Ubuntu-Anwender sollten auf Wunsch der Mozilla Corporation künftig ausführliche Lizenzvereinbarungen (EULA) lesen, bevor sie den Firefox-Browser nutzen. Die Vorsitzende der Mozilla Foundation, Mitchell Baker, reagiert nun auf die heftige Kritik an diesen Plänen.
“Wir (gemeint ist Mozilla) haben uns hier selbst in den Fuß geschossen”, meint Baker in einem aktuellen Blogeintrag. Allerdings bezieht sie diese Selbstkritik nicht auf das Einbinden der Lizenzvereinbarung an sich, sondern vielmehr darauf, dass die verkehrte Version erscheint. Tatsächlich hatte der Inhalt der End User License Agreement (EULA) in einer Ubuntu-Mailingliste einige Anwender zu der Vermutung verleitet, Mozilla sei keine Freie Software mehr.
Diesen Eindruck will Baker nun als erstes korrigieren. Sie erwidert: “Ja, der Inhalt der Lizenzvereinbarung ist falsch. Ganz klar lautet der korrekte Inhalt, dass der Code von FLOSS-Lizenzen bestimmt wird. Es ist keine typische EULA, wie in der aktuellen Version.” Hier sieht sie einen “gigantischen Fehler”, der schnellstmöglich korrigiert werden soll.
Auch wenn Baker hier das Kernproblem sieht, schließt sie nicht aus, dass auch die Form der Darstellung kritisch sein könnte. Sie verspricht an dieser Stelle, die öffentliche Diskussion weiter zu verfolgen und darauf zu reagieren. Nicht ganz einfach sei auch die Zuordnung der Dienstleistungen zu der Software – die richtigen, FLOSS-bezogenen Bedingungen würden dies jedoch berücksichtigen.
Die grundsätzlichere Problematik, ob der Anwender sich überhaupt mit Lizenzvereinbarungen beschäftigen muss, bezieht Baker gleichfalls auf den Inhalt: “Noch einmal: Wenn wir die richtigen Inhalte hätten, wäre das weniger ein Thema, weil wir die Leute dann über FLOSS-Lizenzen informieren.” Im Laufe der Diskussion regten viele Nutzer an, dass Ubuntu künftig einen anderen Browser anbieten solle.
Damit hätte die Marketingabteilung der Mozilla Corporation so ziemlich das Gegenteil von dem erreicht, was als Unternehmenszweck gilt: Den freien Browser aus der Stiftung (Mozilla Foundation) voranzutreiben und zu vermarkten. Baker schließt ihren Eintrag: “Wir nehmen das sehr ernst und arbeiten hart daran, das in Ordnung zu bringen.”





