Streit um die Marke Debian

Streit um die Marke Debian

Die im August gegründete Debian Common Core Alliance (DCCA) liegt seit ihrer Gründung im Clinch mit dem Debian-Projekt. Den Debian-Entwicklern ist vor allem die Nennung von “Debian” im Namen der Allianz ein Dorn im Auge. Denn nach der Meinung vieler Debianer suggeriert der Name, dass die DCCA offiziell für die Basis der Debian-Distribution zuständig ist. Wie das Magazin Newsforge nun berichtet [1], gibt es erste Konsequenzen aus diesem Streit: Die DCCA hat “Debian” klammheimlich aus ihrem Namen gestrichen und nennt sich nur noch DCC Alliance (rekursiv für DCC Common Core).

Bereits im August hatte Debian-Projektleiter Branden Robinson den Entwickler Don Armstrong damit beauftragt [2], sich des Problems anzunehmen und zusammen mit der DCCA, SPI (Software in the Public Interest, die das Markenzeichen Debian hält) und der Entwicklergemeinde eine Lösung zu finden. Allerdings gab es bis vor kurzem keine nennenswerten Fortschritte bei dieser Vermittlung.

Erste Bewegungen

Der ehemalige Debian-Projektleiter Ian Jackson machte daraufhin seinem Ärger am 17. Oktober Luft [3] und betonte, dass der Name der DCCA Verwirrung bei vielen Anwendern stifte. Armstrong antwortete unverzüglich auf Jacksons Mail, mit der Mitteilung, dass die DCCA ab sofort ihren Namen geändert hätte [4].

Doch alle Probleme seien noch nicht gelöst, so Don Armstrong: Die DCCA benutzt immer noch das Debian-Logo in ihrem eigenen Logo. Auch eine offizielle Stellungnahme zur Namensänderung und der wachsenden Verwirrung rund um die DCC-Allianz und deren Beziehung zum Debian-Projekt lässt noch auf sich warten. Lediglich in einem Blog-Eintrag [5] kündigt Ian Murdock, Gründer des DCCA-Mitglieds Progeny und des Debian-Projekts, den Namenswechsel an. Im gleichen Artikel spricht Murdock auch den Wunsch aus, die DCCA zu einem Debian-Unterprojekt zu machen, um die Verbindung der beiden zu verstärken.

Ian Murdock antwortet

In einem Interview mit Newsforge [6] schafft Murdock ein wenig Klarheit. Seiner Meinung nach verstößt die DCCA mit der Nutzung des Debian-Logos nicht gegen die offene Logo-Lizenz, unter die die Gemeinde ihr Logo gestellt hat. Sie besagt, dass jeder das Logo benutzen darf, um auf das Debian-Projekt hinzuweisen. Laut Murdock ist das bei der DCCA definitiv der Fall.

Er glaubt außerdem nicht, dass es sich bei den aktuellen Meinungsverschiedenheiten um einen großen Streit zwischen ihm und dem Debian-Projekt handelt, sondern eher um einen Streit zwischen ihm und einer Handvoll Debian-Entwickler.

Wie groß dieser Streit wirklich ist, muss sich in den kommenden Wochen oder Monaten noch herausstellen. Vor allem gilt es zu klären, ob die DCCA das Debian-Logo benutzen darf und in welcher Beziehung die beiden Projekte in Zukunft zueinander stehen wollen.

[1] http://trends.newsforge.com/article.pl?sid=05/10/19/1444211
[2] http://lists.debian.org/debian-project/2005/08/msg00219.html
[3] http://lists.debian.org/debian-project/2005/10/msg00073.html
[4] http://lists.debian.org/debian-project/2005/10/msg00082.html
[5] http://ianmurdock.com/?p=274
[6] http://trends.newsforge.com/article.pl?sid=05/10/19/1638239

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