Die ganze Welt im Überblick

Google Earth zeigt Satellitenbilder auf dem Linux-Desktop

01.08.2006
Nach langem Warten steht auch Linux-Benutzern Google Earth zur Verfügung, um die Welt via Satellit zu erkunden. Mit der neue Beta-Version des Desktop-Programms erübrigen sich Notlösungen wie Wine und der Web-Dienst Google Maps.

Die Suchmaschine Google erhebt den Anspruch, die unüberschaubare Welt des World Wide Web so gut wie niemand sonst zu kennen und Internetbenutzer sicher hindurch zu lotsen. Für manchen Computer-Freak kaum vorstellbar: Die Welt außerhalb des Internet ist noch größer. Wer sich davon überzeugen möchte, verwendet ebenfalls ein Google-Produkt: Die Beta-Version der Ausgabe 4 von Google Earth [1] läuft erstmals auch unter Linux.

Von außen betrachtet

Bei Google Earth handelt es sich um eine Schnittstelle zur Google-Datenbank für Satellitenfotos. Es setzt deshalb eine Internetanbindung voraus, ohne sie gibt es keine Bilddaten und somit nichts zu sehen. Google empfiehlt eine Bandbreite von mindestens 128 Kilobit pro Sekunde, was in etwa dem einem doppelten Standard-ISDN-Anschluss entspricht. Bei geringerer Bandbreite funktioniert das Programm zwar immer noch, allerdings schränken lange Wartezeiten das Vergnügen beträchtlich ein.

Als Mindestanforderung nennt die Download-Seite unter Linux einen Prozessor mit 500 MHz, 128 MByte Arbeitsspeicher sowie 400 MByte freien Festplattenplatz. Empfohlen sind allerdings ein Pentium-4-Prozessor mit 2,4 GHz und 512 MByte Arbeitsspeicher sowie ein DSL-Anschluss. Google empfiehlt außerdem eine unterstützte 3D-Grafikkarte mit aktivierter Hardware-Beschleunigung – andernfalls läuft die Software wesentlich langsamer.

Probleme bereiten in der aktuell verfügbaren Beta-Version die in manchen Laptops verwendeten Grafik-Chips von Intel – zumindest beim Zusammenspiel zwischen den Kerneltreibern, des X-Servers X.org und Google Earth. Bei dieser Kombination erscheint häufig nur ein Teil des Bilds im Google-Earth-Fenster, der Rest bleibt schwarz. Derartige Fehler sind in einer Betaversion verzeihlich. Das Unternehmen hält sich allerdings bezüglich des Erscheinungsdatums der finalen Release noch bedeckt.

Bequemer Installer

Die Installation erledigt nach dem 17 MByte großen Download aus dem Web [1] das Kommando sh GoogleEarthLinux.bin. Rufen Sie den Befehl mit Root-Rechten auf, landet das Programm standardmäßig im Verzeichnis /usr/local/google-earth; das Startskript steht dagegen unter /usr/local/bin/googleearth allen Benutzern des Systems bereit. Ohne Root-Rechte bringt der vom ehemaligen Linux-Spielehersteller Loki bekannte Installer die Dateien im Home-Verzeichnis des Benutzers unter.

Anschließend startet der Aufruf googleearth das Programm mit einer Ansicht aus dem Weltraum auf die Erde. Die Startperspektive wählt es aus der eingestellten Systemsprache (Abbildung 1). Die Navigation erfolgt komfortabel per Maus: Das Mausrad zoomt hinein und hinaus, wobei die Richtung gewöhnungsbedürftig ist, denn ein Drehen nach oben verkleinert das Bild. Mit gedrückter linker Maustaste verschiebt der Benutzer den gezeigten Bildausschnitt.

Abbildung 1: Google Earth zeigt Satellitenfotos in Zoomstufen von der Weltraumperspektive bis hin zu einzelnen Autos in einigen Regionen.

Bewegen Sie den Mauszeiger in die rechte obere Fensterecke, erhalten Sie Zugriff auf weitere Navigationswerkzeuge (in Abbildung 1 sind sie eingeblendet). Die vertikale Skala am oberen Bildrand spitzt den Blickwinkel zu, der Betrachter schaut dann nicht mehr senkrecht von oben herab, sondern schräg. Allerdings spiegelt Google Earth den Effekt lediglich vor, da die Satellitenbilder nur zweidimensional vorliegen. Verändern Sie die Perspektive so weit, dass Sie höhere Gebäude von der Seite sähen, zeigt sich dieses Manko deutlich, da die Gebäude flach auf dem Boden liegen.

Die Knöpfe mit den Pfeilen im Kreis unter der Blickwinkelskala ermöglichen es, mit einzelnen Mausklicks durch die Welt zu manövrieren, anstelle des Ziehens mit gehaltener Maustaste. Das Rad simuliert außerdem einen Kompass, über den Sie die Anordnung der Himmelsrichtungen ändern und vom Standard mit dem oben angesiedelten Norden abweichen. Schließlich existiert am rechten Bildrand eine vertikale Skala, die das Hinein- und Hinauszoomen ohne Mausrad ermöglicht.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Related content

  • Welt-Bild
    Seitdem Google die Entwicklung an Version 4 von Google Earth aufgenommen hat, können auch Linux-Benutzer die Erde von oben betrachten. Inzwischen ist die fertige Ausgabe verfügbar.
  • Weltenforscher
    Eine Reihe von lokalen Programmen und Online-Services gestatten die interaktive Suche nach Orten und darüber hinaus die bequeme Routenplanung. Wir vergleichen Googles Service mit dem von OpenStreetMap.
  • Planetengucker
    Google Earth visualisiert den gesamten Planeten und übt damit eine ungebrochene Faszination aus. In der vorliegenden Version 5 hat Google einige interessante Neuerungen integriert.
  • Google Earth 6 im Test
    Google hat in der neuen Version 6 des virtuellen Globus Google Earth rund 80 Millionen Bäume gepflanzt – virtuelle Bäume. Die verhindern aber nicht, dass Sie dank der Street-View-Integration beim Nachbarn über den Gartenzaun schauen.
  • Linux-Nutzer müssen auf Googles neue Maps-Ansicht verzichten
    Google hat mit "Earth" einen neuen Ansichtsmodus für seinen Web-Service Google Maps offeriert.
Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_08

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 0 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...
Öhm - wozu Benutzername, wenn man dann hier mit Klarnamen angezeigt wird?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:30, 1 Antworten
Hallo Team von Linux-Community, kleine Zwischenfrage: warum muß man beim Registrieren einen Us...
openSUSE 13.1 - Login-Problem wg. Fehler im Intel-Grafiktreiber?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:26, 8 Antworten
Hallo Linux-Community, habe hier ein sogenanntes Hybrid-Notebook laufen, mit einer Intel-HD460...
Fernwartung für Linux?
Alfred Böllmann, 20.06.2014 15:30, 7 Antworten
Hi liebe Linux-Freunde, bin beim klassischen Probleme googeln auf www.expertiger.de gestoßen, ei...