Opera 5.0 unter Linux

Browser-Kaskaden

Traurig aber wahr: Linux-Anwender werden noch ein Weilchen auf die Java-Unterstützung in Opera warten müssen. Trotzdem ist der Browser unter Linux eine Alternative. Wir haben uns das Programm in der endgültigen Version 5.0 angesehen.
Abbildung 1: Opera beherrscht den Aufbau mehrerer Fenster in einem großen Rahmen.

Die Installation des Browsers ist simpel: Für Red Hat 7.1, Mandrake 8.0 und Debian gibt es fertige Pakete. Diese sind wahlweise statisch oder dynamisch gegen die Qt-Bibliothek gelinkt. Einen Bericht mit einer ersten Übersicht über Opera finden Sie im LinuxUser 02/2001, S. 76.

In der Newsgroup opera.linux tauchen immer wieder Postings mit Fragen zu Java-Plugins auf. Hier herrscht Unsicherheit: Die Support-Datenbank führt Java-Unterstützung als eines der Features, die noch nicht implementiert sind (http://www.opera.com/support/supsearch/supsearch.cgi?options=index&name=562). Der Preferences-Dialog enthält eine entsprechende Checkbox, diese lässt sich jedoch nicht anklicken.

Die Nachfrage bei Opera ergab, dass Java-Support im Augenblick ganz oben auf der Liste der gewünschten Features steht und dass die Entwickler daran arbeiten. Wann genau eine Java-fähige Linux-Version des Opera-Browsers auf den Markt kommen soll, lässt sich derzeit nicht sagen. Fest steht aber schon jetzt, dass die Unterstützung in Form von Plugins erfolgen wird. In diesem Zusammenhang arbeiten die Opera-Leute auch am Plugin-Suport für Netscape-Module.

Maßanzug

Ohne technische Raffinessen ist Opera aber nicht: Die Entwickler legten Wert auf ein hohes Maß an Selbstbestimmung für den User. Dieser kann in den Voreinstellungen bespielsweise wählen, ob für eine Seite die dokument-eigenen oder die benutzerspezifischen Stylesheets und Fonts angezeigt werden sollen. Auch die Markierung bereits besuchter Links lässt sich so individuell einstellen.

Auf diese Weise kann der Benutzer den Seiten beispielsweise ein sehr einfaches und schlichtes Aussehen verleihen, obwohl diese im Original zahlreiche grafische Gestaltungselemente verwenden (Abbildungen 2 und 3).

Abbildung 2: Opera lässt den Benutzer wählen zwischen den Einstellungen, die das Dokument mitbringt …
Abbildung 3: … und den User-eigenen Einstellungen

Opera bietet anti-aliased Fonts. Vorausetzung ist, dass die Qt-Bibliothek mit Xft-Unterstützung übersetzt wurde. Danach muss Opera aus den Quellen gegen diese neuerstellte Bibliothek kompiliert werden. Besitzer von Red Hat 7.1 oder Mandrake 8.0 haben es einfacher: Das RPM für ihre Distribution basiert auf einer entsprechenden QT-Version.

Ein weiterer Ratschlag aus der Mailing-Liste: Unter File/Preferences/Network/Browser identification die Einstellung Identify as MSIE 5.0 wählen. Dies soll bei manchen Seiten helfen, die auf den Internet Explorer optimiert sind.

Western-Europe-ISO-8859-1 ist der einzige Zeichensatz, der momentan unterstützt wird. Die Entwickler arbeiten an einer Version mit voller Unicode-Untertützung. Diese ist aber zur Zeit noch nicht verfügbar.

Anwendungen einbinden

Opera bietet die Möglichkeit, andere Anwendungen für die verschiedenen Internet-Dienste wie Mail, FTP oder Telnet einzubinden. Öffnen Sie dazu den Dialog Preferences und wählen Sie in der linken Spalte das Icon mit der Unterschrift Applications. Hier finden Sie mehrere Zeilen, in die Sie Ihre Lieblings-Clients eintragen können (Abbildung 4).

Abbildung 4: Im Dialogfeld "File/preferences/Applications" tragen Sie einfach Ihre Lieblings-Clients für FTP, Telnet oder Mail ein

Ein kleiner Hinweis: Benutzen Sie ein Programm, dass normalerweise in einem xterm läuft, wie beispielsweise der E-Mail-Client mutt, starten Sie aus Opera ebenfalls eine Terminal-Emulation und darin die Anwendung. Es muss also xterm -e mutt heißen. Eine Anwendung wie kmail fügen Sie ohne Zusätze ein.

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