Die Opensource-Community ist nie um Lösungen verlegen. So haben sich einige schlaue Köpfe hingesetzt und Lösungen erarbeitet, die mittels mehrerer Audio-Filter das überaus nervige Hintergrundbrummen der gefürchteten afrikanischen Tröte herausfiltern.
Die ganze Welt minus Südafrika hat sie hassen gelernt: Die bis zu 160 Dezibel laute Elefanten-Tröte Vuvuzela, die bei WM-Spielen in 90 Minuten Dauerbeschallung jegliche Stadionatmosphäre übertönt und die sogar für die Spieler und Trainer eine Kommunikation auf dem Spielfeld unmöglich macht. Da die FIFA-Auguren immer noch unschlüssig sind, ob und wenn ja wie sie das Problem angehen, muss man sich eben selbst helfen — am besten mit Opensource-Lösungen.
Christian Neumair ist noch am Tüfteln. Seine Ubuntu-basierte Lösung will noch nicht recht funktionieren, die Kombination aus ALSA, LADSPA-Audiofilter und Pulseaudio arbeitet nicht so, wie sie eigentlich sollte. Erfolg können hingegen die Fedora-Tüftler vermelden, die einen ähnlichen Ansatz (vier Bandstop/Notch-Frequenzfilter auf die Frequenzen 233, 466, 932 und 1864 Hz) via Jack realisieren. Auch die Kommandozeilen-Fraktion wird bedient, das entsprechende mplayer-Kommando lautet:
mplayer -af pan=1:0.5:0.5,sinesuppress=233:0.01,sinesuppress=466:0.01,sinesuppress=932:0.01,sinesuppress=1864:0.01,sinesuppress=232:0.01,sinesuppress=465:0.01,sinesuppress=931:0.01,sinesuppress=1863:0.01,sinesuppress=234:0.01,sinesuppress=467:0.01,sinesuppress=933:0.01,sinesuppress=1865:0.01
Selbst eine ganz einfache Lösung per Browser und Java gibt es.
Jetzt muss nur noch der Computer zwischen Fernseher und Audioanlage geschaltet werden, und dem Hornissenschwarm-freien Fußballgenuss steht nichts mehr im Wege.
Update: Wie soeben berichtet wird, scheinen die Spiele seit heute Vuvuzela-frei zu sein. Ob technisch gefiltert wird oder Vuvuzela-Verbot in den Stadien herrscht ist nicht bekannt. Auch ob dies für alle zukünftigen Spiele oder nur diese Stadien gilt, bleibt noch abzuwarten.






Seltsam das die Lösung gerade für eine südafrikanische Distribution erstellt wird…
Sollte in einer neutralen Berichterstattung (oder zählt man sich hier selbst nicht dazu) solche bewertenden Adjektive wie “nervig”, oder Phrasen wie “hassen gelernt” nicht eigentlich wegbleiben?
Ebenso wird die Lautstärke immer mehr nach oben gedreht. Waren es am Anfang noch “um die 100 Dezibel” wurden es schnell 120 in den bekannten Medien – hier sind wir schon bei 160 Dezibel. Wie laut sind denn die “gefürchteten Tröten” Morgen?
Ich selbst mag diese Fangeräte zwar auch nicht, jedoch sind die ersten beiden Absätze auf BILD Zeitung Niveau – und das passt eigentlich nicht zu eurem sonst so gutem Stil.
http://www.google.de/search?q=vuvuzela+160+dezibel
…Und ein paar Adjektive können nie schaden! ;-) “Reißerisch” ist für mich was anderes, aber okay…