Der graue Igel ist da
Neue Version von Ubuntu Linux
Feste Grenzen
Auch die neue Ubuntu-Version unterteilt die angebotenen Software-Pakete in vier Kategorien und bietet sie auf ihrem Server in entsprechenden Debian-Repositories an. Sicherheitspatches garantiert Ubuntu nur für die in main und restricted enthaltenen Programme, nämlich das Betriebssystem und die grafische Oberfläche. In den Kategorien universe und multiverse liegen Pakete, die die Community betreut, also freiwillige Helfer. Hier findet sich der größte Teil der aus Debian bekannten Software-Auswahl.
Als Neuigkeit enthält die neue Version den Ubuntu Update Manager (Abbildung 2). Dieses APT-Frontend ergänzt Synaptic, das weiter als Standardpaketmanager fungiert. Der Update Manager überprüft die eingestellten Paketquellen auf Neuigkeiten und spielt diese auf Wunsch ein. Dazu gehört der Update Notifier, der als Applet im Gnome Panel residiert und aktualisierte Software signalisiert.
Auf Wunsch sorgt der Update Manager auch im lokalen Paketspeicher für Ordnung. Er löscht je nach Konfiguration alte Pakete automatisch oder räumt bei begrenztem Festplattenplatz auf, sobald der Cache eine bestimmte Größe überschreitet.
Latte zu hoch?
Andere für Hoary gesetzte Ziele konnten die Ubuntu-Entwickler leider nicht umsetzen. So geschieht die Installation immer noch über den textbasierten Debian-Installer. Die Programmierer hatten sich erhofft, rechtzeitig ein grafisches Frontend dafür fertigzustellen.
Auch einige Mängel bleiben der neuen Ubuntu-Version erhalten. So wanderte das Paket linux-wlan-ng, notwendig für die hierzulande weit verbreiteten WLAN-Karten und -USB-Sticks mit Prism-Chipsätzen, aus dem universe-Repository nach main. Trotzdem macht es noch mehr Schwierigkeiten als bei Ubuntu 4.10. Damals lag noch lediglich das Start-Skript im falschen Verzeichnis, mittlerweile fehlen ihm sogar essentielle Dateien. Die WLAN-Karten funktionieren zwar trotzdem, fordern dem Benutzer aber Nacharbeit ab.
Auch Besitzer anderer Hardware erhofften sich bessere Unterstützung vom neuen Ubuntu. Dagegen, dass unter Linux beispielsweise auf Apples Rechnern weder das Power-Management noch die eingebauten WLAN-Karten funktionieren, hat aber auch Ubuntu kein Mittel gefunden.
Die Umstellung auf UTF-8 als Standardsystem zur Zeichenkodierung verlief ebenfalls nicht komplett reibungslos. Einzelne Programme stellen die deutschen Umlaute nicht mehr korrekt dar, darunter OpenOffice. In Texten lassen sie sich zwar ordnungsgemäß verwenden, in den Menüs oder auch in der Rechtschreibprüfung tummeln sich jedoch falsch dargestellte Zeichen.
Unabhängig davon lauern in universe weitere kleinere Bugs. Beispielsweise enthält das Paket gdesklets-data, das in den Desktop integrierte Werkzeuge bereitstellt, zahlreiche Tools, die mit der mitgelieferten Version von GDesklets [7] nicht funktionieren.



