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Editier mal wieder

KDE-Standard-Editor Kate

Daily Business

Das Arbeiten selbst gestaltet sich mit Kate nicht viel anders als mit anderen Editoren. Sie können umgestalten, einfügen, kopieren, was das Zeug hält. Möchten Sie die geladene Datei speichern, drucken etc., werden Sie unter dem Menüpunkt Datei fündig. Geht es ans Kopieren, Einfügen, Suchen oder ähnliches, schauen Sie bei Bearbeiten nach (Abbildung 9). Hier können Sie sich auch zielgerichtet mit Befehlen wie Gehe zu Zeile... an eine bestimmte Stelle des geöffneten Dokuments bewegen oder Ihre Taten mit einem Rückgängig revidieren.

Auch die Suchfunktionen verstecken sich unter diesem Punkt. Einen besonderen Leckerbissen bietet Kate mit dem Eintrag Weitersuchen, mit dem Sie die Suche nach einem zuvor eingegebenen Suchbegriff fortführen können. Das Pendant Frühere suchen tut dasselbe, nur in die andere Richtung.

Wer beim Aufstöbern der Begriffe auf vermeintliche Fehler gestoßen ist, kann diese in reinen Textdokumenten jederzeit mit der in Kate integrierten Rechtschreibprüfung gegenprüfen (Abbildung 10). Das nötige Rüstzeug verbirgt sich unter Bearbeiten / Rechtschreibung... in KDE 2, unter Extras / Rechtschreibung... bei der Kate-Version aus KDE 3.

Abbildung 9: Einige Einträge aus dem gezeigten KDE-2er "Bearbeiten"-Menü haben in KDE 3 eine neue Heimat gefunden

Abbildung 10: Wie schreibt sich das nochmal?

Ebenso einfach lässt sich einstellen, ob das aktuelle Dokument im Macintosh-, Unix- oder DOS-Text-Format abgespeichert werden soll. Die drei unterscheiden sich jeweils am Zeilenende, wo entweder ein CR, LF oder beide Dienst als Zeilenendezeichen tun. Wie Sie das handhaben wollen, teilen Sie Kate via Dokument / Zeilenende mit.

Eine weitere nützliche Kleinigkeit ist die Möglichkeit, Ihre in Kate bearbeiteten Dokumente mit Eselsohren zu versehen. Diese Text-Lesezeichen erlauben es Ihnen, sehr schnell zu einer vorher markierten Stelle zu hüpfen. Aktivieren Sie dazu zuerst in der Menüleiste den Punkt Ansicht / Symbolspalte anzeigen. In dieser Spalte können Sie nun mit einem linken Mausklick in den Zeilen Ihrer Wahl eine Büroklammer setzen (Abbildung 11). Diese Lesezeichen erscheinen dann – mit Zeilenangabe und dazugehörigem Textfragment – in der Menüleiste unter dem Punkt Lesezeichen und können direkt angewählt werden.

Abbildung 11: Virtuelle Eselsohren

Wie bei den meisten KDE-Programmen können Sie auch in Kate den unterschiedlichsten Aktionen und Tätigkeiten eigene Tastenkürzel zuordnen. In KDE 2 reicht dazu die Auswahl des Menüpunkts Einstellungen / Tastenzuordnungen vornehmen...; in der 3er Version Einstellungen / Kurzbefehle einrichten. Zudem gibt es bei KDE 3 verwirrenderweise eine zusätzliche Einstellmöglichkeit im Konfigurationszentrum (Einstellungen / Kate einrichten...) unter dem Punkt Editor / Tastatur: Diese konfiguriert lediglich Tastenkürzel, mit denen man sich im zu editierenden Text bewegt, während die Kurzbefehle (Datei öffnen, schließen, Rechtschreibprüfung etc.) sich auf die Applikation als solche beziehen. Für all diejenigen, die zu faul sind, hier Änderungen vorzunehmen, haben wir in Tabelle 1 die wichtigsten Tastenkombinationen der Standardeinstellung zusammengefasst.

Tabelle 1: Tastenbelegung ab Werk

[Einfg] Umschalten zwischen Einfüge- und Überschreibemodus. Im Einfügemodus setzt der Editor alle Text-Eingaben an der Cursor-Position ein und verschiebt die Zeichen rechts vom Cursor nach rechts. Im Überschreibemodus werden die Zeichen rechts vom Cursor durch die neu geschriebenen Zeichen ersetzt.
[Pfeil links] Bewegt den Cursor ein Zeichen nach links.
[Pfeil rechts] Bewegt den Cursor ein Zeichen nach rechts.
[Pfeil hoch] Bewegt den Cursor um eine Zeile nach oben.
[Pfeil runter] Bewegt den Cursor um eine Zeile nach unten.
[Bild aufwärts] Bewegt den Cursor um eine Seite nach oben.
[Bild abwärts] Bewegt den Cursor um eine Seite nach unten.
[Backspace] Löscht das Zeichen links vom Cursor.
[Pos1] Setzt den Cursor an den Zeilenanfang.
[Ende] Setzt den Cursor ans Zeilenende.
[Entf] Löscht das Zeichen rechts vom Cursor (oder den markierten Text).
[Umschalt-Pfeil links] Markiert Text ein Zeichen nach links.
[Umschalt-Pfeil rechts] Markiert Text ein Zeichen nach rechts.
[F1] Hilfe (nicht vordefiniert in KDE 3).
[F7] Konsole anzeigen.
[F6] Symbolspalte anzeigen.
[Strg-F] Öffnet den Such-Dialog.
[F3] Vorwärts weitersuchen.
[Umschalt-F3] Frühere Vorkommen des letzten Suchstrings aufspüren.
[Strg-C] Kopiert den markierten Text in die Zwischenablage.
[Strg-N] Neues Dokument erstellen.
[Strg-P] Aktuelle Datei drucken.
[Strg-Q] (KDE 2), [Strg-F4] (KDE 3) Aktives Editor-Fenster schließen.
[Strg-R] Suchen und Ersetzen.
[Strg-G] Gehe zu Zeile …
[Strg-S] Aktuelles Dokument sichern.
[Strg-V] Inhalt der Zwischenablage einfügen.
[Strg-X] Markierten Text löschen und in die Zwischenablage kopieren.
[Strg-Z] Letzten Schritt rückgängig machen.
[Strg-Umschalt-Z] Letzten Schritt wiederholen.

Eingestöpselt

Was Kate als Editor besonders macht, ist seine Plugin-Fähigkeit. Die Entwickler haben sich zu einem entsprechenden Design entschlossen, weil sie einerseits den Editor so schnell und schlank wie möglich halten, andererseits aber den Nutzern alle Möglichkeiten bieten wollen. So kann jeder selbst entscheiden, wieviel zusätzlichen "Ballast" er sich beim Start einpacken mag.

Welches der Plugins Sie laden wollen, teilen Sie Kate via Einstellungen / Kate einrichten... / Plugins / Verwaltung (Abbildung 12) mit. Sollten Sie hier lediglich ein leeres Fenster vorfinden, liegt es nahe, dass die Plugins nicht mitinstalliert wurden. Spielen Sie in dem Fall nachträglich das kdeaddons-Paket ein.

Um ein (installiertes und von Kate erkanntes) Plugin nachzuladen, markieren Sie seinen Namen in der Sektion Verfügbare Plugins mit der Maus und klicken dann auf den Pfeil nach rechts. Es erscheint sofort in der rechten Seite unter Geladene Plugins. Wollen Sie es wieder entfernen, markieren Sie den passenden Namen und klicken auf den Pfeil nach links. Zum Sofortladen betätigen Sie den Anwenden-Button, und schon sind die gewählten Plugins verfügbar, die abgewählten indes nicht.

Abbildung 12: Welches Plugin darf es sein?

Existieren zu einem Plugin weitere Konfigurationsmöglichkeiten wie etwa beim Insert Command Plugin, in KDE 3 etwas holperig mit Einfügen-Befehl für Kate übersetzt, können Sie diese als Unterpunkte zum Plugins-Konfigurationseintrag auswählen. Der zum genannten Plugin gehörende Punkt Insert Command bzw. Befehl einfügen erlaubt es beispielsweise, die Zahl der Kommandos, die sich Kate merken soll, näher zu beziffern.

Das Plugin selbst sorgt dafür, dass die Ausgabe aus einer Shell ins aktuelle Dokument eingefügt wird. Starten können Sie es über das Bearbeiten-Menü. Wählen Sie dort den Punkt Insert Command bzw. Befehl einfügen... aus. Sie erhalten dann einen Dialogbildschirm wie in Abbildung 13, in dem Sie das gewünschte Kommando sowie das Verzeichnis, in dem der Befehl ausgeführt werden soll, eintragen. Den Rest besorgt Kate für Sie, wie Abbildung 14 beweist.

Abbildung 13: Diesen Dialog gibt es in KDE 3 auch in deutscher Sprache

Abbildung 14: So sieht es aus, wenn Kate die Ausgabe eines configure-Skripts in ein Dokument einfügt

Haben Sie vor, Kate zum Bearbeiten von HTML-Dokumenten einzusetzen, dürften Sie an Kate HTML Tools (HTML-Dienstprogramme für Kate) Ihre Freude haben. Dank dieses Plugins wird Ihr Bearbeiten-Menü um den Punkt HTML Tag (HTML-Formatierung...) reicher. Klicken Sie diesen Menüeintrag an, erscheint ein Fenster wie in Abbildung 15, in dem Sie den Namen eines HTML-Tags (etwa title) eingeben; für die passende Einklammerung sorgt Kate und fügt sowohl Anfangs- (<title>) als auch End-Tag (</title>) an der Stelle des Dokuments ein, an der sich der Cursor gerade befindet. Für Vielschreiber haben die Entwickler diese Funktionalität übrigens auf die Tastenkombination [Alt- -] gelegt.

Abbildung 15: HTML-Tags-Verfassen leicht gemacht

KDE-3-User finden das in [1] beschriebene XML-Plugin bereits integriert; ansonsten sind in dieser Version keine neuen Plugins hinzugekommen. C- und C++-Programmiererinnen werden das "Kate OpenHeader"-Plugin nützlich finden, das das Datei-Menü um den (missverständlichen) Namen Headerdatei öffnen erweitert. Seine Auswahl öffnet die .cpp- bzw. .c-Datei zum aktuell bearbeiteten Headerfile und umgekehrt.

Ein komplettes neues Menü namens Projekt zur Projektverwaltung einfacher Programmierprojekte fügt der Kate-Projektmanager hinzu, während der Kate-Textfilter markierten Text durch ein über den neuen Menüpunkt Bearbeiten / Text filtern... eingegebenes Shell-Kommando filtert und damit ersetzt. Bei diesem Plugin ist unter KDE 3 Obacht geboten: Vergisst man das Markieren des Texts, stürzte Kate beim Test unter SuSE 7.2 ab.

Mit Third-Party-Plugins kann Kate derzeit allerdings noch nicht glänzen; ein einzelnes Plugin für Python-Programmierer ist unter [2] erhältlich. Im Auge behalten, heißt die Devise.

Glossar

CR, LF

"Carriage Return" (der von der Schreibmaschine bekannte Wagenrücklauf) und "Line Feed" sind die zwei ASCII-Zeichen, die allein oder gemeinsam in eine Datei eingefügt werden, um ein Zeilenende zu signalisieren. Selbst werden sie zwar in Text-Editoren u. ä. nicht dargestellt, aber ihre Wirkung ist am Zeilenumbruch zu sehen.

Infos

[1] Frank Wieduwilt: "Eingabe-Kontrolle", LinuxUser 02/2002, S. 63

[2] Third-Party-Plugins für Kate: http://www.kde.org/kate/3rdparty.html

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