OpenOffice 2.0 fertig

OpenOffice 2.0 fertig

Fast pünktlich zum angekündigten Termin ist heute die endgültige Version 2.0 der Office-Suite OpenOffice [1] erschienen. Eigentlich sollte die fertige Version bereits letzte Woche erscheinen. Ein schwerer Fehler im Präsentations-Programm Impress verzögerte die Release jedoch um eine Woche. Nach über drei Jahren Entwicklungszeit schlägt die Verzögerung aber wohl kaum zu Buche.

Besser als die Konkurrenz

Die Entwickler haben die lange Zeit zwischen OpenOffice 1.0 und der neuen 2.0-Version bestens genutzt. Die Features, die im Laufe der Zeit in das Office-Paket eingeflossen sind, waren so beliebt, dass die meisten Linux-Distributoren ihren Produkten Beta-Versionen von OpenOffice beilegten. Die Zeitschrift c’t bescheinigt dem freien Office in ihrer aktuellen Ausgabe eine zum Platzhirsch Microsoft Office ebenbürtige, teilweise sogar bessere Funktionalität und Bedienung.

In OpenOffice 2.0 sind 5 Programme enthalten: Die Textverarbeitung Writer und Calc für Tabellenkalkulation. Mit Impress erstellen Anwender Präsentationen, Draw kreiert Grafiken. Das neue Datenbankmodul Base unterstützt Benutzer beim Entwurf von Datenbankanwendungen.

Die stark verbesserte Oberfläche hilft Umsteigern, sich an OpenOffice zu gewöhnen. Die Symbolleisten zeigen jetzt nur noch die zum Kontext passenden Symbole an und lassen sich frei auf dem Bildschirm platzieren. Dokumente aus anderen Programmen wie MS Office oder Corel WordPerfent importiert OpenOffice jetzt in deutlich höherer Qualität.

Offene Standards

Die Entwickler rühmen sich zudem damit, dass OpenOffice die erste freie Office-Suite ist, die den OpenDocument-Standard [2] komplett umsetzt. Dieses freie XML-basierte Dateiformat ist mittlerweile von der OASIS standardisiert worden. Zuletzt hatte der US-Bundesstaat Massachusetts angekündigt, in Zukunft nur noch auf freie Dokumentenstandards zu setzen. Microsoft gerät mit seinen proprietären Formaten zunehmend ins Hintertreffen.

Auch beim PDF-Export liegt OpenOffice vor der Konkurrenz. Mit OpenOffice 2 exportieren Anwender ihre Dokumente komfortabel und in sehr guter Qualität ins PDF-Format.

Der Datenpilot von Calc erhielt in Version 2.0 viele Verbesserungen. Mit ihm ist es jetzt möglich, auch sehr komplexe und große Tabellen anschaulich aufzubereiten und zu analysieren. Außerdem können Anwender mit bis zu 65.536 Datenreihen mehr als doppelt soviele Datensätze in Calc verwalten als noch mit der 1er-Version.

Download

Unter [3] gibt es die neue Version zum Download, sowohl für Linux als auch für Windows, MacOS X, FreeBSD und Sun Solaris. Dank der internationalen OpenOffice-Gemeinde unterstützt die Suite nun über 60 Sprachen. Mit der Prooo-Box [4] gibt es zusätzlich zu dem Standard-Installationsprogramm eine CD, die eine Java-Umgebung, Wörterbücher für die Rechtschreibprüfung, Vorlagen, Schriften, Cliparts und weitere nützliche Werkzeuge enthält.

[1] http://www.openoffice.org
[2] http://www.oasis-open.org/committees/tc_home.php?wg_abbrev=office
[3] http://download.openoffice.org/2.0.0/index.html
[4] http://www.prooo-box.org

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20 Jahre her

( http://presse.microsoft.at/news.aspx?id=17381&c=1827 ) Zitat: Am 11. August 2005 gab die Central Scotland Police bekannt, auf dem Weg zu mehr Bürgernähe und mehr Effizienz im Polizeidienst in Zukunft auf die Technologien von Microsoft Windows Server 2003, Microsoft Windows XP und Microsoft Office zu vertrauen. Damit hat sich das Department, dem 810 Polizisten sowie 270 Mitarbeiter zu deren Unterstützung unterstellt sind, zur Migration vom bestehenden Linux-Operating System mit Star-Office auf die Microsoft-Plattform entschieden. Eine umfangreiche Analyse der bestehenden IT-Infrastruktur ergab, dass die Ziele der modernen Polizeiarbeit und die damit verbundenen gestiegenen Anforderungen an Kommunikations- und Kollaborationssysteme mit der bestehenden Ausstattung nicht erreicht… Mehr »

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20 Jahre her

zumindest kann die _Freiheit_ der Auswahl bei Star-Office&Co erwähnt werden..

(als Vorteil zur “existenziellen Abhängikeit” und Auslieferung an die oftmals unberechenbare Willkür von Micro$oft.. )

Benjamin Quest
20 Jahre her

Bin in Fütterlaune … Lizenzkosten spielen keine Rolle, hm vielleicht nicht bei MS selber, aber in relativ vielen Behörden mit 1000den Lizenzen schon. Zumal es ja bei MS nicht absehbar ist wann eventuell eine neue Lizenz erworben werden muß. Aber tendenziell hast Du vielleicht Recht, die Vorteile von OOorg zahlen sich erst langfristig aus und so lange denkt eben kaum jemand voraus. “Killer”-Applikationen: gibts da welche? Gerade im SAP-Umfeld glaube ich nicht, daß sich die SAP-Kunden eine weitere Herstellerabhängigkeit aufhalsen wollen, ganz zu schweigen vom Problem, daß dann nicht mehr alles aus einer Hand kommt und der Kunde mit seinen… Mehr »

jf
20 Jahre her
Reply to  Benjamin Quest

Lizenzkosten spielen auch bei kleinen Firmen ein Rolle.

Ich habe bei mehreren Kleinfirmen sowie Privatpersonen in den letzten Monaten bei Updates von Win9x/2000 auf XP sowie bei Linuxinstallationen jeweils OOo 1.9.n bzw. jetzt 2.0 installiert.

Wenn die Frage nach MS Office kam, habe ich den Preisunterschied genannt, und in jedem Fall entschied der Kunde – spätestens nach einem Kurztest – für OOo.

OOo hat vielleicht nicht 100% der Funktionen von MS Office, aber 90% der Anwender brauchen das auch gar nicht.

Christian Stamitz
20 Jahre her

Gratulation. Ich wünsche mir, dass die Entwickler nun – die Releasezeiten reduzieren, die 2.0 war ein großer Sprung, vielleicht ein zu großer Sprung – stärkeren Einblick in die Entwicklung und die Probleme geben. Sun macht hier einen interessanten Öffnungsprozess durch, der typisch für proprietär begonnene Open Source Projekte ist. Ich denke an Entwicklerkonferenzen und dergleichen – eine intelligente Lösung findet, wie man das Monster unter Kontrolle kriegt, damit die Speicher und Geschwindigkeitsprobleme gemildert werden – offensiv sich für das OpenDokument-Format lobbyistisch einsetzt – dazu gehört auch ein Konvertierungsserver für Doc-Dokumente – Allianzen zu anderen Projekten aufbaut. Es gibt doch zum… Mehr »

jf
20 Jahre her

Laut c’t 22/2005 S. 171 stürzt die OpenOffice.org-Datenbank Base schon bei einfachen Anforderungen ab.

Ist das in der endgültigen 2.0 noch so?

Benjamin Quest
20 Jahre her
Reply to  jf

Definiere “einfache Anforderungen”. Ein relativ komplexes Dokument arbeitet bei mir einwandfrei, allerdings sind auch noch nicht viele Einträge drin. Ein Auftragsdokument (Bestellung) mit dieser angeschlossenen Kundendatenbank funktioniert ebenfalls bisher ohne Probleme. Welche Java-Version und welcher OOorg build liegen dem Test denn zugrunde?
b.

jf
20 Jahre her
Reply to  Benjamin Quest

Danke für die Info.

Die zuständigen c’t-Redakteure Brors und Dr. Schüler haben mir auf die Frage nach o.g. Versionen leider nicht geantwortet.

Benjamin Quest
20 Jahre her

Hm, das einzige Problemchen, das ich mit dem neuen OOorg 2.0.0-4 habe ist, daß ich keine Akzenttasten benutzen kann, ergo kein é è oder ê. Das Ganze geht beim parallel installierten 1.1.3. Das betrifft erstmal die Debian Sarge Installation. Habe schon im Kontrollcenter die Varianten nodeadkeys eingestellt und auch basic und die Änderung im Verhalten wird aber lediglich bei der 1.1.3 übernommen, die 2.0 weigert sich strikt, hat jemand eine Idee dazu? On topic: nach anfänglicher Umgewöhnung (als langjähriger Nutzer) finde ich die neue Version jetzt mittlerweile doch gelungen. Nur mit dem neuen Layout der Draw und Impress komponenten hat… Mehr »

Ralf Scheider
20 Jahre her

Weiss jemand, wann die 2.0 fuer Solaris Sparc kommt?
Zur Zeit gibt’s ja nur RC3.

Andre Weselsky
20 Jahre her
Reply to  Ralf Scheider

Es ist auch nach Erscheinen von OO 2.0 eine Tatsache, daß MS Office einfach in vielen Bereichen noch weit überlegen ist. Da können sich sog.”Verfechter der freien Software” gerne ereifern, Fakten verdrehen und kommerzielle Software an den Pranger stellen- das ändert nix an den Tatsachen. Irgendwie habe ich hier manchmal den Eindruck, daß einige Leute (durchaus sachliche und berechtigte!) Kritik an ihren Open-Source-Produkten nicht vertragen. Was ist denn so schlimm daran, daß Microsoft das beste Office-Paket am Markt hat? Nichts. Das kann man doch anerkennen. Genau wie die Tatsache, daß Open-Source basierte Softwareumgebungen nicht immer die optimale Lösung sein müssen-… Mehr »

Benjamin Quest
20 Jahre her
Reply to  Andre Weselsky

Es ist nicht Unverschämt, es ist nur nicht ganz richtig (aber immerhin auch nicht ganz falsch). Also, für den Dokumentenimport kannst Du schlecht OOorg verantwortlich machen. Das wäre ungefähr so als würdest du Bugreports bei Corel posten, weil Corel Draw unter wine herumzickt. Die Performance von OOorg ist mau, die Funktion finde ich absolut top. Gerade bei umfangreicheren Arbeiten ist der Writer dem guten Word in meinen Augen und unter meinen Fingern ein gutes Stückchen voraus. Einzig vielleicht die Grammatik-Prüfung ist bei MS-Word in den Fremdsprachen sehr hilfreich und fehlt unter OOorg. Klar ist aber, daß eine Produktivität, die von… Mehr »

Andre Weselsky
20 Jahre her
Reply to  Benjamin Quest

Hi Benjamin, sicher ist es nicht die Schuld der OO- Programmierer, daß der Dokumentenimport von Konkurrenzprodukten nicht immer reibungslos funktioniert. Nur- die meisten Endanwendern ist es egal, WER für die Problemchen verantwortlich ist- es zählen nur die Fakten. Das selbe bei der Treiberproblematik. Sicher ist es möglich, die Hardware nach Linux- Kompatibilität auszuwählen. Wenn jemand aber bereits eine komplette Ausstattung zuhause hat, kann es doch nicht Sinn der Sache sein, die Hälfte davon auszutauschen. Auch wenn das nicht an Linux selbst liegt- das interessiert nur leider die wenigsten “Normalanwender”. Die stellen fest,daß ihre Geräte nicht oder nur teilweise funktionieren- also… Mehr »

Ulf B.
20 Jahre her
Reply to  Andre Weselsky

Hallo Andre, Hallo @ all, Du hast natürlich größtenteils recht. Aber ich gebe Dir folgende Anmerkungen mit. Sicher ist es möglich, die Hardware nach Linux- Kompatibilität auszuwählen. … Das ist halt auch nicht anders wie bei XP. Dort muß ich auch nachsehen ob die Hardware funktioniert, wenn nicht gehts halt in die Hose. So habe ich in letzter Zeit mehr Probleme gehabt Hardware (Scanner, Drucker, TV-Karte) unter XP zum laufen zu bringen. Wobei diese unter SuSE 10.0 ad hoc erkannt wurden, bzw. beim Scanner mit dem einspielen eines Treibers und einer Anwendung, ohne Probleme funktioniert hat. Der Scanner läuft unter… Mehr »

Andre Weselsky
20 Jahre her
Reply to  Ulf B.

Wieso denn “Entschuldige”? Ist doch nicht nötig. Du hast halt andere Erfahrungen gemacht als ich, was Du hier doch aber äußern darfst. Ich finde es nur nicht richtig, daß man vieles ausserhalb der Linuxwelt abwertet, was manche Leute hier gerne mal tun…aber konstruktive Kritik und objektive Beurteilungen- damit habe ich bestimmt kein Problem. In diesem Sinne- stay hard…

Benjamin Quest
20 Jahre her
Reply to  Andre Weselsky

Hm, ich habe auch schon andere Erfahrungen gemacht, und zwar, daß die installation von Scanner Drucker oder generell von Linux einfacher ist, als unter Windows. Meist ist es so: wenn es überhaupt geht, dann geht es unter Linux weitaus reibungsloser, als unter Windows. Und meist ist es vielleicht EIN Teil, das ausgetauscht werden müßte und nicht gleich die Hälfte. Sicher ist “bastelei” nicht Otto-Normalanwenders Sache, aber das ist es oft unter Windows auch nicht. Was da an “Support-Einzelunternehmern” heftig Stundenlöhne und Anfahrtskosten nimmt, das selbe ginge unter Linux auch, nur ist es vielleicht weniger lukrativ, weil Linux weniger anfällig ist,… Mehr »

º¤ø,¸¸,ø¤º°sTePhAn-x1`°º¤.
20 Jahre her

wenn es Linux schafft, wenigstens zu “sich selbst” kompatibel zu sein, wäre das hinsichtlich Anwender-Akzeptanz schon ein Riesen-Fortschritt!

Systemvoraussetzung: _Linux_ ab Kernel x.y.z /(+ev.Solaris)
(unabhängig von Distribution und .deb/.rpm, etc.)

(ist vielleicht etwas O.T., aber das Kompatibilitäts-Problem gilt z.T. auch für Anwendungs-Schnittstellen (incl. z.B. zu OpenOffice(StarOffice))

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Anm.: auch mit Programmen wie “alien”&Co. wurde dieses Ziel bis jetzt noch nicht erreicht..

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