Raspberry Pi 4 mit USB 3.0 und bis zu 4 GByte RAM

Raspberry Pi 4 mit USB 3.0 und bis zu 4 GByte RAM

Neues Raspberry Pi-Modell

Der Raspberry Pi 4 (Modell B) bringt endlich mehr Arbeitsspeicher mit, schnelleres Gigabit-Ethernet, zwei USB-3.0-Ports und erlaubt es, zwei 4K-Monitore anzuschließen.

Die Nachfrage nach schnellerem Speicher besteht schon länger. Hier liefern die Raspberry-Macher nun endlich: bis zu 4 GByte LPDDR4-2400 SD-RAM lassen sich in dem neuen Raspberry Pi 4 (Modell B) unterbringen. Das kostet allerdings auch: Shops in Deutschland bieten den Raspberry Pi 4 mit 1 GByte RAM für rund 35 Euro an, für die Version mit 4 GByte muss der Nutzer etwa 60 Euro zahlen. Hinzu kommt der Preis für eine passende Energieversorgung: Das offizielle Raspberry-Pi-Netzteil (5 Volt, 3 Ampere) oder ein vergleichbares USB-C-Netzteil schlagen mit grob gerundet 10 Euro zu Buche. In einigen Shop ist der Neue aber bereits ausverkauft.

Vergleich mit dem Vorgänger

Laut Datenblatt läuft der im Raspberry Pi 4 eingesetzte Quadcore-Prozessor BCM2711 von Broadcom 50 Prozent schneller als der in den Vorgängermodellen: Es handelt sich um einen ARM A27. Der 64-Bit-Prozessor schafft bis zu 1,5 GHz Taktfrequenz. Ein Upgrade gab es für den mitgelieferten 32-Bit-Videocore: Nicht mehr Version IV, sondern VI kommt nun zum Zug, und die bringt eine Taktfrequenz von bis zu 500 MHz mit – beim Vorgänger waren es noch 400 MHz. Freudig stimmen dürften viele Nutzer jedoch die beiden USB-3.0-Ports: Bislang unterstützte der Raspberry nur USB 2.0. Zugleich ist erstmals echtes Gigabit-Ethernet an Bord, vorher lief das Kabelnetzwerk über USB 2.0 und war auf 300 Mbit/s gedrosselt.

Der neue Raspberry Pi 4 (Modell B) bringt nicht nur zwei HDMI-Ports für Dual-Monitor-Setups mit (Quelle: raspberrypi.org)

Dank zweier HDMI-Buchsen lassen sich am Raspberry Pi gleich zwei Monitore mit einer hohen 4K-Auflösung betreiben. Das macht das Gerät auch für den Einsatz an Firmenarbeitsplätzen interessant, da Entwickler oder Grafiker gern in Dual-Monitor-Setups arbeiten. Kleiner Knackpunkt: Der Raspberry 4 setzt auf etwas spezielle Micro-HDMI-Ports, was Adapter oder andere Kabel erfordert. An Codecs unterstützt der Raspberry Pi 4 H.264 und H.265, für 3D-Anwendungen dürfte der Open-GL-ES-3.0-Support interessant sein. Die Ankündigung spricht zudem von mehr GPU-Features.

Gleich bleibt, dass der Raspberry Pi keinen Lüfter benötigt, dass das WLAN den Standard 802.11 b/g/a/c unterstützt und dass der Raspberry Power over Ethernet und PXE beherrscht. Aktualisiert haben die Entwickler die Bluetooth-Version: Anstelle von Bluetooth 4.2 kommt nun die Bluetooth 5.0 zum Einsatz. Betriebssysteme lassen sich wie gewohnt über Micro-SD-Karten auf den Minirechner spielen.

Weniger warten

Auf dem Papier macht der Raspberry Pi 4 also einen guten Eindruck. Ob die Arbeitsgeschwindigkeit am Ende tatsächlich auch für den dauerhaften Büroeinsatz taugt, muss sich zeigen. Zumindest dürfte der Datenaustausch mit Massenspeichern nun dank USB-3.0-Support deutlich schneller funktionieren, zugleich legt das Ethernet an Geschwindigkeit zu, was den Raspberry fitter für den Einsatz im lokalen Netzwerk macht. Nicht zuletzt dürfte sich das Plus an Arbeitsspeicher positiv auf den Gesamteindruck niederschlagen. Allerdings nähert sich der Preis des Geräts, wenn dann noch eine Hülle und neue HDMI-Kabel dazu kommen, bereits der 100-Euro-Marke.

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