Qualcomm hat heute angekündigt, die bekannte E-Mail-Software Eudora ab 2007 nicht mehr kommerziell zu vertreiben. Eine Open-Source-Version soll dann den Vorgänger ablösen. Gleichzeitig zieht sich Qualcomm weitgehend aus der Entwicklung zurück, weil der E-Mail-Markt laut eigener Angaben nicht mehr zum Kerngeschäft passt. Die Freigabe des Eudora-Quellcodes an die Community soll die Entwicklung weiter beschleunigen und es bestehenden Usern ermöglichen, die Software weiterhin zu nutzen.
Als Besonderheit kündigt Qualcomm zusammen mit der Mozilla Foundation an, die freie Eudora-Version künftig auf der Grundlage von Mozillas E-Mail-Client Thunderbird zu entwickeln. Die für Eudora maßgeblichen Features sollen dabei erhalten bleiben. Inwieweit Eudora dann unter der Ägide des Mozilla-Projekts weilen wird, steht noch nicht fest. Auch die Lizenz, unter der die Community das Produkt künftig entwickelt, haben die Beteiligten nicht bekannt gegeben.
Gleichzeitig zu dieser Ankündigung hat Qualcomm die letzten Versionen der kommerziellen Variante veröffentlicht und die Preise drastisch gesenkt. Statt für bislang 50 US-Dollar gibt es Eudora nun für knapp 20 Dollar.
Ob Eudora als Open-Source-Version jemals das Licht der Linux-Welt erblicken wird, haben beide Firmen leider ebenfalls verschwiegen. Mit dem Quellcode stehen Entwicklern aber alle Türen offen, eine Portierung voranzutreiben. Bislang läuft Eudora nur unter Windows und MacOS X.
Update 12.10.2006, 07:30 Uhr: Mittlerweile hat Mozilla eine Seite im Wiki eingerichtet, auf der das Vorgehen zur Integration von Eudora beschrieben wird. Das Projekt Penelope befindet sich momentan noch im Anfangsstadium, die Verantwortlichen wollen im Dialog mit der Community eine feste Roadmap definieren und erst dann erste Versionen veröffentlichen. Auf der Diskussions-Seite hat jeder die Möglichkeit, seine Wünsche anzubringen.




