Software

01.02.2004

++++ News Ticker ++++

+++ GG Frühjahrs-Fachgespräch 2004 +++

Wie in jedem Jahr findet auch 2004 wieder das traditionelle Frühjahrsgespräch der German Unix User Group (kurz: GG) statt. Vom 9. bis 12. März trifft sich in der Ruhr-Universität Bochum ein technisch versiertes Publikum, um praxisnahe Fragen aus der Unix- und Linux-Welt zu erörtern. Erstmalig beginnt die viertägige Konferenz mit einem zweitägigen Tutorium: Geplant sind dabei interaktive Workshops, in denen die Teilnehmer unter Anleitung eigenständig Dienste installieren und konfigurieren. Die zweite Konferenzhälfte füllt ein umfangreiches Vortragsprogramm aus den Bereichen Entwicklung, Netzwerk, Sicherheit, Kernel und Lizenzfragen.

+++ Erste Sendung von LinuxTV +++

Schon vor einigen Monaten berichteten wir an dieser Stelle über das LinuxTV-Projekt. Dessen Ziel ist es, ähnlich wie bei Radio TuX, monatliche Video-Sendungen rund um Linux via Internet zu verbreiten. Nach nur vier Monaten steht nun die erste Sendung zum Download bereit. Themen sind unter anderem KDE, OpenOffice sowie ein Interview mit Web-Guru Ossi Urchs. Die halbstündige Sendung kann in drei Videoformaten heruntergeladen werden, was aber im Augenblick nur für DSL-Nutzer interessant sein dürfte, da schon die kleinste Version 160 MB groß ist. Bei LinuxTV bemüht man sich zur Zeit außerdem um eine Kooperation mit offenen Kanälen in verschiedenen Städten. Vielleicht wird der Pinguin bald auch zum Movie-Star.

+++ Linux-Kernel 2.6 erschienen +++

Nach zweijähriger Entwicklungs- und Testphase ist Mitte Dezember endlich Version 2.6 des Linux-Kernels offiziell freigegeben worden. Die große Zahl der Änderungen und Verbesserungen erklärt die Entwicklungsdauer. Unter anderem erhielt der neue Kernel ein verbessertes und schnelleres Ein-/Ausgabesystem, einen performanteren TCP/IP-Stack, ein optimiertes Speichermanagement und Prozess-Scheduling, eine überarbeitete ACPI-Implementierung sowie eine CPU-Frequenzskalierung für Intel-Speedstep und AMD PowerNow.

Wer jetzt den neuen Kernel testen möchte, muss jedoch neben den Kernel-Quellen noch weitere Pakete wie beispielsweise die cdrtools aktualisieren. Wir empfehlen daher im Augenblick zu warten, bis die ersten Distributionen mit dem neuen Kernel erscheinen. Wer nicht warten will, findet auf der Heft-CD die Quellen zur Kernel-Version 2.6.0.

+++ Weihnachtsgeschenk von Norman Security +++

Ein Weihnachtsgeschenk an die Community hat im alten Jahr Norman, ein Hersteller von Sicherheitssoftware, gemacht, der die Linux-Version seines Viren-Scanners Norman Virus Control zum kostenlosen Download bereitstellt. Neben der Scan Engine beinhaltet das Paket auch Signatur- und Programm-Updates für ein Jahr. Norman Virus Control ist in der aktuellen Version AmaVIS-kompatibel und unterstützt alle gängigen Mail-Server wie Sendmail und Postfix. Pakete für alle aktuellen Distributionen stehen bei Norman zum Download bereit. Für den Einsatz wird noch die Java-Runtime-Library 1.4 benötigt.

+++ Games for Linux wieder online +++

Nach anderthalb Jahren der Abstinenz gibt es wieder eine deutsche Web-Seite zum Thema "Spielen mit und unter Linux". Der frühere Betreiber von gamesforlinux.de, Ralph Schmeisser, öffnete unter der Domain http://www.g4l.de ein neues Portal für Linux-Spieler. Anlass für den Relaunch waren reger Zuspruch aus der Community und die Tatsache, dass Schmeisser gerade ein PHP-basiertes Content Management System entwickelte. Dank des neuen Systems kann jeder Besucher via Formular News und Berichte online stellen, was die Aktualität verbessern soll. Zum Erfolg der neuen Web-Seite fehlt nur noch die rege Beteiligung der Benutzer.

+++ Eine Spende für freie Software +++

Zum Jahresbeginn ruft die Free Software Foundation (FSF) die Mitglieder der Open-Source-Gemeinde zu einer Spende für die Foundation auf. Die finanziellen Mittel werden benötigt, um das Tagesgeschäft der FSF, das sich von Korrespondenz über Materialbeschaffung bis hin zur Planung und Durchführung von Veranstaltungen erstreckt, zu finanizeren. Wer keine direkte Spende geben möchte, kann die FSF auch durch den Kauf von Büchern beim Online-Buchhändler http://bookzilla.de unterstützen: Unabhängig vom gekauften Titel fließt die gesamte Provision in die Kasse der FSF.

E-Bay-Auktionen mit JBidwatcher verwalten

Wer erstmalig bei einer E-Bay-Auktion mitsteigert, genießt den Nervenkitzel wenige Sekunden vor Auktionsende. Regelmäßige Nutzer hingegen wollen in der Regel Ihre Auktionen optimal verwalten und möglichst günstig den Zuschlag erhalten. JBidWatcher (http://www.jbidwatcher.com/) ist ein Progamm, das dem Benutzer bei der Verwaltung seiner Auktionen hilfreich zur Seite steht. Hierzu unterteilt es alle eingegebenen Auktionen abhängig vom Auktionsstatus in drei Gruppen. Die Eingabe der Auktionen erfolgt wahlweise manuell oder durch Abgleich mit der eigenen My-E-Bay-Seite. Im Minutentakt aktualisiert das Programm anschließend den Status der laufenden Auktionen. Der Benutzer kann dann nach Belieben ein Gebot abgeben oder die Auktion vom Programm bis zum Auktionsschluss überwachen lassen. Bei einer überwachten Auktion setzt JBidwatcher wenige Sekunden vor dem Auktionsende ein vorher festgelegtes Maximalgebot ein – in der Hoffnung, dass es nicht überboten wird. Diese "Sniper-Technik" sieht E-Bay nicht gerne, dennoch ist sie für Bieter äußerst praktisch.

Besonders hilfreich ist die Möglichkeit, mehrere Auktionen zu einem "Multiple Snipe" zusammenzufassen: Nachdem der Nutzer ein Maximalgebot festgesetzt hat, bietet JBidwatcher nacheinander auf jede Auktion dieses Multiple Snipes, bis alle Auktionen erfolglos durchlaufen wurden oder der Benutzer den Zuschlag erhielt. In letzterem Fall ignoriert JBidwatcher die restlichen Auktionen eines Multiple Snipe. Für den Interessenten erhöht sich damit die Chance, das Gesuchte zum gewünschten Preis zu finden.

Dies sind nur einige der zahlreichen Funktionen von JBidwatcher. Ein Wermutstropfen ist die Tatsache, dass JBidwatcher für die Dauer der Auktionen aktiviert und der Benutzer online sein muss.

Abbildung 1: JBidwatcher beobachtet E-Bay-Auktionen für Sie

MailBox Sweeper hält die Mailbox sauber

Trotz moderner Spam-Filter der meisten Mail-Provider erhalten viele Anwender täglich ungewollte Spam-Mails, deren Download sie Zeit und Geld kostet. Mit Hilfe von Mailbox Sweeper (http://mailbox-sweeper.sourceforge.net/) kann der Benutzer bereits auf dem Server des Providers alle unerwünschten Nachrichten löschen. Dazu legt der Anwender für jedes Mail-Konto in Mail-Sweeper einen eigenen Eintrag an, worauf das Programm Datum, Absender und Betreff aller auf dem Server befindlichen Nachrichten anzeigt. Der User kann nun wahlweise den gesamten Inhalt des Mail-Accounts oder ausgewählte Nachrichten löschen. Alle verbliebenen Mails werden anschließend mit dem regulären Mail-Client heruntergeladen. Da Mail-Sweeper ein Java-Programm ist, läuft es auf nahezu jeder Distribution.

Abbildung 2: Mailbox Sweeper eliminiert unerwünschte Post noch auf dem Server des Providers

Passwortverwaltung Copernicus

Immer mehr Online-Dienste bieten in passwortgeschützten Bereichen zusätzliche Dienste an. Will man nicht überall das gleiche Passwort verwenden, ist eine Passwortverwaltung wie Copernicus (http://tanksoftware.com/copernicus/) genau das richtige Hilfsmittel, um nicht plötzlich vor verschlossener Tür zu stehen. Das Java-basierte Programm läuft unter jedem Betriebssystem und legt die Benutzerdaten nach Web-Seiten sortiert in einer XML-Datei ab. Dabei lassen sich pro Web-Seite beliebig viele Passwörter samt Benutzerkennung sowie einer Notiz ablegen. Auf Wunsch verschlüsselt Copernicus die XML-Datei, in der es die Passwörter speichert. Man sollte sich aber vergewissern, dass man bei der Passworteingabe für die Verschlüsselung unbeobachtet ist, da Copernicus dieses Passwort wie alle anderen im Klartext darstellt. Für alle, die sich Ihre Passwörter nie merken können, ist das Programm die ideale Gedächtnisstütze.

Abbildung 3: Copernicus merkt sich alle Passwörter

SecPanel

OpenSSH ist das Programm der Wahl für sichere Zugriffe auf entfernte Rechner. Für Linux-Einsteiger wirkt das Kommandozeilen-Interface von OpenSSH jedoch oft unübersichtlich und verwirrend. Mit der grafischen Oberfläche SecPanel (http://www.pingx.net/secpanel/) fällt sowohl Neulingen als auch OpenSSH-Profis die alltägliche Arbeit zukünftig leichter. Das Tool legt für jeden Remote-Rechner ein Verbindungsprofil an, das alle wichtigen Einstellungen wie X11- und Port-Forwarding enthält. Außerdem bietet das Programm eine komfortable Oberfläche, die sowohl den verschlüsselten Dateitransfer mit scp als auch die Verwaltung und Erstellung von SSH-Schlüsseln vereinfacht. Die Bedeutung der einzelnen SSH-Einstellungen muss der Anwender aber nach wie vor kennen, um keine Konfigurationsfehler zu machen. (Uwe Vollbracht/hge)

Abbildung 4: SecPanel stellt die volle Funktionalität von OpenSSH komfortabel zur Verfügung

NTFS-Zugriff unter Linux

Abb. X: Ein neues Open-Source-Projekt und ein kommerzieller Anbieter versprechen Fortschritte im Zusammenspiel mit NTFS-Partitionen

Zwei neue Projekte beschäftigen sich mit dem Zugriff auf NTFS-Partitionen von Linux aus: Das Unternehmen Paragon-Software http://www.ntfs-linux.com bringt ein Produkt auf den Markt, mit dem von Linux-Systemen der Zugriff möglich sein soll.

Wer das Produkt ausprobieren möchte – ein Demoversion ist vorhanden – der erlebt gleich die erste Überraschung: der Hersteller stellt nur ein Executable für Microsoft Windows zur Verfügung. Somit gestaltet sich die Installation etwas schwierig.

Das vollständige Boxprodukt enthält eine CD, von der aus sich die Software in das System integrieren lassen soll. Zudem ist das Medium bootfähig und kann für einen direkten Zugriff ohne Systemstart genutzt werden.

Neben dem kommerziellen Ansatz gibt es ein freies Projekt http://www.jankratochvil.net/project/captive/, dass sich dem gleichen Ziel verschrieben hat. Hier verwenden die Entwickler eine Originalsystemdatei mit dem Namen ntfs.sys beziehungsweise eigene Module, die je nach bedarf zum Einsatz kommen.

Eine Bibliothek stellt die Zugriffe auf die Windows-Partitionen zur Verfügung und bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Developer beim testen der Software einsetzen können. das Projekt befindet sich noch soweit in den Kinderschuhen, das es nicht für den produktiven Einsatz geeignet ist.

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