Zeichenprogramm Inkscape wechselt auf GTK+3

Zeichenprogramm Inkscape wechselt auf GTK+3

Inkscape 1.0 veröffentlicht

Die Entwickler des Zeichenprogramms Inkscape wagen endlich den Sprung auf die Version 1.0, die zahlreiche Neuerungen mitbringt. Dazu zählen neue Werkzeuge und Pfadeffekte sowie die Umstellung auf das Toolkit GTK+3 sein.

Letztere begann bereits 2018 im Rahmen eines Hackfestes. Dank GTK+3 lässt sich Inkscape jetzt auf hochauflösenden Monitoren (HiDPI) besser bedienen. Inkscape 1.0 geht flotter zu Werke als die Vorversionen, was sich vor allem beim Bearbeiten von Grafiken mit vielen Knoten bemerkbar machen soll.

Des Weiteren haben die Entwickler die Zeichenwerkzeuge im Werkzeugkasten umsortiert. Die neue Reihenfolge soll logischer sein als die vorherige. Das Malwerkzeug kennt einen neuen PowerPencil getauften Modus, der beim Einsatz eines Grafiktabletts Linien mit druckabhängiger Breite zeichnet. Darüber hinaus kann das Malwerkzeug auch geschlossene Pfade verarbeiten. Inkscape 1.0 unterstützt variable Schriftarten und Browser-kompatiblen Fließtext. Die Zeilenhöhe lässt sich zudem einfacher einstellen.

Neben weiteren und überarbeiteten Pfadeffekten (LPEs), gibt es einen neuen LPE-Auswahldialog. In Letztgenanntem können Anwender ihre bevorzugten LPEs markieren. Zu den neuen Pfadeffekten gehören Versatz, Ausschneiden und Maskieren. Der Pfadeffekt „Ecken (Abrunden/Fasen)“ rundet alle Ecken eines Pfades ab. „Ellipse durch Punkte“ vereinfacht die Erstellung von Ellipsen, während „Bemaßungen“ in technischen Zeichnungen die Abmessungen der geometrischen Formen hinterlegt.

Die Zeichenfläche lässt sich spiegeln und drehen, was vor allem bei Freihandzeichnungen nützlich ist. Obendrauf gibt es die zwei neuen Ansichten „Röntgen“ und „Geteilte Ansicht“. Hilfslinien lassen sich duplizieren und an den Seitenrändern einblenden, Gitter an der Seite ausrichten. Als weitere Hilfe zeigt das Zeichenprogramm ein farbiges Schachbrettmuster im Hintergrund. Die Y-Achse kehrt Inkscape auf Wunsch um, was insbesondere beim Import von SVG-Bildern notwendig ist. Apropos SVG: Das Zeichenprogramm unterstützt jetzt auch SVG-2-Vektor-Schraffuren und Haarlinien.

Um die Vektorisierung von Bildern kümmert sich ein neuer Dialog, der auch Strichzeichnungen umwandelt. PDF-Dateien enthalten auf Wunsch anklickbare Links und Metadaten. Die Optik der Benutzeroberfläche lässt sich mit Themes und mehreren Icon-Sets an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Erweiterungen müssen jetzt die neue, auf Python 3 basierende Programmierschnittstelle verwenden. Die Entwickler weisen deshalb darauf hin, dass einige alte Erweiterungen nicht mehr mit Inkscape 1.0 zusammenarbeiten könnten. Abschließend haben die Entwickler die Übersetzungen aktualisiert. Inkscape spricht über 20 verschiedene Sprachen.

Sämtliche Neuerungen fasst die offizielle Ankündigung zusammen.

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