Strom sparen
ACPI-Unterstützung auf Centrino-Laptops
Appetitzügler
Nun wird es spannend: Booten Sie das System mit dem neuen Kernel und prüfen Sie mit
dmesg | grep ACPI
ob die Fehlermeldungen verschwunden sind. Eine der Meldungen sollte darüber informieren, dass Linux die DSDT des BIOS durch die selbst erstellte DSDT ersetzt hat:
…
Checking 'hlt' instruction… OK
ACPI-0291: *Info: Table [DSDT] replaced by host OS
…Bereits auf der Konsole können Sie testen, ob das Speedstepping des Prozessors ordnungsgemäß funktioniert: Geben Sie den Befehl
md5sum /dev/urandom
ein und beobachten Sie auf einer zweiten Konsole mit
cat /proc/cpuinfo
die Taktfrequenz des Prozessors – sie sollte nach kurzer Zeit ansteigen. Die Prozessortemperatur steigt dabei ebenfalls, was Sie mit
cat /proc/acpi/thermal_zone/THRM/temperature
kontrollieren. Damit haben Sie die Basis für ein optimales Energie-Management geschaffen. Nach dem Start der grafischen Oberfläche KDE sollte auch direkt das Energie-Icon von klaptop auf der Statusleiste erscheinen. Ein Rechtsklick darauf ermöglicht eine individuelle Konfiguration; für komplexere Anpassungen sind allerdings Root-Rechte erforderlich. In jedem Fall sollte die Laufzeit Ihres Laptops nun deutlich zunehmen: Ein modernes Centrino-Gerät kann unter Linux mindestens 3,5 Stunden durchhalten.
Fazit
Zugegeben: Unter Windows funktioniert das Energie-Management zumeist auch bei nagelneuer Hardware "out of the box", denn die Hardware-Hersteller entwickeln meist nur passende Treiber für die aktuellen Windows-Versionen. Aber Linux holt auch auf diesem Feld auf: Die Zeit, die freie Programmierer benötigen, um auf neue Hardware-Entwicklungen zu reagieren, wird immer kürzer. Und die Ergebnisse müssen den Vergleich mit Windows nicht scheuen.
Glossar
ACPI
Das Advanced Configuration and Power Interface ist in erster Linie für das Stromsparen zuständig. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem im BIOS implementierten APM (Advanced Power Management) überträgt ACPI einen Großteil der Steuerung des Energie-Managements an das Betriebssystem. Hier beginnen die Probleme: Während Windows mit fehlerhaften ACPI-Implementierungen recht gut klar kommt, merkt Linux pedantisch jeden Fehler an und verweigert mitunter die Zusammenarbeit.
DSDT
Die Differentiated System Description Table enthält Informationen, die zur Boot-Zeit in den so genannten ACPI-Namespace eingesetzt werden. Ist die DSDT fehlerhaft, gibt es Probleme mit dem Energie-Management. Leider schaffen es viele Hersteller nicht, in ihr System eine fehlerlose DSDT zu integrieren.
Speedstepping
Darunter versteht man die dynamische Einstellung der Prozessorfrequenz in Abhängigkeit von der aktuellen Systemlast. Im Normalfall, d. h. bei weitgehend ruhendem Desktop, läuft der Prozessor mit der niedrigsten Frequenz (bei Pentium-M-Prozessoren mit 600 MHz), bei Vollast (z. B. beim Kompilieren des Kernels) schaltet der Rechner auf die maximale Frequenz um (je nach Prozessor 1500 MHz und mehr).
Infos
[1] Informationen über Linux auf speziellen Laptops: http://www.linux-laptop.net, http://tuxmobil.org
[2] Knoppix Live CD: http://www.knoppix.de
[3] Memtest+: Werkzeug zum Speichertest auf Centrino M Systemen: http://www.memtest.org
[4] Red Hat Fedora Distribution: http://fedora.redhat.com
[5] Fedora Core 2: Andrea Müller, Carsten Schnober, "Mit neuem Hut", LinuxUser 08/2004, S. 54f
[6] Intel IASL Compiler: http://www.intel. com/technology/iapc/acpi/downloads.htm
[7] ACPI How-to: http://www.cpqlinux.com/acpi-howto.html
[8] Fertige DSDT Tabellen: http://acpi.sourceforge.net
[9] Kernelpatch zur Integration einer externen DSDT: http://www.unix.privat.t-online.de/acpi.html



