Prüfer für freie Schulbücher gesucht

Prüfer für freie Schulbücher gesucht

Lehrmittel unter GFDL

Der Physiker und Bildungsaktivist Mark Horner bittet Absolventen naturwissenschaftlicher Fächer, kurzfristig fertig zu stellende, frei lizenzierte Schulbücher für Südafrika inhaltlich zu überprüfen.

Die zur Disposition stehenden FHSST-Lehrbücher (Free Highschool Science Texts) behandeln Mathematik und Physik von der 10. bis zur 12. Klasse. Die Bücher sind für südafrikanische Schulen gedacht. Bis Anfang September sollen sie einem Endcheck unterzogen werden. Freiwillige, die in den genannten Fächern sowie in Chemie oder verwandten Naturwissenschaften einen Studienabschluss (post-graduate degree) besitzen, bittet der Shuttleworth-Foundation-Stipendiat in seinem Blog, online die Bücher zu überprüfen. Wer konkret etwas korrigieren will, soll sich vorher unbedingt über die Projektmitarbeiterin Bridget Nash (bridget[at]siyavula[dot]org[dot]za) koordinieren.

In einem gemeinschaftlichen Online-Reviewprozess ...

In einem gemeinschaftlichen Online-Reviewprozess …

Hintergrund ist, dass Mark Horner im Rahmen seines 2002 gestarteten Open-Content-Projekts FHSST freie Lehrbücher für Südafrika produziert hat. Der Inhalt der Bücher ist unter der Free Documentation License (GNU FDL) lizenziert, sodass der Staat sie zum Herstellungspreis an die Schulen abgeben kann. Von der Shuttleworth Foundation erhält der in Kapstadt promovierte Physiker ein einjähriges Stipendium, um seine verschiedenen Projekte für offene Zusammenarbeit weiter zu verfolgen.

... sollen diese frei lizenzierten Schulbücher für Südafrika überprüft werden.

… sollen diese frei lizenzierten Schulbücher für Südafrika überprüft werden.

In einem früheren Blogposting vom 24. August hatte Horner gemeldet, dass die Produktionsbedingungen seiner freien Lehrbücher derzeit an einem landesweiten Streik leiden. Die Open Textbooks müssen allerdings aus ungenannten Gründen bis Anfang September inhaltlich überprüft und freigegeben sein. Es habe sich eine Gruppe lokaler Inhaltsprüfer gefunden, die aber nicht die zu lesenden 1800 Seiten schaffen könnten. Der erste Aufruf erging nur an Freiwillige vor Ort in Kapstadt. Inzwischen sind aber die Bücher bei dem kollaborativen Online-Dienst A.nnotate.com online, sodass weltweit Freiwillige helfen können.

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anonymer Feigling
15 Jahre her

Das sollte es auch für deutsche Schulen geben!
Ich hatte zum Teil große Probleme jedes Jahr alle Bücher (2. Bildungsweg) zu kaufen und habe bei manchen nur benötigte Textstellen kopiert oder beim Nachbarn mit rein geschaut.

furanku
15 Jahre her

So etwas wäre für Deutschland kaum möglich, da sich die Lehrpläne von Bundesland zu Bundesland unterscheiden und zu dem auch noch oft geändert werden. In Physik zum Beispiel wird gerade in einigen Bundesländern auf den sog. “Karlsruher Physik Kurs” umgestellt, der didaktisch einiges ziemlich radikal ändert (und auch nicht unumstritten ist). Da sind dann alte Lehrbücher einfach nicht mehr brauchbar. So mühevoll die Bücher auch gemacht sind, so etwas kann ihren Nutzen auch in Südafrika erheblich einschränken. Auch merkt man den Büchern sehr deutlich an, daß diese von Studenten/reinen Naturwissenschaftlern geschrieben sind, und diese haben daher IMHO einen für Schüler… Mehr »

Peter
15 Jahre her
Reply to  furanku

Auch viele deutsche Schulbücher werden von Akademikern geschrieben und korrigiert. Von den Schulbüchern, die ich in meinem Leben schon in der Hand gehalten habe (und das waren einige), war keines gut, viele sogar unbrauchbar. Viele Lehrer nutzen deshalb die teuer angeschafften Bücher gar nicht erst. Den “akademischen Tonfall” kann ich übrigens generell nicht nachvollziehen. Auch Professoren und deren Mitarbeiter sollen Studenten möglicht verständlich Lehrstoff vermitteln. Dazu gehören didaktisch gut aufgebaute und aufbereitete Inhalte und nicht an die Tafel geklatschte kryptische Texte. Viele Autoren von Lehrbüchern zeigen sich da auch ziemlich beratungsresistent: Je unverständlicher der Text, desto anspruchsvoller und professioneller ist… Mehr »

furanku
15 Jahre her
Reply to  Peter

Ich habe ja auch nicht geschrieben, es gäbe keine schlechten deutschen Schulbücher. Aber auch diese werden jedoch meist nicht von “Einzelgängern” im stillen Kämmerlein geschrieben, sondern man trifft sich schon auf Tagungen (z.B. im DPG Umfeld), diskutiert dort Herangehensweisen auch mit Pädagogen und Didaktikern und stimmt diese ggf. auch mit den Ministerien ab, die die Lehrpläne herausgeben. Daß dabei dennoch auch schlechte Bücher herauskommen zeigt doch, daß man ein gutes Lehrbuch nicht “mal so eben” schreibt, und daß das mehr ist als eine inhaltlich richtige Darstellung des Stoffes. Dennoch hat dort ein Autor oft zumindest eine geschlossene Herangehensweise (was führe… Mehr »

annonymer Feigling
15 Jahre her
Reply to  furanku

Könnte man dann nicht vieleicht die Rechte von so einem Schulbuch kaufen? Oder Leute einstellen die das sonst Professionell für Verlage machen?

furanku
15 Jahre her

Das werden sich die Autoren/Verlage sicher teuer bezahlen lassen. Die Idee des Projektes ist ja nicht schlecht, aber das Resultat wirkt etwas “übers Knie gebrochen”. IMHO sollte man versuchen, da wirklich erfahrene Schulbuchautoren, Lehrer und die Lehrplan-Verantwortlichen ins Boot zu holen (die Open Source Idee mag doch eigentlich jeder) und dann das Projekt noch mal zurück in die Überarbeitungsphase schicken. Das mag für den Initiator frustrierend sein, aber momentan wimmelt es noch vor Fehlern, mißverständlichen Darstellungen, schlechten Grafiken, Inkonsistenzen … und IMHO ist eben auch der Anspruch und Tonfall zu akademisch und zu wenig schülergerecht. In den wenigen Tagen bis… Mehr »

Peter
15 Jahre her
Reply to  furanku

“Daß dabei dennoch auch schlechte Bücher herauskommen zeigt doch, daß man ein gutes Lehrbuch nicht “mal so eben” schreibt” Nein, das Hauptproblem liegt darin, dass zum einen viele Köche den Brei verderben und zum anderen niemand von den Autoren gelernt hat, wie man anständige Bücher schreibt. Lehren und Schreiben sind zwei Paar Schuhe. Eigentlich sollte man das Schreiben im Rahmen des Studium lernen (gilt insbesondere für angehende Lehrer), meist wird man aber diesbezüglich einfach ins kalte Wasser geworfen. Und genau diese Leute werden dann später Professor und machen es Didaktisch weiterhin falsch (insbesondere erklären sie einfache Zusammenhänge zu komplex). Es… Mehr »

furanku
15 Jahre her
Reply to  Peter

Wo wiederspricht das dem was ich geschrieben habe? Wobei ich allerdings auch hinzufügen möchte, daß “Lehrbuchschreiben” auch nur bis zu einem gewissen Grad erlernbar ist. Es gehört schon eine gewisse Begabung dazu Zusammenhänge leicht verständlich aber dennoch sachlich richtig zu schildern, und aktive Forscher haben das ohnehin nicht gelernt, die schreiben ihre Veröffentlichungen für andere Experten – und da spielen ganz andere Regeln eine Rolle.

Meine persönliche Erfahrung ist jedoch, daß diejenigen die sich für die größen Didakten halten und dort jede Modeströmung mitmachen erschreckend oft die schlimmsten Bücher produzieren. Leider gilt es andersrum aber nicht ;)

Peter
15 Jahre her
Reply to  furanku

Zitat: “aktive Forscher haben das ohnehin nicht gelernt, die schreiben ihre Veröffentlichungen für andere Experten – und da spielen ganz andere Regeln eine Rolle.” Nein, exakt die gleichen: In beiden Fällen soll jemand Nichtwissender etwas lernen beziehungsweise begreifen. Die Autoren/Forscher können hier nur ein bestimmtes, bereits vorhandenes Fachwissen vorausetzen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass man die Inhalte möglichst einfach und verständlich aufbereiten muss – was viele aber einfach nicht tun. “Meine persönliche Erfahrung ist jedoch, daß diejenigen die sich für die größen Didakten halten und dort jede Modeströmung mitmachen erschreckend oft die schlimmsten Bücher produzieren. Leider gilt… Mehr »

furanku
15 Jahre her
Reply to  Peter

Nein, das stimmt einfach nicht, das “Scientific writing” für ein naturwissenschaftliches Journal unterscheidet sich sehr vom “Textbook writing”. Da ist alleine schon der Platz begrenzt, es geht um präzise Formulierung für ein Publikum, daß selber aus Experten besteht und trotzdem für ein 3-seitiges Paper bereit ist einen halben Tag zu investieren um es zu verstehen.

Lies bitte mal ein paar Beispiel z.B. auf http://arxiv.org/ um einen Eindruck zu bekommen wie man dort schreibt.

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