Nach einigen Vorankündigungen und Pilotprojekten ist es nun offiziell: Russland stellt ab 2009 sukzessive alle Grund- und Hauptschulen auf Linux um. Rund 1500 Schulen nehmen die Umstellung noch in diesem Jahr vor.
Bereits 2007 kündigte ein Bericht auf cnews.ru an, dass Russland seine Schulen auf freie Software umstellen möchte. Der russische Minister für Kommunikation Igor Schegolev hat dies nun an der internationalen IT-Ausstellung InfoKom-2008 bestätigt (russische Pressemeldung).
Demnach erhalten bereits ab Ende 2008 rund 1500 Schulen das freie Softwarepaket PSPO (????? ?????????? ???????????? ???????????, ????). Es besteht aus den vom russischen Distributor ALT Linux mitentwickelten vier verschiedenen Linux-Varianten (Lite, Junior, Master, Terminal) und einer auf Scientific Linux 5.1 Cyrillic Edition (SL51CE) basierenden Linux-Version namens NauLinux. Sämtliche Distributionen gibt es auf der Projektseite zum freien Download. Die Lite-Version von ALT School 4.0 läuft auch auf Rechnern mit weniger als 265 MByte Hauptspeicher und bringt XFCE als Desktop mit, die übrigen Varianten setzen auf KDE. NauLinux findet man im temp-Verzeichnis auf dem FTP-Server.
Bereits im nächsten Jahr sollen alle 62 000 Schulen auf eines der zwei freien Softwarepakete umgestellt werden, wie Ilya Mashkin, Marketing-Manager von ALT Linux, gegenüber der Linux-Community bestätigte. Mashkin hofft, dass sich die meisten Schulen für das von ALT Linux zusammengestellte Paket entscheiden. Wie groß das Interesse an dem neuen Softwarepaket ist, zeigt ALT Linux mit einer Grafik (Abbildung 1) auf seiner Homepage an. Nach einer Übergangsfrist von zwei Jahren können sich die Schulen dann ab 2010 selbst entscheiden. Bleiben Sie beim staatlichen SPO-Paket, erhalten sie sämtliche Software umsonst. Die Kosten für proprietäre Software müssen die Schulen hingegen komplett selbst tragen.
Abb. 1: Die Karte zeigt, wie viele Schulen sich bereits für das SPO-Projekt angemeldet haben.
ALT Linux ist aus einer russischen Version von Mandriva hervorgegangen. Hinter der Distribution steht ein 150-köpfiges Entwicklerteam. Einen Artikel zu Version 4.1 Desktop lesen Sie im LinuxUser 12/2008.





