Das OpenSuse-Team bricht mit einer langen Tradidion, Updates nicht als Versionssprung sondern als Backports zu bringen: In Kürze spielt das Online-Update KDE 4.3.4 ein.
Wer OpenSuse schon länger nutzt, kennt die Spielregeln: hat es eine Versionsnummer in die Distribution geschafft, dann hält die Distribution über den ganzen Lebenszyklus an dieser fest. Allfällige Verbesserungen fließen höchstens als so genannte Backports in die Software ein, das betrifft dann aber nur einzelne Programme.
Gerade im Fall der großen Desktop-Umgebungen KDE und Gnome hat das schon des Öfteren zu Kritik geführt, da man mit einem Update zwar auch viele potentielle neue Fehler einbaut, den Nutzer damit aber immer auf dem aktuellen Stand halten könnte. Auch die Probleme mit KDE 4.0 beziehungsweise 4.1 hätte man über Versionsupdates zum Teil besser lösen können.
Für die aktuelle Version 11.2 bricht Novell nun zum ersten Mal seit langem mit dieser Tradition und hat KDE 4.3.4 für stabil erklärt. Es wandert somit in den Zweig STABLE und erscheint in Kürze auch über das Online-Update. Für die Änderung gibt es mehrere Gründe: Der Hauptgrund dürfte sein, dass KDE 4.3.4 die offizielle KDE-Version des für nächstes Jahr geplanten Suse Linux Enterprise Servers/Desktops 12 sein wird. Novell und die OpenSuse-Entwickler sparen sich damit die Pflege zwei praktisch identischer aber doch in vielen Punkten unterschiedlicher KDE-Versionen. Das in OpenSuse 11.2 enthaltene KDE 4.3.1 bringt zudem noch ein paar kritische Fehler im Plasma-Desktop mit, die in Version 4.3.4 behoben wurden. Da im Februar KDE 4.4 erscheint ist KDE 4.3.4 die letzte Version der KDE 4.3-Serie, sie wird somit am längsten und besten gepflegt.
Laut der Ankündigung von Will Stephenson auf der OpenSuse-Announce-Liste haben schon sehr viele Nutzer das KDE43-Repository aktiviert und in Nutzung, Probleme gebe es praktisch keine. Einziger Nachteil der Änderung sei, dass Nutzer ohne Breitband-Anbindung mit einem sehr großen Update konfrontiert werden.
Mit der Änderung muss Novell somit nur eine KDE-Version pflegen, die dann für OpenSuse 11.2 und die Enterprise-Produkte gilt. OpenSuse-Nutzer profitieren so indirekt von den Enterprise-Entwicklungen.
Das OpenSuse-Projekt hat zudem für die aktuelle Version das Update-Prozedere geändert, sodass die Community nun ein Mitspracherecht besitzt, was nicht kritische Updates angeht. Auch dieser Umstand dürfte bei der aktuelle Entscheidung mitgewirkt haben, sodass vermutlich in Zukunft auch andere Programme in einer verbesserten Version erscheinen werden.






Endlich wird einer der größten Kritikpunkte bei openSUSE angegangen. Zwar hat auch das beibehalten von Versionen seinen Vorteil und es konnte mit alternativen Repositorys (Packman / FAKTORY / …) bisher schon upgedatet werden. Aber gerade in diesem Fall, ist es meiner Ansicht nach die bessere Lösung – da ja die KDE/GNOME/… Versionen vor allen Fehler beheben, aber auch wesentliche neue Features nachliefern.
Ciao
Ulf