noten aus. Den einzigen Kritikpunkt stellte die vergleichsweise geringe Besucherzahl dar, die wohl der Fußball-WM und nicht zuletzt dem schönen Wetter geschuldet war.

Trotzdem werten die Veranstalter die erste FrOSCon als Erfolg. Noch kurz vor Beginn der Veranstaltung war unklar, ob es eine zweite Auflage geben würde. Nun gehen alle Beteiligten von einer FrOSCon 2007 aus. Die Nähe zu den Benelux-Staaten und das Angebot von Entwickler-Räumen für Projekte könnten die FrSOCon auch für FOSDEM-Publikum interessant machen.

Das Social Event am Samstagabend trug zur guten familiären Stimmung auf der FrOSCon bei. (Foto: Dominik Franz/FrOSCon e.V.)

Kurz notiert

Eine Sicherheitsloch im KDE-Login-Manager Kdm wurde ermöglicht auch Benutzern den Zugriff auf Systemdateien wie /etc/shadow, die normalerweise nur dem Systemverwalter zugänglich sind. Eine weitere Lücke betrifft den Soundserver Arts und funktioniert nur unter Kerneln der 2.6er-Serie: Uber das Helferprogramm Artswrapper kann ein normaler Benutzer Root-Privilegien erlangen. Eine erfolgreiche Attacke setzt voraus, dass der Angreifer bereits über einen eigenen Benutzeraccount verfügt. Die meisten Distributoren stellen über das jeweilige Update-Tool schon Patches zur Verfügung.

Aktuelle KDE-Pakete für Suse 9.3 bis 10.1 stellt der Nürnberger Distributor ab sofort über den openSUSE Build Service (http://repos.opensuse.org/KDE:/) zur Verfügung, der auf Suses FTP-Server das supplementary-Repository ersetzt. Dabei unterstützt der Build Service grundsätzlich auch andere RPM-basierte Distributionen wie wie Mandriva oder Red Hat, auch wenn noch für diese noch nicht alle Pakete vorliegen. In den Verzeichnissen KDE:/KDE3 und KDE:/Backports finden sich ein Update auf KDE 3.5.3 sowie Aktualisierungen vieler populärer Anwendungen. Als besonderes Schmankerl für Entwickler gibt es ein KDE:/KDE4-Directory, in dem Pakete zur Arbeit an der nächsten Version von KDE bereits fertig kompiliert vorliegen.

Auf der FrOSCon in St. Augustin traf sich Tim Pritlove von ChaosRadio Express zu einem Interview mit dem KDE-Entwickler Sebastian Kügler. In dem einstündigen Gespräch kommen neben der Geschichte des KDE-Projektes, das in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert, auch der aktuelle Stand und zukünftige Entwicklungen zur Sprache. Der professionell produzierte Podcast liegt auf den Webseiten des Chaosradios unter http://chaosradio.ccc.de/cre033.html als gut 56 MByte großes MP3 zum Download bereit.

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