Roter Wind
Was taugt die neue "Suse"?
Xgl und Gnome
Für Gnome-Liebhaber ist Suse Linux 10.1 eine gute Wahl, obwohl es nicht das aktuelle Gnome 2.14, sondern die Vorgängerversion 2.12 mitbringt. Der Desktop macht dennoch einen frischen Eindruck und arbeitet spürbar schneller als KDE. Gnome als KDE-Ersatz zu preisen, wäre aber etwas viel versprochen: So gibt es zum Beispiel unter Gnome kein GUI, um die Mount-Optionen externer Festplatten einzurichten, den hilfreichen Übersichtsdialog unter der Adresse sysinfo:/ (Abbildung 2) sucht man im GNU-Desktop vergeblich. Auch für K3b oder KPowersave gibt es immer noch keine adäquaten Gnome-Programme.
Gnome bietet sich auch dann als Standard-Desktop an, wenn Sie Xgl – die 3D-Oberfläche von Novell – ausprobieren möchten. Besitzer einer unterstützten Grafikkarte können sich so über den Cube und zahlreiche 3D-Spielereien freuen, auf die Windows-Benutzer noch lange warten müssen. Das Setup muss zwar von Hand erfolgen, es sollte aber auch Anfänger vor keine allzugroßen Probleme stellen. Eine Anleitung inklusive Tipps für einzelne Grafikkarten findet sich im Opensuse-Wiki [3]. Xgl funktioniert zwar auch unter KDE, allerdings nur mit Einschränkungen: So müssen Sie als Fensterleiste die Gnome-Fensterdekoration verwenden, und der Arbeitsflächenumschalter des KDE-Panels kommt mit Xgl nicht klar.
Nicht gut genug
Novell hat es endlich geschafft, die Lizenzvereinbarung ins Deutsche zu übertragen. Nach dieser großen Anstrengung strich man den Nürnbergern wohl das Budget für weitere Übersetzungen. So sind zum Beispiel die Hinweise zur aktuellen Version eine sprachliche Katastrophe: Überschriften in Deutsch, Texte in Deutsch/Englisch gemischt. Dabei standen die finalen englischen Texte bereits mehrere Wochen vor der Release zur Verfügung – Zeit zur Übersetzung wäre also genügend geblieben.
Auch in YaST finden sich einige nur teilweise übersetzte Module, ähnliches gilt für das Vorzeigeschild AppArmor. Am schlimmsten fallen dabei die neuen Paketmanager Zen-Installer, Zen-Remover und Zen-Updater auf. So lesen Sie zum Beispiel beim Auswählen eines Pakets in der Überschrift Software markiert for installation (Abbildung 3) und während der Einrichtung Installing Pakete.
Obwohl es während der Beta-Phase mehrmal kräftig überarbeitet wurde, bleibt auch das Paket-Management unbefriedigend. Der Zenworks Linux Management Daemon (ZMD) dient in erster Linie Systemadministratoren in gemischten Umgebungen – auf Heimrechnern macht sich das Tool eher als Bremsklotz bemerkbar. Auf einem Testrechner mit 256 MByte Hauptspeicher und 1,4-GHz-CPU dauerte schon das Aufwecken des ZMD über eine Minute. Die Installation eines 2 MByte großen RPM-Pakets schlug dann nochmals mit eineinhalb Minuten (siehe Tabelle "Installationszeiten") zu Buche. Auf Rechnern mit 512 MByte Hauptspeicher fällt das Ergebnis weniger schlecht aus.
Immerhin lässt sich die Handbremse in Suse Linux 10.1 noch lösen, da YaST auch ohne ZMD arbeitet. Der Befehl rpm -e zmd rug zen-updater löscht die speicherhungrigen Mono-Tools. Verfügen Sie über eine gute Internet-Anbindung, verzichten Sie am besten ganz auf die Paketmanager von Novell und benutzen Apt oder Smart.
Installationszeiten
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| yast -i ipw-firmware | rug install ipw-firmare | rpm -ivh ipw-firmware && SuSEconfig |
|---|---|---|---|
| Mit ZMD | 1:40 min | 1:15 min | 0:16 min |
| Ohne ZMD | 1:06 min | - | 0:10 min |
| Anmerkung: Läuft der ZMD nicht, dauert die Installation mit YaST und Rug noch rund eine Minute länger. | |||



