Open-Source-Movie: “Big Buck Bunny” feiert Premiere im Netz

Open-Source-Movie: “Big Buck Bunny” feiert Premiere im Netz

Ohne große Hollywood-Stars, aber trotzdem mit viel Rummel, feiert heute offiziell der Open-Source-Animationsfilm “Big Buck Bunny” seine Premiere im Internet. Der Film wurde – wie sein Vorgänger Elephants Dream – mit freien Tools wie Blender, Gimp und Pencil produziert. Er dauert etwa 9 Minuten und steht unter der Creative Commons Namensnennung 3.0 Lizenz. In einem Amsterdamer Studio des Blender Institute trafen sich sieben Künstler aus verschiedenen Teilen der Welt, um den Film in monatelanger Arbeit zu produzieren. Mit der heutigen Premiere bekommt auch das nicht-zahlende Publikum das Endprodukt zu Gesicht.

Die zahlende Kundschaft kam bereits in den vergangenen Wochen, nach der offiziellen Premiere am 10. April – in den Genuss des Streifens. Dessen Produktion finanzierte sich vor allem durch die mehr als 1000 bereits im Vorfeld verkauften DVDs, die nun ihre Käufer per Post erreichten. Auch das Blender Institute unterstützte die kreativen Filmemacher finanziell, zahlte die Reisen, die Verpflegung und die Unterkunft. Das Animationsteam begleitete seine Arbeit im Gegenzug mit einem Blog, das die Fortschritte in der Produktion dokumentierte und Blicke hinter die Kulissen zuließ.

Ein Ziel des Films bestand darin, Blender einen besseren Umgang mit Federn, Fell sowie Gras, Blättern beizubringen. Der Hauptdarsteller im Freien: Wald und Wiesen-Story mit flauschigen Charakteren. Skizzen zum Film entstanden auch auf Papier. Um Animationen zu testen, kam aber auch das freie 2D-Tool Pencil zum Einsatz.

Zugleich verbesserte es während seiner Arbeit die Software: Nicht umsonst trat der Blender-Chefentwickler Ton Roosendaal als Produzent des Films auf. Darüberhinaus soll es passend zum Film ein Open-Source-Spiel mit dem Namen “Apricot” geben, das ein anderes internationales Team zur Zeit entwickelt und zwar nach einem ähnlichen finanziellen Schema, unterstützt durch die Community der freien 3D-Engine Crystal Space.

Worum gehts in Big Buck Bunny? Das soll schon jeder selbst rausfinden: Auf der offiziellen Webseite lässt sich der Film via Bitorrent in verschiedenen Auflösungen (1920×1080, 1280×720, 854×480) und Formaten (MP4, OGG, H.264, MSMP4) herunterladen. Was man allerdings sagen kann, ist, dass der wirklich schön gemachte Film – anders als Elephants Dream – mit einer verständlichen Story aufwartet. Der technisch ebenfalls gut gemachte Vorgänger ließ so manchen Betrachter eher ratlos vor der Geschichte zurück, weshalb Regisseur Sacha Goedegebure (siehe Interview auf der Linux-Community) auf einen wesentlich geradlinigeren Plot setzte.

Während der Produktion, die unter anderem auf acht Workstations mit Ubuntu Gutsy stattfand, ging es den Filmemacher vor allem um die Weiterentwicklung beim Modellieren von Fell und Haaren. Zwar beherrscht Blender diese Königsdisziplin, aber im Rahmen der Arbeit entstanden Tools, die den Umgang damit vereinfachen. Auch eine flüssige Animation von Charakteren sowie die ansehnliche Darstellung von Landschaften mit Wiesen und Bäumen gehörte zu den ausgesprochenen Zielen der Entwickler und Filmemacher, die den Plot des Films ganz offensichtlich prägten. Gerendert wurde Big Buck Bunny auf 600 CPUs in einem SUN-Grid, wobei freie Tools die Synchronisation mit der Render-Farm übernahmen.

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